Schon wieder: Schwangere Frau wird am Leben gehalten

um die “Rechte des Ungeborenen” zu schützen. Diesmal in Irland, wo sowas ja tatsächlich in der Verfassung steht. Aber vorsicht: in dem Artikel geht es nicht ein kleines Bißchen um die  Frau und wie ihr Gesundheitszustand eigentlich ist. Was ja das eigentlich interessante ist, wenn man kritisieren will, dass Frauen als Gefäße zum Austragen von Kindern mißbrauch werden, auch wenn sie schon “hirntod” sind. Statt dessen geht es um schwer zu durchschauende rechtliche Erwägungen, die damit enden, dass Abtreibung bei einer schweren Behinderung des Fötus auf jeden Fall legal sein sollte, etc. pp. immer das gleiche.Nein, sollte es nicht! Jedenfass zumindest nicht legaler als Abtreibungen aus allen anderen Gründen. Zur Info hier trotzdem der link.

Und hier noch der link zu dem mittelguten aber informativen wikipedia-Artikel über den ersten solchen “Fall” in der BRD 1992.

Pille danach: was wird jetzt?

Meldungen in der Presse, die Pille danach sei in Kürze rezeptfrei erhältlich, haben zu Verwirrung geführt. Nachfolgend geben wir einige Informationen von pro familia wieder, um das Informationschaos etwas zu lichten.

Am 21. November 2014 hat der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) in einer Pressemeldung bekannt gegeben, dass er die rezeptfreie Abgabe von der der Pille danach mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat (Markennamen ellaOne®) empfiehlt.

Das Verfahren

Empfehlungen der EMA richten sich an die Europäische Kommission. Dort werden sie geprüft und erst dort wird ein Beschluss gefasst. In der Regel folgt die Kommission den Empfehlungen, aber diese Entscheidung liegt noch nicht vor und wird frühestens für Ende Januar 2015 erwartet. Es ist wichtig zu wissen, dass die Pille danach mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat eine zentrale EU-Zulassung besitzt, das heißt im Fall eines positiven Votums der EU-Kommission wäre die Entscheidung für alle Mitgliedstaaten bindend. Im Gegensatz dazu erfolgte die Einführung der Pille danach mit dem Wirkstoff Levonorgestrel in einem nationalen Zulassungsverfahren. Die Zuständigkeit liegt hier bei der nationalen Zulassungsbehörde, dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Um sie geht es bei diesem Verfahren nicht.

pro familia fordert seit langem die rezeptfreie Abgabe der Pille danach, damit Frauen nach einer Verhütungspanne schnellen Zugang zu dieser Methode haben. Doch bisher ging es immer um den Wirkstoff Levonorgestrel. Dieser ist in fast allen Nachbarländern – in insgesamt 28 europäischen Ländern und 90 Ländern weltweit – ohne Rezept erhältlich. Die Weltgesundheitsorganisation(WHO) und die Internationale Vereinigung der Gynäkologinnen und Gynäkologen (FIGO) haben schon vor Jahren festgestellt, dass Levonorgestrel sicher ist und es keine Kontraindikationen gibt. Aufgrund der guten Verträglichkeit hält die WHO darüber hinaus eine ärztliche Untersuchung vor der Einnahme für unnötig und empfiehlt, die Pille danach auf Levonorgestrel-Basis weltweit rezeptfrei zugänglich zu machen.  Zur rezeptfreien Abgabe von ellaOne® hat pro familia in der Vergangenheit immer betont, dass noch nicht alle Fragen zur Anwendungssicherheit beantwortet sind, da das Präparat erst seit 2009 auf dem Markt ist und es sich um eine andere Wirksubstanz handelt.

Die Daten, die dem Prüfbericht der EMA zugrunde liegen, wurden noch nicht veröffentlicht. Erst auf Basis dieser Informationen kann pro familia bewerten, ob inzwischen alle Sicherheitsfragen, etwa bei Einnahme in der Frühschwangerschaft oder einer Mehrfacheinnahme, hinreichend beantwortet sind. Aktuelle Daten dazu gibt es auch in der Ausgabe 4/ 2014 des Familienplanungs-Rundbriefs. Auf unsere Anfrage hin hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) mitgeteilt, dass es ebenfalls die Prüfung und Entscheidungsfindung der Europäischen Kommission abwartet und die Empfehlung der EMA genau prüfen wird. Das BMG nennt als Ziel, eine gute Beratung für Notfallkontrazeptiva mit beiden Wirkstoffen (Levonorgestrel und Ulipristalacetat) aus einer Hand sicherzustellen. Bundesgesundheitsminister Gröhe hat gegenüber der Presse geäußert, dass er eine umfassende Beratung in der Apotheke für beide Wirkstoffe für geeignet hält. Bedenkenträger in der CDU sehen bereits die Abgabe für Jugendliche kritisch. Demnach ist bisher nicht klar, für wen, wann und wie ein EU- Beschluss in Deutschland umgesetzt würde. Fakt ist, die Umsetzung läge bei der Bundesregierung und des Bundesgesundheitsministers. Bisher gibt es keine Aussagen zu einem Zeitplan.

Fazit

Für beide Wirkstoffe gilt, dass sie umso besser wirken, je früher sie eingenommen werden, daher ist die rezeptfreie Vergabe der Pille danach – vorzugsweise von Levonorgestrel – überfällig. Es wäre absurd, wenn Levonorgestrel in Deutschland weiterhin rezeptpflichtig bleiben würde und Ulipristalacetat, das zudem doppelt so teuer ist, nicht. Fachliche Fragen zu Ulipristalacetat (ellaOne®) können erst nach Kenntnis des EMA-Prüfungsprotokolls abschließend beantwortet werden, denn im Gegensatz zum lang erforschten Wirkstoff Levonorgestrel ist die Studienlage für Ulipristalacetat vergleichsweise dünn. Auch die Frage der Kostenerstattung bei unter 20-Jährigen muss geklärt werden. Zurzeit übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten; dies sollte unbedingt auch für die rezeptfreie Pille danach gelten.

 

Pille danach endlich rezeptfrei!

Die europäische Ebene hat es gerockt: Demnächst muss auch in Deutschland die Pille danach ohne ärztliches Rezept in Apotheken abgegeben werden.Hurra! Das oft langwierige Organisieren der Pille nach einer fehlgeschlagenen Verhütung am Wochenende, das mitunter von entwürdigenden Untersuchungen und Befragungen begleitet war, hat ein Ende! Ab März soll es soweit sein.

Nachteil: Dann zahlt wahscheinlich auch nicht mehr die Krankenkasse.

Trotzdem: YAY! Mehr hier und hier die PM von Pro Familia dazu.

Morgen, Fr. 28.11. 17 Uhr: Gegen den erneuten „Nein zum Heim“-Aufmarsch im Köpenicker Allende-Viertel!

Freitag, 28. November | 17:00 Uhr | S-Bahnhof Berlin-Köpenick | Demonstration | 18:30 Uhr | Salvador-Allende-Str./Müggelschlösschenweg | Gemeinsame Kundgebung

Gegen den erneuten „Nein zum Heim“-Aufmarsch im Köpenicker Allende-Viertel!
Die rassistische Bedrohung von Flüchtlingen stoppen!

Gerade wurde bekannt, dass am Freitag, den 28. November ein erneuter rassistischer Aufmarsch im Köpenicker Allende-Viertel geplant ist, der maßgeblich von der neonazistischen NPD gesteuert wird. Der Grund dafür ist die bevorstehende Eröffnung der ersten Containerunterkunft für Flüchtlinge in Berlin.

Bereits am 15. November beteiligten sich an so einem Aufmarsch 400 Personen, von denen etwa 300 rassistische Anwohner*innen und etwa 100 Neonazis aus ganz Berlin und Brandenburg waren. Letztere stellten die Ordnerstruktur und bedrängten und bedrohten am Rande Journalist*innen und kritische Anwohner*innen. Auf dem Anreiseweg versuchten circa 50 organisierte Neonazis, die sich zum Großteil vermummten und vom NPD-Landeschef Sebastian Schmidtke angeführt wurden, Gegendemonstrant*innen anzugreifen.

Am 21. November schaffte es die NPD 450 Personen für den zweiten rassistischen Aufmarsch zu mobilisieren. Davon waren etwa 400 rassistische Anwohner*innen und etwa 50 Neonazis. Intern haben Neonazis diesen Aufzug schon länger geplant, die öffentliche Mobilisierung begann, ähnlich wie jetzt, aber erst am Abend zuvor. Zuerst zogen die Teilnehmenden, die mit Reden von Neonazis vom NPD-Lautsprecherwagen beschallt wurden, direkt an der bald eröffnenden Containerunterkunft für Flüchtlinge im Allende-Viertel II vorbei. Antifaschist*innen, die ihren Protest dagegen in Hör- und Sichtweite artikulieren wollten, wurden dabei von Bereitschaftspolizist*innen daran gehindert.

Die Berliner Polizeiführung hat in den letzten Monaten immer betont, dass Demonstrationen vor Flüchtlingsunterkünften nicht genehmigt werden würden. Dies gilt seit dem 21. November nicht mehr. Der 450 Personen zählende Aufmarsch konnte, rassistische Parolen grölend (wie „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“), seitlich direkt an der bereits bestehenden Flüchtlingsunterkunft in der Salvador-Allende-Straße im Allende-Viertel I vorbei marschieren.
Unter den zum Teil schwertraumatisierten Bewohner*innen der Unterkunft brach daraufhin Panik aus. Unter großer Angst flüchteten sie in die oberen Etagen und versuchten sich dort zu verbarrikadieren. Im Laufe des Abends kam es an der Bushaltestelle vor dem Gebäude zu mindestens einem Angriff von Rassist*innen auf Flüchtlinge und zu mehreren Angriffsversuchen.

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Veranstaltung von Gabriele Kuby gestört

Gabriele Kuby ist Verfasserin der Broschüre “Gender – eine neue Ideologie zerstört die Familie” und gehört dem Aktionsbündnis an, das die “Demos für alle” gegen den von der grün-roten Landesregierung geplanten neuen baden-württembergischen Bildungsplan organisiert. Sie hielt am Samstagabend, den 22. November,  in der Staufenhalle in Plüdershausen einen Vortrag darüber, dass “Gender” eine Gefahr für die Gesellschaft darstellt.

Dass das keine Kritik an Heteronormativität und der Einteilung in zwei Geschlechter war, kann man sich jetzt wohl schon denken. Aber lest selbst bei indymedia und Beobachternews.

“Vessel”- Filmscreening

“Join us on December 2nd as Feminized will present the German premiere of documentary Vessel, a fascinating story about activist and doctor Rebecca Gompert’s organisation Women on Waves. As a doctor living by the sea, Gompert’s controversial response to the abortion laws around the world was take matters into her own hands, bypass national laws by providing abortions on a ship offshore. Despite setbacks, Gompert’s slightly unlikely idea developed into a global movement.

We have invited activists from Pro-Choice movements based in Berlin to join us for a chat about their work after the film.”

Time: 21:00, doors at 20:00
Organizer: Feminized and Mobile Kino
Cost: 5€
Venue: Urban Spree, Revaler Strasse 99
Language: English

Hier ist der trailer.