Münster: Protestbrief an Bistum

November 28, 2009

Sehr geehrter Herr Dr. Genn,

am 14. März 2009 fand in Münster ein 1000 Kreuze Marsch statt. Dabei wurde die Aegidiikirche den ProzessionsteilnehmerInnen zur Verfügung gestellt. Zu diesem Marsch hatte die Organisation Euro-Pro-Life aufgerufen, die wiederholt durch Relativierungen der Shoah und rassistisch-nationalistische Töne aufgefallen ist. Inhalt dieses Prozessionszuges war vordergründig die Bekundung von Trauer angesichts der „Tötung von ungeborenen Leben“. So symbolisiert jedes Kreuz des 1000-Kreuze-Marsches vordergründig die „Trauer“ um einen Fötus und stigmatisiert doch gleichzeitig die Frau, die einen Schwangerschaftsabbruch durchgeführt hat, zu einer „Mörderin“. Die Beschuldigungen seitens der christlichen Fundamentalist_innen gehen dabei so weit, Frauen, die sich zu einem Abbruch entscheiden, mit den SS-Wachmannschaften in Vernichtungslagern zu vergleichen. Im Zuge des 1000-Kreuze-Marsches in Münster eröffnete eine der Teilnehmerinnen, sie sei der Meinung, dass die derzeit durchgeführten Abbrüche „schlimmer“ seien als die Vernichtung des europäischen Judentums (nachzuhören auf www.gloria.tv). Den Rest des Beitrags lesen »


USA: Video gegen 24h Wartezeit bei Abtreibungen

November 20, 2009

Das Center for reproductive rigths (CRR) hat ein Video veröffentlicht, in dem die Folgen für Frauen durch ein neues Gesetz in Arizona dargestellt werden. Dieses Gesetz schreibt einen Besuch beim Arzt und eine 24stündige Wartefrist vor dem Durchführen einer Abtreibung vor.

Question: „Is there anyone in your life that would threaten you with violence if they knew you were having an abortion?“

Answer: „There is someone in my life that would threaten me. In fact, if he knew I was here he would probably kill me.“

In der BRD ist nach dem obligatorischen Besuch einer Beratungsstelle sogar eine Wartezeit von drei Tagen vorgeschrieben…


Graz: Frühschoppen gegen Abtreibungsgegner_innen – morgen

November 6, 2009

Unter dem Motto „Frauenrechte müssen her, Pro Life keinen Fußbreit mehr!“ findet am Samstag, den 07.11. um 09:15 Uhr auf dem Schlossbergplatz in Graz ein Frühschoppen gegen die militanten Abtreibungsgegner_innen der HLI statt. Anlass ist der Aufruf der HLI zu einer sogenannten „Gebetsprozession“ durch die Grazer Innenstatt zu einer Arztpraxis, in der Abtreibungen vorgenommen werden.
Hier ist der Aufruf mit Hintergründen zur HLI.

Diese Aktion hatte es auch schon im September und im Juni gegeben.


USA: Absurde Initiativen von Abtreibungsgegner_innen

November 3, 2009

Wie AWID berichtet, soll in Michigan, USA ein „personhood amendment“ eingeführt werden, das das Recht auf Abtreibung außer Kraft setzen würde. Eingebracht haben es die republikanischen Kongressabgeordneten Jim Slezak und Paul Scott. Slezak sagt zu Flint City Beat: „I would like to get rid of (abortion) make it a nonissue here once and for all.“ Diese Initiative wird von 21 weiteren Abgeordneten, darunter auch Demokrat_innen unterstützt. Mit dem Antrag, der allen „menschlichen Wesen“ unabhängig von Alter, ‘race’, Geschlecht, Gesundheit oder Methode der Reproduktion, einschließlich künstlicher Befruchtung, vom Beginn ihrer biologischen Entwicklung die gleichen Rechte zuerkennen will, hoffen die Abtreibungsgegner_innen, Roe vs. Wade, das Urteil des obersten Gerichtshofes von 1973, das Abtreibung legalisierte, auszuhebeln. Aber nicht nur Abtreibung, auch bestimmte Verhütungsmittel, wie die Spirale oder die ‘Pille danach’ würden illegalisiert, außerdem Stammzellenforschung und jetztige Praxis künstlicher Befruchtung.  Der Antrag braucht die Unterstützung von 2/3 der Abgeordneten, um Gesetz zu werden. Da es sich um eine Verfassungsänderung handeln würde, kann sie auch mit einer ausreichenden Anzahl an Unterschriften aus der Bevölkerung durchkommen. Ähnliche Initiativen gibt es zur Zeit in Nevada, Florida, Montana und Colorado. In Colorado geht der Antrag, bekannt unter “egg-as-a-person”-Initiative sogar so weit, nicht nur Föten, sondern auch Eier (über Sperma wird kein Wort verloren…) als Personen zu definieren… Degegen gibt es, wie in den übrigen Staaten auch, eine breite Koalition: protectfamiliesprotectchoices


ebay stoppt Auktion für Tiller-Mörder

November 2, 2009

Ebay hat eine Auktion gestoppt, mit der Geld für die Verteidigung des mutmaßlichen Mörders von Dr. George Tiller, den militanten Abtreibungsgegner Scott Roeder, gesammelt werden sollte.  Versteigert werden sollten unter anderem ain Handbuch der „Army of God“, ein signiertes Megaphone und ein Gefängniskochbuch, geschrieben von Shelley Shannon, die 1993 fünfmal auf Tiller geschossen hatte. Nachdem die Pläne für die Aktion bekannt geworden waren, sagte Kathy Spillar, Vizepräsidentin der Feminist Majority Foundation: „the network of extremists promoting and defending the murder of doctors is contributing to escalating threats against clinics and doctors across the country.“

eBay begründete die Einstellung der Auktion folgendermaßen: „Based on the details we know about the anticipated listings, we believe these would violate our policy regarding offensive material. The company intends to remove any listings that are posted due to policies that bar listings promoting or glorifying violence or hatred.“

Der Prozeß gegen Roeder wird nicht vor Januar 2010 beginnen.


München: Anti-Abtreibungsgegner_innen-Spaziergang

Oktober 11, 2009

Gestern trafen sich in München ca. 30 Menschen auf dem Georg-Freundorfer-Platz im Münchner Westend, um zum Einen einen Informationsspaziergang durch die direkte Nachbarschaft von „Mutterhaus“ und ambulanter Tagesklinik zu unternehmen, und zum Anderen um zu den Protesten gegen den „1000-Kreuze-Marsch“ zu mobilisieren. Die Stimmung der Spaziergänger_Innen war fröhlich und entspannt, es wurden verschiedene Flyer an Passant_Innen verteilt und durch Parolen auf das Thema aufmerksam gemacht. Mehr zu der Aktion gestern und zum 24.10., der Mobilisierung gegen den „1000 Kreuze Marsch“.


Dr. Tiller posthum geehrt

Oktober 10, 2009

George Tiller hat laut Feminist daily news posthum die Ehrenmedaille der „International Federation of Planned Parenthood Foundation“ (PPFA) für „outstanding individual contribution to sexual and reproductive health“ erhalten. Dieser Preis ist eine der höchsten Auszeichnungen dieser Organisation. Dr. Tiller war der medizinische Direktor der „Women’s Health Care Services“ Klinik in Wichita, Kansas, bis er im Mai diesen Jahres von einem Abtreibungsgegner erschossen. Der Prozess des mutmasslichen Mörders, Scott Roeder, ist für Januar 2010 angesetzt.

Alexander Sanger, der Enkel von PPFA Co- Gründerin Margaret Sanger, übergab den Preis an Jeanne Tiller, die Witwe des Ermordeten, mit den Worten „for 30 years, George Tiller stood up to protests, harassment and assaults, even being wounded some years ago in a shooting. He kept his clinic doors open to give a choice to women who never imagined they would ever need it-women with a wanted pregnancy that had gone terribly awry as it progressed“.


Wien: Streit um Ehrung für Abtreibungsklinik

August 29, 2009

Das Wiener Ambulatorium für Sexualmedizin und Schwangerenhilfe „pro:woman“ – bekannt als Ambulatorium am Fleischmarkt – soll für sein dreißigjähriges Bestehen mit einem Abendempfang im Stadtsenatsitzungssaal des Wiener Rathaus geehrt werden. Diese Einrichtung war immer wieder das Ziel von Abtreibungsgegner_innen. Gegen die Ehrung läuft die katholische Kirche in Österreich Sturm.


USA: Operation Rescue bedroht Abtreibungsklinik

August 27, 2009

„Operation Rescue“ schießt sich auf Dr. Leroy Carhart und seine Klinik in Bellevue, Nebraska ein. Dieser hatte angekündigt, eine neue Möglichkeit für Spätabtreibungen zu schaffen, entweder in der geschlossenen Klinik des im Mai ermordeten Dr. Tiller in Wichita, Kansas, oder in seiner eigenen in Nebraska. Troy Newman von „Operation Rescue“ hat eine Kampagne mit dem Namen „Keep it Closed“ angekündigt, die verhindern soll, dass Dr. Carhart nirgendwo eine neue Gelegenheit für späte Abtreibungen schafft (z. Zt. gibt es nur zwei in den gesammten USA). Darüber hinaus hat Newman der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass Dr. Carhart „will soon be out of the abortion business for good.“ Der erste Schritt dieser Kampagne werden Demonstrationen und so genanntes „street counseling“ vor Carhart’s Klinik Ende August. Trotz dieser Drohungen wurde der Polizeischutz von der Klinik abgezogen. Angesichts dieser Situation hat die „Feminist Majority Foundation“ einen Spendenaufruf gestartet, um Carhart und anderen bedrohten Kliniken zu helfen.


USA: Abtreibungsarzt verliert Polizeischutz

August 15, 2009

Das Justizministerium hat die Bundespolizist:innen, die für den Schutz von Doktor Leroy Carhart verantwortlich waren, abgezogen. Carhart hat erst vor wenigen Wochen angekündigt, in seiner Klinik in Bellevue, Nebraska bald Spätabtreibungen durchführen zu wollen. Nach der Ermordung von Dr. George Tiller Ende Mai diesen Jahres, gab es nur noch 2 Kliniken dieser Art in den USA.  Obwohl Carhart nach seiner Ankündigung von anti-choice Gruppen wie „Operation Rescue“ und „Army of God“ bedroht wurde, ist die Bundespolizei bereits vor zwei Wochen von dem Klinikgelände abgezogen worden, wie RH Realitycheck berichtet . „Operation Rescue“, „Rescue the Heartland“ und „Nebraskans United for Life“ haben bereits ein „Aktionswochenende“ am 28. und 29. August vor der Klinik angekündigt. NOW, eine feministische Organisation, fordert, den Schutz der Klinik, dem Mitarbeiter_innen und Klient_innen sicherzustellen und ruft dazu auf, an diesem Wochenende ebenfalls ach Nebraska zu fahren.