Keine Bühne für homophobe Mord-Propaganda: Kein Sizzla-Konzert am 26.11.2009 in Berlin!

November 23, 2009

Am 26. November soll die Reggae-„Größe“ Sizzla in der Kulturbrauerei im Rahmen seiner Europa-Tournee auftreten. Sizzla ist bekannt für seine homosexuellenfeindlichen Texte. „Verbrennt die Männer, welche andere Männer von hinten reiten. Erschießt Perverse, meine große Pistole macht ‚bumm’“ heißt es u.a. in Sizzlas Song „Pump up“. Insgesamt 13 solcher „Battyman-Tunes“ hat er in seinem Repertoire. Amnesty International zitierte eine Aussage des Sängers bei einem Auftritt 2004 in Jamaika wie folgt: „Tötet sie, die Schwuchteln müssen durch Schüsse in den Kopf sterben.“

In der Vergangenheit führte dies unter anderem zur Indizierung von Sizzlas Album „Rastafari“ und der Absage seiner Europa-Tour 2005, da in Frankreich 13 von 14 Konzerten gecancelt wurden. Auch der Auftritt auf der „Summerjam“ im selben Jahr fiel aus, da er nicht auf schwulenfeindliche Äußerungen verzichten wollte. Sizzla hat daraufhin 2007 den „Reggae Compassionate Act“ (RCA) unterzeichnet und sich damit verpflichtet, zukünftig keine homophoben Inhalte mehr bei seinen Shows zu propagieren. Sizzlas Unterzeichung des „RCA“ belegt keine Wandlung seiner Einstellung gegenüber nicht-heterosexuellen Menschen. Es geht ihm um Geld! 2008 äußerte er sich in der „riddim“ nach einem Auftritt im Wuppertaler „U-Club“ wie folgt: „Bei einer Show wie heute Abend weiß ich, I have to just keep it clean. Bei einer Gangsta-Show in Jamaika erwartet man von dir, dass du härter rüberkommst.“. Weiterhin sagte er: „Selbst wenn wir singen, „kill Battyman“ dann ziehen wir nicht los und bringen Menschen um. Das ist kein Aufruf zur Gewalt. […] Doch die Bibel sagt, Homosexualität ist falsch, es ist ein Fluch.“. Die bloße Unterzeichnung eines Stückes Papiers ändert also noch lange keinen Menschen! Die Veranstalter_innen des Kesselhauses beziehen sich jedoch konsequent auf den von Sizzla unterschriebenen „RCA“ und haben angekündigt das Konzert unter allen Bedingungen durchzuführen. Für uns ist diese Entscheidung total inakzeptabel. Darum rufen wir für den 26. November zur Demo gegen das Sizzla-Konzert auf. Wir sehen darin die letzte Möglichkeit unserem Unverständnis und unserem Ärger gegenüber Leuten Luft zu machen, die anscheinend gern für Mord-Sänger eine Bühne bieten. Sizzla steht an diesem Abend lediglich beispielhaft für eine Vielzahl an Musiker_innen, die Homophobie propagieren. Wir verstehen die Demonstration darum nicht als ein bloßes Statement gegen Sizzla. Sie soll ein klares Zeichen gegen Sexismus, sowie Homo- und Transphobie in jeder Form sein. Die Texte Sizzlas sind widerwärtig und auch auf Jamaika haben es homo/transsexuelle Menschen schwer. Die Kritik daran darf allerdings nicht dazu herhalten die Verhältnisse hier schönzufärben. Homo- und Transphobie sind auch in Deutschland Alltag und keine Besonderheit vermeintlich „fremder Kulturen“. Am 26. November werden wir darum gegen jedwede Form von Diskriminierung auf die Straße gehen. Sagt euren Freund_innen bescheidet und kommt zur Demonstration.

Demonstration:

26. November 2009, 18.30 Uhr, S-Bhf. Schönhauser Allee
Mehr Infos hier.

Auch in Wuppertal wird es ein Konzert geben. Gegen den Club, in dem dieses stattfinden soll, richtet sich die Kampagne uclubdichtmachen. Hier noch ein indy-Artikel dazu.


USA: Video gegen 24h Wartezeit bei Abtreibungen

November 20, 2009

Das Center for reproductive rigths (CRR) hat ein Video veröffentlicht, in dem die Folgen für Frauen durch ein neues Gesetz in Arizona dargestellt werden. Dieses Gesetz schreibt einen Besuch beim Arzt und eine 24stündige Wartefrist vor dem Durchführen einer Abtreibung vor.

Question: „Is there anyone in your life that would threaten you with violence if they knew you were having an abortion?“

Answer: „There is someone in my life that would threaten me. In fact, if he knew I was here he would probably kill me.“

In der BRD ist nach dem obligatorischen Besuch einer Beratungsstelle sogar eine Wartezeit von drei Tagen vorgeschrieben…


OT: Ukrainische Studentinnen protestieren gegen Sexismus

November 20, 2009

Mit einer drastischen Inzenierung protestierten ukrainische Feministinnen von FEMEN gegen Professoren, Wohnheimdirektoren u.ä., die auf Grund ihrer Machtposition sexuelle Gefügigkeit einfordern. Bei Spiegel online gibt es ein Video dazu.


Russland: Verbot von Abtreibungsanzeigen

November 20, 2009

Letzte Woche hat die russische Duma ein Verbot von Abtreibungsanzeigen in Zeitungen und Magazinen, die sich an ein jugendliches Publikum richten, beschlossen. So soll die Zahl der Abtreibungen bei jungen Frauen reduziert werden.  Solche Anzeigen sollen in Zukunft auch auf die möglichen Gefahren von Abtreibungen für die Gesundheit von Frauen hinweisen.

Den Zahlen zu Folge, die eine Komission der Duma erhoben hat, gibt es in Russland beinah drei Mal so viele Abtreibungen wie in westlichen Ländern, im Durchschnitt unterzieht sich jede Frau zwei Abtreibungen im Laufe ihres Lebens. Laut Rosstat, dem russischen statistischen Bundesamt, ist die Zahl der Abtreibungen in den letzten 15 Jahren um 35 % gesunken. Allerdings hat die Nachfrage seit der Krise wieder zugenommen: Allein im November 2008 wäre das Wort Abtreibung mehr als zehn Mal häufiger bei der Suchmaschiene Yandex eingegeben worden (560.000 statt 53.000 Mal im Monat davor).

Ob die Damen und Herren Abgeordnete schon mal darüber nachgedacht haben, dass gute Aufklärung, kostenlose Verhütungsmittel und ein funktionierendes Sozialsystem eventuell hilfreicher sein könnten, als ein Anzeigenverbot?


Mexiko: Anti-Abtreibungsgesetzgebung

November 19, 2009
Die Nachrichtenagentur EFE meldet, dass diese Woche Veracruz als 17. von 32 Bundesländern eine Gesetzgebung eingeführt hat, die „das Recht auf Leben von der Empfängnis an garantiert“. Auch die Bestrafung bei Zuwiderhandlungen wurde geändert. Das alte Gesetz sah Gefängnisstrafen von sechs Monaten bis vier Jahren und eine Geldstrafe von bis zu 75 Tagessätzen vor. Diese Strafe wurde nun für „Ersttäterinnen“ gesenkt auf eine „umfassende medizinische Behandlung“ und eine Geldstrafe von 80 Tagessätzen des Mindestlohns. Im Falle einer Wiederholung erhöht sich die Strafe jedoch auf ein bis vier Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen des Mindestlohns. Personen, die die Abtreibungen durchführen, sollen sogar mit vier bis sieben Jahren Knast und bis zu 75 Tagessätzen bestraft werden.
Die Gesetzesänderung wurde mit den Stimmen der Partei der nationalen Aktion (PAN) und der Partei der instutionalisierten Revolution (PRI) verabschiedet. Letztere hatte noch in den 80er Jahren Liberalisierungen der Abtreibungsgesetze durchgeführt. Feministinnen vermuten, dass die PRI eine „Art Pakt mit der katholischen Kirche“ geschlossen habe, um im Wahlkampf 2012 deren Unterstützung zu erhalten.

Nur im Distrito Federal, zu dem auch die Hauptstadt Mexiko-Stadt gehört, ist Abtreibung während der ersten 12 Schwangerschaftswochen erlaubt.  Ähnliche Gesetze wie in Veracruz wurden bereits in Baja California, Campeche, Chihuahua, Colima, Durango, Guanajuato, Jalisco, Morelos, Nayarit, Oaxaca, Puebla, Quintana Roo, Querétaro, San Luis Potosí, Sonora und Yucatán erlassen. Mit der fortschreitenden Verschärfung der Abtreibungsgesetzgebung in den Bundesländern rückt auch eine Veränderung der Verfassung näher.


OT: Vamv kritisiert Kindergelderhöhung

November 19, 2009

Der Verband alleinerziehender Mütter und Väter kritisiert die von schwarz-gelb im „Wachstumsbeschleunigungsgesetz“ geplanter Kindergelderhöhung: „Über 800.000 Kinder von Alleinerziehenden gehen leer aus – das Kindergeld wird voll auf ihre Sozialleistungen oder den Unterhaltsvorschuss angerechnet und entlastet damit die kommunalen Kassen. Den übrigen Kindern werden 10 Euro von ihrem Unterhalt abgezogen.“

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OT: 21.11. TRANS GENDER DAY of Rememberance

November 19, 2009

*Gemeinsam im Gedenken – gegen die Transphobie in den Köpfen und auf der Straße*

Zum 11. Mal findet am 21. November 2009 der Transgender Day of Rememberance statt, der internationale Tag im Gedenken an ermordete Trans*-Leute.

Am 21. November 2009 ab 16.00 Uhr
am Rathaus Schöneberg (rolligerecht, über Freiherr-vom-Stein-Straße)
(U7-Bhf. Bayerischer Platz, Bus M46, Bus 104, rolligerecht)*

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Health Care Reform: Does my health insurance cover abortion?

November 16, 2009

Und hier noch mal ausführlich, warum dass Stupak-Amendment, das eine Kostenübernahme für Abtreibungen den amerikanischen Versicherungen unmöglich machen würde, Mist ist:

Throughout this long legal history, the one constant has been that women have continued to have abortions. The rate has declined slightly in recent years, but, according to the Guttmacher Institute, thirty-five per cent of all women of reproductive age in America today will have had an abortion by the time they are forty-five. It might be assumed that such a common procedure would be included in a nation’s plan to protect the health of its citizens. In fact, the story of abortion during the past decade has been its separation from other medical services available to women. Abortion, as the academics like to say, is being marginalized.

Restrictions on the use of federal funds for abortion go back to the Hyde amendment, which became law more than thirty years ago; for example, there has long been a ban on abortions under Medicaid or in military hospitals. But the implications of the Stupak amendment are broader, because of the structure of the exchange. To start with, Stupak states that anyone who buys insurance with a government subsidy cannot choose a plan that covers abortion, even if that person receives only a small subsidy, and even if only a tiny portion of the full premium goes for abortion care. And the influence of the amendment reaches beyond the recipients of federal subsidies. Stupak would prohibit the public option from offering any plans that cover abortion. Further, it is expected that each year more Americans will use the exchange, including people who don’t need subsidies, but under the Stupak amendment insurance companies would have no incentive to offer those people coverage for abortion services, since doing so might cost them the business of subsidized customers. Today, most policies cover abortion; in a post-Stupak world, they probably won’t. With a health-care plan that is supposed to increase access and lower costs, the opposite would be true with respect to abortion. And that, of course, is what legislators like Stupak want—to make abortions harder, and more expensive, to obtain. Stupak and his allies were willing to kill the whole bill to get their way; the liberals in the House were not.

The President is pro-choice, and he has signalled some misgivings about the Stupak amendment. But, like many modern pro-choice Democrats, he has worked so hard to be respectful of his opponents on this issue that he sometimes seems to cede them the moral high ground. In his book “The Audacity of Hope,” he describes the “undeniably difficult issue of abortion” and ponders “the middle-aged feminist who still mourns her abortion.” Elsewhere, he announces, “Abortion vexes.” The opponents of abortion aren’t vexed—they are mobilized, focussed, and driven to succeed. The Catholic bishops took the lead in pushing for the Stupak amendment, and they squeezed legislators in a way that would do any K Street lobbyist proud. (One never sees that kind of effort on behalf of other aspects of Catholic teaching, like opposition to the death penalty.) Meanwhile, the pro-choice forces temporized. But, as Supreme Court Justice Ruth Bader Ginsburg observed not long ago, abortion rights “center on a woman’s autonomy to determine her life’s course, and thus to enjoy equal citizenship stature.” Every diminishment of that right diminishes women. With stakes of such magnitude, it is wise to weigh carefully the difference between compromise and surrender.

via Feministe


„Normale“ Pillen als Pille danach

November 15, 2009

Kondom gerissen, Pille vergessen, Diaphragma oder Portiokappe verrutscht oder gar nicht verhütet: Es gibt 1000 Gründe, warum eine auf die Pille danach angewiesen sein kann. Die Pille danach kann bis zu 72 Stunden nach dem Sex eine Schwangerschaft verhindern, indem der Eisprung und/oder die Einnistung eines befruchteten Eis verhindert wird.
Egal, warum und wann eine die Pille danach braucht, in Deutschland steht ihr auf jeden Fall Stress bevor. Die Pille danach ist verschreibungspflichtig, d.h. ein Besuch bei Arzt oder Ärztin ist notwendig. Erwischt eine dann noch eine_n Ärztin, die_der unbedingt wissen zu müssen glaubt, warum eine die Pille braucht, oder lange Predigten über verantwortungsloses Handeln an die Frau bringen will, ist das Generve perfekt.
Am Wochende allerdings ist es teilweise unmöglich überhaupt an die Pille danach zu kommen – in ländlichen Gegenden ist die nächste Notfallaufnahme u.U. weit weg, und auch in Großstädten kommt es vor, dass die Notfallaufnahmen der Krankenhäuser sich schlichtweg weigern, Rezepte für die Pille danach auszustellen, mit dem Hinweis, eine könne ja bis Montag warten. Schikane und Bevormundung kennzeichnen also den Umgang mit der Pille danach.
Nun ist die Pille danach in einigen Ländern in Apotheken ohne Rezept käuflich, z.B. in der Schweiz, Dänemark, Griechenland, den Niederlanden, Frankreich, Luxemburg, Großbritannien und Spanien – vielleicht eine nette Idee für ein Urlaubsmitbingsel.
War eine allerdings länger nicht in London oder Barcelona im Urlaub, gibt es noch eine Möglichkeit, sich die Pille danach zu organisieren. Auf der Webseite http://notfall-verhuetung.info wird darüber informiert, wie sich „normale“ Pillen als Pille danach verwenden lassen. Für die meisten in Deutschland verkauften Pillenpräparate gibt es Dosierungshinweise. Gundsätzlich lassen sich „normale“ Pillen deshalb so verwenden, weil sie dieselben Hormone wie die Pille danach enthalten. Lediglich die Dosierung muss angepasst werden. Auch eine englischsprachige Seite der Uni Princeton bietet Infos zur Dosierung von Präparaten aus verschiedensten Ländern.


Graz: Frühschoppen gegen Abtreibungsgegner_innen – morgen

November 6, 2009

Unter dem Motto „Frauenrechte müssen her, Pro Life keinen Fußbreit mehr!“ findet am Samstag, den 07.11. um 09:15 Uhr auf dem Schlossbergplatz in Graz ein Frühschoppen gegen die militanten Abtreibungsgegner_innen der HLI statt. Anlass ist der Aufruf der HLI zu einer sogenannten „Gebetsprozession“ durch die Grazer Innenstatt zu einer Arztpraxis, in der Abtreibungen vorgenommen werden.
Hier ist der Aufruf mit Hintergründen zur HLI.

Diese Aktion hatte es auch schon im September und im Juni gegeben.