Abtreibungsgegner_innen scheitern mit EU-Initiative

Die Initiative europaweiter AbtreibungsgegnerInnen mit dem Namen “One of us” wird scheitern. Als eine der ersten registrierten EU-Unterschriftenaktionen läuft sie in diesen Tagen aus und hat die notwendige Hürde von einer Million Unterschriften aus sieben verschiedenen EU-Staaten weit verfehlt. Nur knapp 250.000 EU-BürgerInnen haben die Initiative, die den rechtlichen Schutz menschlicher Embryonen ab der Befruchtung der Eizelle fordert, per digitaler Unterschrift unterstützt.

meldet die.standard.at

Sie sind halt doch nicht so viele, wie sie meinen …

 

 

Info- und Filmabend zum Thema Abtreibungsverbot in Irland

Am Dienstag, den 23. April, wird im k-fetisch in Berlin-Neukölln (Wildenbruchstraße 86) ein Info- und Filmabend zum Thema Abtreibungsverbot in Irland stattfinden.

Wir bedauern es, dass immer die Rede von “fremden” bzw. außereuropäischen Ländern ist, in denen Frauen unterdrückt werden – wir wollen mehr Aufmerksamkeit für diese Verstöße gegen Menschenrechte innerhalb der EU.  An diesem Abend wollen wir Fragen stellen und Informationen zur Verfügung stellen. Wir zeigen Filme aus Irland, die das Thema behandeln und die Betroffenen selbst zu Wort kommen lassen.

BLOG UND PROGRAMME: http://www.youreonlymassive.com/pro-choice

INFORMATIONEN ZUM AKTUELLEN STAND DES ABTREIBUNGSRECHTS IN IRLAND

Im Oktober 2012 ist eine Frau in Irland an einem septischen Schockgestorben, nachdem die Ärzt_innen sich tagelang weigerten, den Fötus, dessen Herz noch schlug, der aber nicht lebensfähig war, zu entfernen. Der Schwangerschaftsabbruch bleibt stigmatisiert, auch wenn 85% der Wähler_innen dafür sind, endlich Gesetze entsprechend dem X-Fall zu erlassen (Quelle: RedC Research, 12.12.12). Nach dem Gesetz von 1861, als Irland noch eine britische Kolonie war, droht immer noch eine lebenslange Freiheitsstrafe. Jeden Tag reisen mindestens 12 Frauen von Irland nach England, um dort abzutreiben. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat bereits deutlich gemacht, es müsse ein praktikables Verfahren geben, das erkrankten Schwangeren bei substanziellen Gesundheitsgefahren eine Abtreibung im Inland ermögliche. Dies habe Irlands höchstes Gericht bereits 1992 festgestellt, das Parlament habe es jedoch versäumt, entsprechende Ausführungsbestimmungen zu erlassen.

Münster: feministische Demo und Anti-”Lebensschützer”-Proteste

Am Sams­tag, den 09.​03.​2013 de­mons­trier­ten ca. 500 Teil­neh­mer*innen für ein Recht auf ein selbst­be­stimm­tes Leben in einer herr­schafts­frei­en und so­li­da­ri­schen Ge­sell­schaft.
Demo 09. März 2013

Die­ses Jahr wurde durch ein Bünd­nis von ver­schie­de­nen Grup­pen und Ein­zel­per­so­nen aus Müns­ter und Um­ge­bung zum ers­ten Mal seit lan­gem in NRW zu einer links­ra­di­ka­len fe­mi­nis­ti­schen De­mons­tra­ti­on auf­ge­ru­fen.

Außerdem wurde der 1000 Kreuze Marsch der Abtreibungsgegner massiv gestört.

Berichte dazu hier, hier, hier und hier

Neues Blog gegen Pränataldiagnostik und den Bluttest

Das Blog pnd-bluttest.de will Raum bieten für “kritische Sichtweisen auf die Praxis der Pränataldiagnostik”, Informationen anbieten und Ideen sammeln,
wie “wir uns bundesweit besser vernetzen können, welche Möglichkeiten der Einflussnahme auf politischer Ebene es gibt, welche Forderungen sich aus unseren Diskussionen ergeben und wie wir diese umsetzen könnten”.

Tagungsbericht: Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik

Für die aktuelle Jungle World hat Kirsten Achtelik einen Bericht über die spannende Tagung des “Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik” geschrieben:

Gegen das Diktat der Gene

Die Pränataldiagnostik ist ein Thema von großer gesellschaftlicher Tragweite, über das jedoch sehr wenig bekannt ist. In Berlin fand vergangene Woche eine Tagung dazu statt.

von Kirsten Achtelik

Das Netzwerk gegen Selektion durch Pränatal­diagnostik hat auf seiner Jahrestagung, die unter dem Motto »Keine Angst vor großen Fragen: Vorgeburtliche Diagnostik zwischen Ethik und Monetik« stand und am vergangenen Wochen­ende in Berlin stattfand, über die neuen Entwicklungen bei Pränataldiagnostik (PND) sowie Präimplantationsdiagnostik (PID) und die damit verbundenen Probleme diskutiert.

Das Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik wurde Mitte der neunziger Jahre gegründet. Sein Ziel ist es, »eine öffentliche Gegenstimme zur rasanten Entwicklung der Medizintechniken zu sein«. Die beteiligten Gruppen und Einzelpersonen eint eine kritische Haltung gegenüber PND und PID samt deren selektiver Funktion. Nicht die einzelne Frau wird kritisiert, sondern eine Gesellschaft, die Behinderung mit Leid und Belastung gleichsetzt, eine medizinische Praxis, der eine Vermeidungslogik zugrunde liegt, und die mediale Debatte, der es weder gelingt, die rechtlichen Grundlagen wahrheitsgetreu darzustellen, noch ein nicht defizitorientiertes Bild von Behinderung zu zeichnen.

Entsprechend breitgefächert war das Tagungsprogramm. 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland und Österreich, darunter viele, die im Bereich der Schwangerschaftsberatung arbeiten, debattierten über die mediale Berichterstattung, ethische Ambivalenzen und den Wandel in der Arzt-Patienten-Beziehung, über die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung, mögliche Forderungen und über weitreichende Fragen.

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