20. September/Berlin: Gegen den “Marsch für das Leben”!

Hervorgehoben

Veranstaltungen vorher

Montag, 08. Seprtember 19:00-22:00 Uhr im JUP, in der Florastrasse 84, 13187 Berlin barrierearm (Rollstuhlgerecht) und rauchfrei.
Diskussionsveranstaltung zum “Marsch für das Leben”

18. September 2014, 18- 20.30 Uhr, Friedrich-Ebert-Stiftung, Hiroshimastr. 28, Berlin:
Zur Stimmungsmache gegen Feminismus, Vielfalt und reproduktive Rechte. Präsentation einer Studie und Diskussion
FES_Einladung_RUECKWAERTS-18.9.2014

19. September 19.00 – Schererstraße 8 (Wedding) Abortion democracy: Vortrag / Film / Konzert

20. September: auf die Strasse!

Demo: Samstag | 20. September | 11.30 Uhr | U-Bhf. Kochstraße (U6 / M29)
Danach: Kreativer Protest gegen den “Marsch für das Leben” (13 Uhr / Willy-Brandt-Straße) vom Bündnis what the fuck!

Kundgebung: 13.00 Uhr Brandenburger Tor vom Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung

am selben Tag findet auch in Zürich der “Marsch fürs Läbe”: Solidarische Grüße an die Feminist*innen und Antifaschist*innen, die dagegen protestieren! Es wird auch hier eine Demo gegen den Marsch der AbtreibungsgegnerInnen geben: 20. September 14 Uhr bei der Rentenwiese Zürich! Die Info gabs leider bis jetzt nur auf Facebook.

Zum langsamen Aufwärmen hier schon mal der Mobijingle von der Gruppe nofundi[m]ärsche

UPDATE: Dieser Blog ist nicht der Blog vom Bündnis gegen den diesjährigen Berliner “Marsch für das Leben”. Das Bündnis hat jetzt einen eigenen Blog. Und auch eine eigene emailadresse: what-the-fuck [AT] riseup.net
Hier werdet ihr auch weiterhin Infos zu den Berliner Aktivitäten finden, und auch weiterhin Informationen und Analysen zu Schwangerschaftsabbruch und Abtreibungsgegner*innen, auch international. Aufgrund der Funktionsveränderung wird der Blog in nächster Zeit wahrscheinlich etwas umgebaut.

 

Infoveranstaltung zu §§ 218/19

Der immer noch bestehende §218 stellt grundsätzlich Abtreibung unter Strafe, eröffnet aber mit dem §219 Möglichkeiten, wie doch Straffreiheit erlangt werden kann. Die Beratung, die Frauen* aufsuchen müssen, um sich nicht strafbar zu machen, soll lt. Gesetz „dem Schutz des ungeborenen Lebens dienen“. Selbst in feministischen Kontexten scheint es nicht nur keine Protestbewegung zu geben, die Auseinandersetzung mit dem Thema Abtreibung scheint für viele passé.
Dem möchten wir entgegen wirken! Zusammen mit in einer Aktivistin möchten wir den §218/9 kritisch betrachten, über die Abtreibungsdebatte informieren und über den kommenden „Marsch für des Lebens“ informieren.
Mittwoch / 10. September / 20 Uhr / Cafe Cralle / Berlin-Reinickendorf

Recherche zu Birgit Kelle

Der Genderwissenschaftler Andreas Kemper hat den Verbindungen zwischen der Abtreibungsgegnerin und Feminismus-Neudefiniererin Birgit Kelle und den Legionären Christi nachrecherchiert: “Was Birgit Kelle von sich gibt, ist nicht neu und belebend. Ihr Antifeminismus ist alt und erstickend wie der missionarische Eifer der Legionäre Christi.”

Mehr

Repression in Freiburg

In einem Verfahren vor dem Amtsgericht Freiburg wurde heute (26.08.) ein Aktivist verurteilt, der wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte bei einer Blockade gegen die Piusbruderschaft 2013 in Freiburg angeklagt war. Das Gericht sah diesen Straftatbestand als erwiesen an und verurteilte den Angeklagten zu 30 Tagessätzen zu je 18€.
Was war geschehen? Die reaktionäre, homophobe, antifeministische Pius-Bruderschaft ist jedes Jahr rund um Ostern mit ihrem sogenannten „Marsch für das Leben“, einem gruseligen Aufzug mit rund 100 Teilnehmern in der Innenstadt präsent. 2013 sahen sich die Pius-Brüder entlang ihrer Wegstrecke durchgehend mit Protest konfrontiert. Bereits an ihrem Startpunkt und im weiteren Verlauf ihrer Strecke stellten sich ihnen mehrmals Aktivistinnen und Aktivisten in den Weg. Der Aufzug wurde allerdings von der martialisch auftretenden Polizei durchgesetzt. So wurden Pius-Gegnerinnen und -gegner von aggressiven Beamten „massig vor Ort“ ( O-Ton des einzigen Zeugen beim Prozess, ein Freiburger Staatsschutzbeamte) gleich zu Beginn auf Fahrräder geschubst, vor eine fahrende Straßenbahn gedrängt oder über die gesamte Freiburger Einkaufsmeile geschoben.
Unbedingter Verfolgungseifer – Eine Freiburger Erfolgsgeschichte? Seit dem Pius-Aufzug im vergangenen Jahr versuchen die Freiburger Ermittlungsbehörden in 55 Verfahren Blockadeversuche gegen den Aufzug der selbsternannten „Lebensschützer“ als “linksextremistische Gewalttaten” umzudeuten. „Das Urteil verdeutlicht einen eindeutigen Verurteilungswillen. Die Begründung des Urteils blieb abstrus. Durch den Gummi-Paragraphen „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ werden Verfahren konstruiert, die das legitime Mittel des zivilen Ungehorsam kriminalisieren und ein bloßes sich in den Weg stellen als aktive gewalttätige Handlung bewerten und verurteilen. Eine Farce!“, bewertet Jannis Blindler, Sprecher des Arbeitskreis Antirepression Freiburg, das heutige Urteil. Das Urteil entspricht der politisch motivierten Agenda des Freiburger Staatsschutzes und soll dazu führen linken Protest im Vorhinein zu unterbinden und politisch engagierte Menschen einzuschüchtern. Offensichtlich wird dies daran, dass keiner der angeblich „geschädigten“ Beamten als Zeuge in dem Verfahren auftrat, sondern lediglich ein Beamter des Freiburger Staatsschutzes. Mehr noch: Auf den Videoaufnahmen ist deutlich zu erkennen, dass die Polizei keinesfalls an einer Deeskalation der betreffenden Situationen interessiert war. “Der Ermittlungseifer der Staatsschützer führt zur Konstruktion von angeblichen Gewalttaten bei legitimen Blockaden”, kritisiert Blindler. Als solche „Gewalttaten“ eingeordnet und damit auf eine Stufe mit Nazigewalt gestellt, ließen die 55 eingeleiteten Verfahren, von denen der Großteil eingestellt wurde, die Statistik des Verfassungsschutzes massiv in die Höhe schnellen. Die Vermutung, dass durch eine solche Praxis gezielt Politik gegen linke Bewegungen gemacht wird, liegt mehr als nahe. Wir lassen uns nicht einschüchtern!
Weiterer Prozess Mitte September.
Umso wichtiger ist es sich dieser Einschüchterungsstrategie offensiv und kollektiv entgegenzutreten! Nur so können wir zum einen Öffentlichkeit schaffen und sensibilisieren und zum anderen dieser Praxis in Zukunft einen Riegel vorschieben. „Es ist sinnvoll, dass weiterhin Widerspruch gegen solche abstrusen Strafbefehle eingelegt wird und das wir uns gemeinsam gegen diese repressive Taktik der Freiburger Behörden wehren. Denn Protest und Blockaden gegen derlei reaktionäre Zusammenschlüsse ist wichtig und legitim“ verdeutlicht Jannis Blindler. Bereits am 17.September, wieder ab 10 Uhr vor dem Amtsgericht, steht ein weiterer Prozesstermin an. Auch hier rufen wir zu Solidarität mit den Betroffenen und einer kritischen Prozessbeobachtung auf. Vor Prozessbeginn wird außerdem ab 9.30 Uhr eine Kundgebung vor dem Gericht stattfinden.
Kundgebung & Prozessbeobachtung | 17.September | ab 9.30 Uhr | Amtsgericht Freiburg | Holzmarkt 2
weitere Informationen und Neuigkeiten unter: https://antirepfreiburg.wordpress.com/

PM What the fuck-Bündnis

plakatief

Gegen den am 20. September in Berlin stattfindenden „Marsch für das Leben“ hat sich ein feministisches und antifaschistisches Bündnis gegründet.

Für diesen Tag mobilisieren sogenannte „LebensschützerInnen“ wieder bundesweit zu diesem „Marsch“. Damit wollen sie für ein generelles Verbot von Schwangerschafts- Abbrüchen demonstrieren.

Wie in den vergangenen Jahren will das Bündnis „What the fuck“ die „LebensschützerInnen“ nicht ungestört ihre antifeministischen Positionen verbreiten lassen. Dabei will das Bündnis für körperliche Selbstbestimmung demonstrieren und anschließend den »Marsch« blockieren!

Die Pressesprecherin des Bündnisses Sarah Bach dazu:
„Die Themen Familienpolitik und sexuelle Selbstbestimmung werden zunehmend von rechts aufgegriffen. Wir werden uns nicht weiter von ihren konservativen Rollenbildern einschränken lassen. Wir fordern stattdessen die vollständige Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen und die Abschaffung der Zwangsberatung“.

Das „What the fuck“-Bündnis ruft dazu auf, sich am 20. September um 11:30 am U-Bahnhof Kochstraße zur Demonstration einzufinden und sich an den Störaktionen zu beteiligen.

Diskussionsveranstaltung zum “Marsch für das Leben”

Montag, 08. Seprtember 19:00-22:00 Uhr im JUP, in der Florastrasse 84, 13187 Berlin barrierearm (Rollstuhlgerecht) und rauchfrei.

.Am 20. September wollen erneut tausende christliche und konservative Abtreibungsgegner_innen unter dem Motto “Marsch für das Leben” mit weißen Kreuzen durch Berlin ziehen und für ihr frauenfeindliches Weltbild werben. Feminist_innen und Antifaschist_innen rufen dagegen zu Protesten auf.

Im Vorfeld wollen wir mit einer Einführungsveranstaltung die aktuelle Gesetzeslage bezüglich Abtreibungen darstellen und auf vergangene und aktuelle feministische Diskussionen dazu Bezug nehmen. Wir haben dazu Referent_innen der Gruppe “nofundi[m]ärsche” eingeladen, die mehrere Thesen zum Thema Schwangerschaftsabbruch, vorgeburtliche Diagnoseverfahren und Auslese mit uns diskutieren wollen.

Im Anschluss wird es noch Informatíonen zum Tag selbst und zur Gegenmobilisierung geben.

“Ob “gesunde” Kinder oder keine, entscheiden wir alleine?! – Diskussion zum Verhältnis von Forderungen für ein Recht auf Abtreibung und gegen vorgeburtliche Auslese

In den 1970ern ging die sogenannte zweite Frauenbewegung unter dem Slogan “Mein Bauch gehört mir” für ein Selbstbestimmungsrecht über den eigenen Körper auf die Straße. Sie forderte eine Abschaffung des § 218, der Abtreibung bis heute kriminalisiert. Mit Selbstbestimmung argumentieren heute auch Forscher_innen, die sich für die Entwicklung und Verbesserung vorgeburtlicher Diagnoseverfahren einsetzen, die genetische Schäden von Embryonen früh erkennen und so eine “selbstbestimmte Entscheidung” für oder gegen ein behindertes Kind ermöglichen sollen. Selbsternannte Lebensschützer verurteilen das als behindertenfeindlich und treten für ein Recht auf Leben ab der Zeugung ein – und damit für ein Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen. Ihre zentrale Veranstaltung – der “Marsch für das Leben” – findet jedes Jahr im September in Berlin mit mehreren tausend TeilnehmerInnen statt.
Die aktuellen Gegen-Mobilisierungen beziehen sich wie damals vor allem auf ein körperliches Selbstbestimmungsrecht und nehmen wenig in den Blick, welche Fallstricke dies in Bezug auf vorgeburtliche Auslese bedeuten kann. Eine feministische Position muss unserer Ansicht nach beides leisten: Für ein Recht auf Schwangerschaftsabbruch eintreten und gleichzeitig vorgeburtliche Auslese ablehnen. Wie das aussehen könnte, wollen wir mit euch anhand von vorläufigen Thesen auf der Veranstaltung diskutieren.”

USA. Kriminalisierung Schwangerer

Im US-Bundesstaat Indiana ist eine Frau nach einer Fehlgeburt festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft kann sich nicht entscheiden, ob sie sie wen “Fötozid” oder wegen Vernachlässigung anklagen soll. Beide Straftaten schließen sich gegenseitig aus, da es in dem einen Fall um eine Totgeburt isn dem anderen um eine Lebendgeburt geht. Beide Anklagen könnten ihr aber JAhrzehnte im Knast einbringen… Die ganze Geschichte findet sich auf englisch bei feministing.