Irland: Gott nicht gut finden wird teuer

Seit dem 1.Januar dieses Jahres kann in Irland jede_r die_der „Material veröffentlicht, das stark beleidigend ist gegenüber Glaubenssätzen, die von jeder Religion heilig gehalten werden“, mit einer Geldstrafe von bis zu 25.000 Euro belegt werden.

Eine Koalition aus Atheist_innen, Humanist_innen und Menschenrechtsorganisationen hatte bis Mitte letzten Jahres vergeblich versucht, das Gesetz zu verhindern. Als dies nicht gelang, wurde die Kampagne „Blasphemy“ gegründet, auf deren Webseite seit voriger Woche blasphemische Äußerungen von Jesus Christus, Björk, Frank Zappa, Ratzinger (aka. Papst Benedikt XVI) und anderen zu finden sind. Wie der blasphemieblog schreibt, würden die Initiator_innen am liebsten eine Anklage provozieren, um das Gesetz vor Gericht testen zu können.

Doch die Kritik bezieht sich nicht nur auf das neue Gesetz, wie die taz berichtet:

„In der Verfassung steht auch, dass dem allmächtigen Gott öffentliche Huldigung geschuldet ist“, sagt Michael Nugent, der Vorsitzende der Organisation „Atheist Ireland“. „Das ist viel mehr als das Recht auf freie Religionsausübung. Es ist das Recht Gottes auf Huldigung durch die Bürger.“ So beten die Abgeordneten vor ihren Sitzungen, im staatlichen Fernsehen und Radio läuten zwei Mal am Tag die Angelusglocken, niemand kann Staatspräsident oder Richter werden, ohne einen Eid auf die Bibel abzulegen. „Man sollte meinen, dass ein Blasphemiegesetz nach all den Skandalen um klerikalen Kindesmissbrauch, die 2009 ans Licht gekommen sind, das letzte wäre, das dem irischen Staat einfiele“, sagt Nugent. Seine Organisation tritt dafür ein, sämtliche Verweise auf Gott aus der Verfassung zu streichen. Dazu ist allerdings ein Referendum erforderlich.

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2 Gedanken zu “Irland: Gott nicht gut finden wird teuer

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