Not Yet Rain: Doku über Abtreibung in Äthiopien

April 19, 2009

Not Yet Rain Film

Not Yet Rain, ein 23-minütiger Dokumentarfilm, zeigt die Erfahrung dreier Frauen mit Abtreibungen in Äthiopien. Zwei davon wurden vergewaltigt und versuchen, eine legale Abtreibung durchführen zu lassen, eine andere berichtet von ihren selbstausgelösten Abtreibungen. Auch Krankenschwestern kommen zu Wort.
In Äthiopien ist Abtreibung legal, wenn die Frau vergewaltigt wurde oder ihre Gesundheit durch die Schwangerschaft gefährdet ist. Dennoch ist es für äthiopische Frauen immer noch schwierig, Abtreibungen legal und sicher durchführen zu lassen. Darauf bezieht sich der Titel des Films: Donner ist noch kein Regen, lautet ein äthiopisches Sprichwort. Die Liberaliserung des Abtreibungsrechts ist ein Schritt in die richtige Richtung, reicht aber noch nicht aus, um die reproduktive Gesundheit der Frauen zu gewährleisten.
Not Yet Rain kann man hier kostenlos ansehen.
via Feministe


Pressemitteilung des Bündnisses „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus“: Protest gegen evangelikalen Kongress in Marburg

April 14, 2009

Im folgenden dokumentieren wir die Pressemitteilung des Bündnisses „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus“:

Vom 20.-24. Mai 2009 soll in Marburg der „6. Internationale Kongress für Psychotherapie und Seelsorge“ statt finden. Organisiert von evangelikalen Gruppierungen sind unter dem Motto „Begegnung zwischen Psychotherapie und christlicher Seelsorge in Wissenschaft und Praxis“ über hundert Workshops geplant, die sich unter anderem mit Themen aus dem Bereich Sexualität und Identität beschäftigen. Unter dem Deckmantel der Wissenschaft verbreiten einzelne ReferentInnen ein konservatives Bild von der heterosexuellen Ehe als einzigem Lebensmodell und stigmatisieren Homosexualität als krankhaft und nicht erwünscht.
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Reform des Abtreibungsrechts in Spanien: Die Offensive der Lebensschützer

April 13, 2009

„In Spanien rufen die katholische Kirche und die Konservativen zum Protest gegen Pläne der Regierung auf, das restriktive Abtreibungsrecht zu reformieren. Die konservative Kampagne bestimmt die gesellschaftliche und politische Debatte, für linke und feministische Positionen bleibt kaum Platz …“

Den ganzen Artikel gibt es in der Jungle World.


28.03.: Soli-Cocktails für Repressionskosten der Demo gegen „Lebensschützer“

März 23, 2009

soliparty09

Samstag, den 28. März 2009,
ab 22.00 in der K9
Kinzigstraße 9
(U-Bahnhof Samariterstraße)

akj-Soliparty 2009 – Asche für den akj und Cockteiltresen für Prozesskostenhilfe

Der akj-berlin braucht mal wieder Asche: für laufende Projekte, freischüßler, annex, Seminarfahrten, Soliaktionen und und und. Um das (leider) Notwendige mit dem (zum Glück) Angenehmen zu verbinden, steigt mal wieder eine große Soliparty. Und weils beim letzten Mal so viel Spaß gemacht hat, auch gleich wieder in der K9.
Übrigens sind wir diesmal nicht ganz allein, sowohl hinsichtlich der Geldsorgen als auch der Party: Der ak linker feminismus u.a. braucht Prozesskostenhilfe wegen polizeilicher Repressionen im Zusammenhang mit einer Demo gegen Lebensschützer und christlichen Fundamentalismus und mixt daher die Cocktails. Kommt zahlreich!
Diese SchallplattenunterhalterInnen werden Euch in Bewegung halten:
Potz Blitz – 80s, 2Tone, Ska
Chefhörer – Soul, Punk, Rock’N'Roll
Don Miquele – 80ers deluxe

Eintritt*: 2,50 bis 5 Euronen (Ermäßigungen möglich)
Bierpreise: gibt’s och…
Cocktailpreise: Sind Solisache!
Natürlich gibt’s auch das neue freischüßler und jede Menge Infos zu unseren laufenden Projekten…
*Kein Zutritt für Angehörige von Repressionsorganen, im Falle der Zuwiederhandlung werden 500,- Euro Bearbeitungsgebühr fällig.


Sarah Diehl bei der Mädchenmannschaft

Dezember 18, 2008

Sarah Diehl, Dokumentarfilmerin und Autorin, spricht über ihren Film Abortion Democracy und das Recht auf Abtreibung als feministisches Thema:

Leider ist Abtreibung keineswegs ein Evergreenthema für Feministinnen. Auch heute ist das Thema kaum noch präsent, was meiner Vermutung nach zwei Gründe hat:
Erstens fokussieren sich feministische Gruppen oder die Gender Studies entweder auf Identitätspolitik oder auf die Dekonstruktion von Geschlecht. Dabei wurde bisher außer Acht gelassen, dass sich Themen wie Abtreibung oder Verhütung sehr wohl anbieten, Geschlechterkonstruktionen zu hinterfragen.


Feministischer Salon

Dezember 3, 2008

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Feministischer Salon
Selbstbestimmung und radikale Gesellschaftskritik?
Zur Aktualität des Kampfes um den §218
Montag, 08.12.08, 19.30 Uhr
WirrWarr, Dieffenbachstr. 36, 2.HH
U8 Schönleinstrasse

Der Kampf um das Recht auf Abtreibung hat in den 70ern viele Frauen bewegt und auf die Straße gebracht – Die „Wir haben abgetrieben!“-Kampagne wird sogar oft als Beginn der Neuen Frauenbewegung wahrgenommen. Aus welchen Diskussionen hat sich damals die Fokussierung auf den §218 ergeben? Welche Gesellschaftsentwürfe lagen den Aktionen zu Grunde, auch gerade in Abgrenzung zu einer bürgerlichen Interessenvertretung? Welche Bezüge zu anderen Themen der Frauenbewegungen gab es, etwa zur Hausarbeitsdebatte? Welche Bündnisse wurden geschlossen?

Wie stellt sich eine linke emanzipatorische Frauenbewegung eine Gesellschaft für alle vor – jenseits des Individualismus der neuen F-Klasse?
Im Gespräch mit Gisela Notz wollen wir diesen Fragen nachgehen, um so auch die Situation heute zu beleuchten.

Gisela Notz ist Sozialwissenschaftlerin, Autorin (u.a. „Warum flog die Tomate? Die autonomen Frauenbewegungen der 70er Jahre“) und Vorsitzende von pro familia e.V.
ak linker feminismus


Gesetzesverschärfung Spätabtreibung – wer soll hier geschützt werden?

November 28, 2008

Der familienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Singhammer, hat am 26.11.08 eine Gruppeninitiative in den Bundestag eingebracht, die eine veränderte statistische Erfassung von Spätabtreibungen sowie eine Beratungspflicht seitens des Arztes /der Ärztin vorsieht – unter Androhung einer Geldstrafe bis zu 10.000 Euro.
Seit 1995 gibt es im deutschen Gesetz keine eugenische oder embryopathische Indikation mehr, d.h. ein Schwangerschaftsabbruch darf nicht mit einer Behinderung oder Erkrankung des Fötus begründet werden. Im europäischen Vergleich gibt es in Deutschland mit Abstand die wenigsten Abtreibungen nach der 13. Schwangerschaftswoche. 80 Prozent der im Jahr 2007 Spätabgetriebenen (nach der 23. Woche) 229 Föten wären der Emma vom November/Dezember 2008 zu Folge noch nicht einmal lebensfähig gewesen.
Die Debatte um eine Verschärfung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes wirkt also auf den ersten Blick etwas absurd. Auch sind die genauen Unterschiede zwischen den mittlerweile vier Anträgen, bzw. Antragsentwürfen, zur Änderung des Gesetzes nur schwer auszumachen. Zusätzlich zu dem erwähnten Antrag der CDU /CSU kursieren Entwürfe der SPD und der FDP, und auch die Grünen prüfen einen eigenen Antrag.
Kerstin Griese (SPD), Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, lehnt die statistische Erfassung wie von der CDU gefordert ab, da so Rückschlüsse auf Einzelfälle möglich würden – dies zeuge von Misstrauen gegenüber den Frauen. Griese hält eine verbesserte psychosoziale Beratung im Falle einer möglichen Behinderung des Fötus aber für notwendig und prüft einen eigenen Gruppenantrag. Die FDP kritisiert den Singhammer-Entwurf vor allem wegen der angedrohten Geldstrafe für ÄrztInnen, wenn nicht ausreichend beraten wurde. Der grüne Abgeordnete Thilo Hoppe erwägt ebenfalls einen eigenen Antrag, der eine Pflichtberatung vorsieht, die aber nicht allein durch ÄrztInnen erfolgen soll. Die Linke lehnt Pflichtberatungen ab und verweist darauf, dass Frauen das Recht haben müssen, sich frei und selbstbestimmt für oder gegen eine Schwangerschaft zu entscheiden. Diskriminierung und Ausgrenzung von Behinderten erschwere die Entscheidung für ein behindertes Kind. Dem könne aber nicht mit strafrechtlichen Sanktionen, sondern mit einen flächendeckenden Beratungsangebot entgegengewirkt werden.
Allerdings trifft die Debatte einen wunden Punkt des aktuellen Abtreibungsrechts: Da es keine embryopathische bzw. eugenische Indikation gibt, muss bei erwiesener schwerer Missbildung oder Lebensunfähigkeit des Fötus eine Indikation für einen Abbruch über eine diagnostizierte Gefahr für die psychische oder physische Gesundheit der Frau erfolgen. Wollen Frauen allerdings tatsächlich aus psychischen oder physischen Gründen abtreiben, bleibt ihnen oft nur die Möglichkeit, dafür ins Ausland zu reisen. Blanka Kothé, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe, sagt, dass psychosoziale Indikationen „sehr wenig gestellt“ würden. Im Jahr 2004 haben laut einem Bericht der niederländischen Abtreibungskliniken 1.156 Frauen aus Deutschland einen Abbruch in Holland durchführen lassen, wobei mehr als die Hälfte über der 14. Woche waren. Die restriktive Auslegung des Gesetzes ist demnach ein Problem für Frauen, die eine psychosoziale Indikation bräuchten. Aber auch Frauen, die sich gegen ein behindertes Kind entscheiden, werden von diesem Gesetz kaum unterstützt.
So notwendig eine Debatte über Spätabtreibungen sein mag – nützlich kann sie nur sein, wenn die richtigen Fragen gestellt werden, z.B. nach der Behindertenfeindlichkeit der bundesdeutschen Gesellschaft, die im Zusammenhang mit der Abtreibung eventuell behinderter Föten eine große Rolle spielt.


Uruguay: Entkriminalisierung endgültig gescheitert

November 25, 2008

Präsidenten-Veto konnte im Kongress nicht überstimmt werden – Regelung sah Legalisierung bis zur 12. Woche vor

Montevideo – In Uruguay ist ein Gesetz zur Entkriminalisierung von Abtreibungen endgültig an der Blockade des Präsidenten Tabaré Vázquez gescheitert. Der an der Spitze einer Mitte-links-Koalition (Frente amplio) stehende Präsident hatte sein Veto gegen die Liberalisierung eingelegt. Dieses war nur mit einer Dreifünftel-Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses aufzuheben, die aber nicht zu Stande kam. Beide Kammern hatten das Gesetz über sexuelle und reproduktive Gesundheit zuvor mit absoluter Mehrheit angenommen. Das Gesetz hätte Abtreibungen innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen bei Gefahr für das Leben der Mutter, einer Behinderung des Kindes oder einer wirtschaftlichen Notlage erlaubt. VertreterInnen der katholischen Kirche hatten sich gegen das Gesetzesvorhaben ausgesprochen und direkt an Abtreibungen Beteiligten mit Exkommunikation gedroht. Umfragen zufolge billigen 57 Prozent der UruguayerInnen Schwangerschaftsabbrüche, 32 Prozent lehnen sie ab. Gegen ein präsidentiales Veto sprachen sich 63 Prozent aus. Durch die Ablehnung bleibt die strafrechtliche Norm von 1938 in Kraft.
Als Reaktion auf die Entscheidung des Präsidenten kam es zu Protesten und Demonstrationen. Auf den Schildern war zu lesen: „ Tabaré: die Frauen in der Linken schämen sich für dein Veto“, gefordert wurden ein Plebeszit und ein wirklich säkulärer Staat.
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Women on Waves-Aktion in Spanien

Oktober 29, 2008

Ende Oktober hat die niederländische Organisation Women on Waves spanischen Frauen die Möglichkeit geboten, auf hoher See eine legale und sichere Abtreibung durchzuführen. Wir dokumentieren hier die Pressemitteilung der Organisation, sowie Informationen über die Situation in Spanien und Europa. Die englische Originalversion des Textes findet sich unten.

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Kämpfe um Reproduktive Rechte im Bundestag

Oktober 24, 2008

„Frauen in der Zange von Kirche, Staat, Tradition und Armut.

Kämpfe um reproduktive Rechte in Polen, Russland und Südafrika“

12. November von 18.00 Uhr bis 20.30 Uhr

1993 wurde in Polen das Recht auf Abtreibung nahezu abgeschafft. Weder Polens EU- Beitritt noch die Kämpfe von Feministinnen, Frauenpolitikerinnen und anderen Gruppen haben daran etwas ändern können. Wie es heute um die sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung von Frauen in Polen und Russland bestellt ist, wollten die Teilnehmerinnen einer Delegationsreise der Fraktion DIE LINKE im August 2008 vor Ort erfahren. Die Berliner Filmemacherin und Autorin, Sarah Diehl, hat die Situation in Polen zum Anlass genommen, der Frage um legalen Schwangerschaftsabbrüche international nachzugehen. Den Rest des Beitrags lesen »