In der taz ist ein Interview mit der Hamburger Frauenärztin Elke Franzki über Gesundheitspolitik, den Kampf für schonende Abtreibungsmethoden und 30 Jahre Familienplanungszentrum: hier.
In der taz ist ein Interview mit der Hamburger Frauenärztin Elke Franzki über Gesundheitspolitik, den Kampf für schonende Abtreibungsmethoden und 30 Jahre Familienplanungszentrum: hier.
In wenigen Tagen soll in Honduras ein Gesetz verabschiedet werden, dass für den Gebrauch oder Verkauf der “Pille danach” eine Gefängnisstrafe vorsieht. Die Kampagne des Center for reproduktive rigths kann hier unterstützt werden.
In der Nacht vom 9. auf den 10. Mai haben Unbekannte das Gemeindehaus der Piusbrüder in Stuttgart-Feuerbach mit Farbe angegriffen, um gegen einen “Hetzvvortrag” des “rechtspopulistischen Referenten” Manfred Kleine-Hartlage zu protestieren. Ihre Erklärung findet ihr hier.
Bern, 09.05.2012 – Der Bundesrat empfiehlt die Volksinitiative „Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache – Entlastung der Krankenversicherung durch Streichung der Kosten des Schwangerschaftsabbruchs aus der obligatorischen Grundversicherung„ ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung. Nach seiner Ansicht sollen auch weiterhin moralische, religiöse oder sozialethische und nicht finanzielle Kriterien im Vordergrund stehen, bevor sich eine Frau für oder gegen einen Schwangerschaftsabbruch entscheidet.
Eine Annahme der Initiative würde dazu führen, dass die Versicherer bei den zugelassenen Ausnahmen von Fall zu Fall entscheiden müssten, ob sie die Kosten für den Eingriff übernehmen oder nicht, weil der Initiativtext diesbezüglich unpräzis ist. Der Bundesrat befürchtet, dass nicht zuletzt diese Unsicherheit wieder zu gesetzeswidrigen Schwangerschaftsabbrüchen mit schädlichen Folgen für die Gesundheit der Frauen führen könnte. Die Kosten dafür müsste dann wiederum die Krankenversicherung tragen.
Aus diesen Gründen ist der Bundesrat der Meinung, dass die ungefähr acht Millionen Franken, die bei einer Streichung der Kostenübernahme für den Schwangerschaftsabbruch in der Grundversicherung eingespart werden könnten, sich angesichts der rechtlichen, sozialen und gesundheitlichen Folgen für die Frauen nicht rechtfertigen lassen. Die Volksinitiative steht auch im Widerspruch zu den Empfehlungen des Europäischen Parlaments, wonach Frauen die Möglichkeit haben sollen, unter sicheren Bedingungen einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen zu lassen.
Die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche in der Schweiz ist im Vergleich mit anderen europäischen Staaten tief. Der Prozentsatz ist seit 2004 stabil und insbesondere bei Frauen zwischen 15 und 19 Jahren eher rückläufig.
Bundesamt für Gesundheit, Sandra Schneider, Stellvertretende Leiterin Direktionsbereich Kranken- und Unfallversicherung, Tel. 031 322 95 05, media@bag.admin.ch
In einem sehr interessanten Interview mit Awid erklärt die philippinische Feministin Junice Demetrio-Melgar die Chancen des Gesetzenprojektes, wie feministische Organisationen in seinen Entstehungsprozess eingebunden waren, und wie sie dem Widerstand der katholischen Kirche entgegentreten. Auf Englisch.
Am 12. Mai wird in München der nächste “1000 Kreuze-Marsch” stattfinden. Im Vorfeld waren Aktivist_innen unterwegs um das von Euro Pro Life in der Westendstraße 78 geführte Zentrum der “Lebensschützer” einzufärben. Mehr hier.
In der aktuellen Jungel World gibt es zu demUrteil des argentinischen Verfassungsgerichts einen Artikel von Kirsten Achtelik:
In Argentinien sind Schwangerschaftsabbrüche in Ausnahmefällen straffrei, »wenn die Abtreibung mit dem Ziel durchgeführt wird, ein Risiko für das Leben und die Gesundheit der Mutter zu vermeiden und dies nicht durch andere Mittel möglich ist« (therapeutische Abtreibung), oder »wenn die Schwangerschaft Resultat einer Vergewaltigung oder eines unzüchtigen Angriffs auf eine geistig eingeschränkte Frau ist«, wie es in Artikel 86, Absatz 2 der argentinischen Verfassung heißt. Die Interpretation dieser zweiten Indikation war Grund für einen Rechtsstreit, in dem der Oberste Gerichtshof am Dienstag vergangener Woche nun sein Urteil gefällt hat. Nach der bisher üblichen Lesart konnten nur Frauen mit geistiger Behinderung nach einer Vergewaltigung abtreiben. Dies musste zudem in jedem Einzelfall gerichtlich genehmigt werden.
Anlass der Klage war der Fall einer 15jährigen Argentinierin, die jahrelang von ihrem Stiefvater vergewaltigt und schließlich geschwängert worden war. Der Fall hatte landesweit für Aufsehen gesorgt. Nachdem die lokalen Familiengerichte dem Mädchen eine Abtreibung verweigert hatten, klagte ihre Mutter vor dem zuständigen Verfassungsgericht der Provinz Chubut. Dieses Gericht genehmigte schließlich den Eingriff, der dann in der 20. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden konnte.
Wie die.standard berichtet, weitet sich der Streit um die Ultraschalluntersuchungen in Texas auf Comics und Zensur aus.
Hier ist der Link zu der Comic-serie.
Und hier das Statment eines Arztes, der seine Kolleg_innen aufruft, das Gesetz nicht zu befolgen.
Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hat der Vorsitzende des Vereins ‘Lebenszentrum – Helfer für Gottes kostbare Kinder Deutschland e.V.’, Wolfgang Hering, gegen ein Verbot geklagt. Damit hatte er jedoch keinen Erfolg.
Das Bündnis „gegen 1000 Kreuze“, hat auch in diesem Jahr zu kreativen Protesten mobilisiert und demonstrierte für das uneingeschränkte Selbstbestimmungsrecht der Frau.
Schon vor Beginn der Veranstaltungen wurde die Innenstadt von einem Großaufgebot der Polizei abgeriegelt. Diese ging, ähnlich wie bei den Protesten gegen den Naziaufmarsch am 3.3. in Münster, unnötig aggressiv und ruppig gegen die Gegendemonstrant_innen vor. Erneut wurden 3 Genoss*innen festgenommen und dabei geschlagen und getreten.
Die etwas über 100 Anhänger_innen der christlich-fundamentalistischen Organisation „EuroProLife“, die größtenteils von außerhalb Münsters anreisten, sammelten sich um 14:30 Uhr an der Aegidikirche und wurden von den ca. 150-200 Gegendemonstrant_innen empfangen, die ihren Unmut über den mittelalterlichen Kreuzzug lautstark und kreativ zum Ausdruck brachten.
Transparente und Schilder mit Aufschriften wie „mein Körper gehört mir“ oder „Don’t pray, go gay!“ wurden gezeigt, zahlreiche Trillerpfeifen und Parolen wie „Kein Gott- Kein Staat- Kein Vaterland- Abtreibung in Frauenhand“ waren zu hören, ein Chor stimmte das satirische Lied „every sperm is sacred“ aus dem Film „Der Sinn des Lebens“ von Monthy Python an und performte abgewandelt den „Jesustanz“ von Bibel.tv.
Die Abtreibungsgegner_innen setzten sich gegen 15 Uhr in Bewegung, und wurden die gesamte restliche Strecke durch vielfältige, kritische und kreative Aktionen der Gegendemonstrant_innen begleitet. Erstaunlich agressiv reagierten dieses Jahr Teile der Münsteraner Bevölkerung an der Wegstrecke, vor allem in den Einkaufspassagen auf die Proteste.
Beteiligung von Rechtsaußen
Während schon in den letzten Jahren einzelne Neonazis der Gruppe „Nationale Sozialisten Münster“ sowie der NPD-Jugendorganisation „Junge Nationaldemokraten“ bei den christlichen Fundamentalist_innen mitliefen, rief dieses Jahr die extrem rechte Organisation „pro NRW“ zum 1000-Kreuze-Marsch mit auf und beteiligte sich an dem Aufmarsch.
Dies überrascht kaum, da die christlich-fundamentalistische Szene frauenfeindlich, homophob und völkisch argumentiert und mit Aussagen wie „ein Volk stirbt im Mutterleib“ ultrakonservative Anschauungen verbreitet und sich den Erhalt der „eigenen Rasse“ zur Aufgabe macht.
Auch ein stadtbekannter Vertreter der rechten Plattform PI-News war wieder einmal unter den Kreuzträger*innen zu finden.
Insgesamt ein gelungener Tag, der abends in der Baracke mit einem Konzert seinen Ausklang fand. Damit ist der aktionsreiche März in Münster auch vorerst beendet.