Australien: Strafverfolgung wg. Abtreibung

Oktober 15, 2009

In Queensland wird einem Paar wegen angeblich illegaler Abtreibung der Prozess gemacht. Dies ist seit mehr als 20 Jahren nicht mehr vorgekommen. Mehr Infos gibt es hier und hier.


Argentinien: illegale medizinische Abtreibungen

August 17, 2009

Abtreibungen sind in Argentinien verboten, und werden nur in wenigen Ausnahmefällen nicht bestraft. Darunter fällt Vergewaltigung, wenn die Frau geistig behindert ist und ihre Eltern zustimmen. Außerdem bei Gefahr für das Leben und die Gesundheit der Frau, die anders nicht abzuwenden ist (in der Provinz Buenos Aires zählt dazu auch eine Gefahr für die psychische Gesundheit der Frau). Diese Indikationen werden sehr streng ausgelegt, außerdem ist es sehr schwer eine_n Ärzt_in zu finden, der eine legale Abtreibung durchführt. Die Zahl der illegalen Abtreibungen ist daher ziemlich hoch, das Gesundheitsministerium schätzt ca. 500.000 pro Jahr. 60.000 Frauen kämen pro Jahr ins Krankenhaus auf Grund von schwerwiegenden Problemen bei illegalen Abtreibungen. Auch die Zahl der ungewollten Schwangerschaften ist hoch: Nur eine von zehn Frauen würde gewollt schwanger, so Mabel Bianco, Mitglied im nationalen Konsortium für sexuelle und reproduktive Rechte. Einer Unicef-Studie zu Folge sei eine von zehn Toten auf Grund von Abtreibung jünger als 20 Jahre.

In dieser Situation greifen viele Frauen zur Selbstmedikamentation. Zwar ist die Abtreibungspille RU 486 in Argentinien nicht zugelassen und Mifepreston, welches die gleichen Bestandteile enthält, ist verboten, die Tabletten sind jedoch über das Internet relativ einfach zu bestellen. Werden sie aus den USA, Kanada oder Peru bestellt, kosten sie zwischen 40 und 80 Euro. Eine illegale chirurgische Abtreibung kostet dagegen zwischen 540 und 730 Euro. Wen wunderts, dass jedes Jahr 10% mehr Tabletten verkauft werden, so Zahlen der us-amerikanische FDA. Diese Jahr werden es ca 8.000 sein.


Italien: Abtreibungspille erlaubt

August 2, 2009

Gegen den heftigen Widerstand der katholischen Kirche ist in Italienn die Abtreibungspille RU 486 zugelassen worden. Bischof Luigi Negri bezeichnete die Pille sogar als „Pestizid für Menschen“.

Die italienische Gesundheitsbehörde hat am Donnerstagabend, den 30. Juli beschlossen, dass das Medikament nicht in Drogerien verkauft werden dürfe, sondern von Ärzten in einem Krankenhaus verabreicht werden müsse. Die Pille darf außerdem nur bis zur siebten Schwangerschaftswoche eingenommen werden.

Neben Irland und Portugal war Italien seit 2000 das einzige westeuropäische Land, in dem die Abtreibungspille noch nicht zugelassen war. Hintergünde zu Abtreibung in Italien findet ihr hier.


Women on waves ankern für immer?

August 1, 2009

Die niederländische Organistion Women on Waves (WOW) hat angekündig, dass ihr ‘Abtreibungsschiff’ nach zehn Jahren Aktivität vorläufig im Hafen bleibt.  Das meldet RH Reality Check. Alle geplanten Fahrten sind abgesagt worden. Die Praxis von WOW war es, Frauen aus Ländern mit restriktiven Abtreibungsgesetzen (Polen, Irland, zuletzt Spanien) mit dem Schiff in internationale Gewässer zu bringen und ihnen dort mit Hilfe der Abtreibungspille zu einem Schwangerschaftsabbruch zu verhelfen. Einerseits sollte damit den Frauen geholfen werden, andererseits die öffentliche Debatte in den betreffenden Ländern angekurbelt werden.

Durch eine Veränderung der niederländischen Gesetzgebung im Mai, mit der die Vergabe von Abtreibungspillen auf speziell akkreditierte Kliniken beschränkt, verliert WOW den Zugang zu dem Medikament. Inspektoren des Gesundheitsministeriums haben WOW sogar wegen ihrer Aktion im spanischen Valencia im Sommer letzten Jahres angezeigt. Beides gefährdet die Handlungsgrundlage  der Organisation und zwang sie eine Tour nach Nikaragua, Chile, Brasilien und Argentinien abzusagen.

Der vollständige Artikel im NRC Handelsblad (Englisch) mit einem Interview mit Rebecca Gomperts, einer der Leiterinnen von WOW.