In der grade erschienen Nr. 85 des Antifaschistisches Infoblatt gibt es einen Schwerpunkt zu Religiösen Rechten, dabei auch ein Artikel zu Abtreibungsgegner_innen. Auf der Homepage ist der Artikel Gottes journalistische Seilschaft schon zu lesen. Außerdem gibt es einen Hintergrundartikel über ‘unsere’ neue Ministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Kristina Köhler und deren Verbindungen zu Neuen Rechten.
Münster: Protestbrief an Bistum
November 28, 2009Sehr geehrter Herr Dr. Genn,
am 14. März 2009 fand in Münster ein 1000 Kreuze Marsch statt. Dabei wurde die Aegidiikirche den ProzessionsteilnehmerInnen zur Verfügung gestellt. Zu diesem Marsch hatte die Organisation Euro-Pro-Life aufgerufen, die wiederholt durch Relativierungen der Shoah und rassistisch-nationalistische Töne aufgefallen ist. Inhalt dieses Prozessionszuges war vordergründig die Bekundung von Trauer angesichts der „Tötung von ungeborenen Leben“. So symbolisiert jedes Kreuz des 1000-Kreuze-Marsches vordergründig die „Trauer“ um einen Fötus und stigmatisiert doch gleichzeitig die Frau, die einen Schwangerschaftsabbruch durchgeführt hat, zu einer „Mörderin“. Die Beschuldigungen seitens der christlichen Fundamentalist_innen gehen dabei so weit, Frauen, die sich zu einem Abbruch entscheiden, mit den SS-Wachmannschaften in Vernichtungslagern zu vergleichen. Im Zuge des 1000-Kreuze-Marsches in Münster eröffnete eine der Teilnehmerinnen, sie sei der Meinung, dass die derzeit durchgeführten Abbrüche „schlimmer“ seien als die Vernichtung des europäischen Judentums (nachzuhören auf www.gloria.tv). Den Rest des Beitrags lesen »
Mexiko: Anti-Abtreibungsgesetzgebung
November 19, 2009Nur im Distrito Federal, zu dem auch die Hauptstadt Mexiko-Stadt gehört, ist Abtreibung während der ersten 12 Schwangerschaftswochen erlaubt. Ähnliche Gesetze wie in Veracruz wurden bereits in Baja California, Campeche, Chihuahua, Colima, Durango, Guanajuato, Jalisco, Morelos, Nayarit, Oaxaca, Puebla, Quintana Roo, Querétaro, San Luis Potosí, Sonora und Yucatán erlassen. Mit der fortschreitenden Verschärfung der Abtreibungsgesetzgebung in den Bundesländern rückt auch eine Veränderung der Verfassung näher.
München: Berichte Pro Choice Demo am 24.10.
Oktober 26, 2009Am Samstag fand in München eine Demonstration für das Recht auf Abtreibung und Aktionen gegen den „1000-Kreuze-Marsch“ der selbsternannten Lebensschützer statt. 400 bis 500 Leute auf der Demonstration „MY BODY MY CHOICE“ durch den Münchener Stadtteil Westend. Gute Stimmung. Ein Kurzbericht.
Ein weiterer Bericht mit Fotos.
Ein weiterer Bericht von luzi-m.
Und hier mal alle Erfolge aufgelistet
Das Münchner Bündnis weist auch darauf hin, dass auch dieses Jahr wieder eine größere Gruppe Nazis in dem „1000 Kreuze Marsch“ mitliefen, darunter Willi Wiener von der NPD.
Auf der Demo gehaltene Redebeiträge:
SDAJ
KOFRA
Antifa NT
ASAB_M
aus Innsbruck
und das Grußwort aus Berlin vom Bündnis gegen Abtreibungsverbot und christlichen Fundamentalismus: Den Rest des Beitrags lesen »
neue Lotta: Schwerpunkt zu christlichem Fundamentalismus
Oktober 23, 2009Der Schwerpunkt der LOTTA, einer antifaschistischen Zeitung aus NRW ist in der neuen Nr. 36: Christlicher Fundamentalismus und die kirchliche Rechte. Einige Sätze aus dem Editorial: „Sowohl in der evangelischen als auch in der katholischen Kirche kämpfen rechte Kreise gegen das Vordringen der Moderne. Mehrere Regionen in NRW können als Schwerpunktgebiete des rechtsgerichteten Christentums gelten. Gründe genug, um einmal genauer hinter die Kulissen zu schauen.“
Einige Artikel sind online zu lesen, ansonsten gibt es die Zeitung in jedem gut sortierten linken Buch- oder Infoladen. An dieser Stelle sehr empfohlen!
Polin erhält Entschädigung wg. Nazi-Vergleich
Oktober 11, 2009Frauen, die abgetrieben haben, dürfen nicht als „Mörderinnen“ bezeichnet werden, dies berichtete die taz. Die Katholische Kirche der Erzdiözese in Kattowitz unterlag damit vor Gericht. Geklagt hatte Alicja Tysiac, die bei der Geburt ihres dritten Kindes fast völlig erblindete, weil ihr eine Abtreibung aus gesundheitlichen Gründen verweigert wurde. Die Richterin befand das Diözesanblatt „Der Sonntagsgast“ für schuldig, sich der „Hasssprache“ bedient zu haben. Der Chefredakteur sowie die Diözese Kattowitz als Herausgeber müssen den von der Klägerin formulierten Entschuldigungstext veröffentlichen und sich vom Vergleich Tysiac mit den KZ-Mördern von Auschwitz distanzieren. Zudem muss die Diözese der Klägerin ein Schmerzensgeld in Höhe von umgerechnet 7.500 Euro zahlen. Zwar dürften Katholiken Abtreibung als „Mord“ bezeichnen, Frauen, die aus gesundheitlichen Gründen abtreiben, jedoch nicht als „Mörderinnen“ beschimpfen. (Zur rechtlichen Situation in Polen: hier) Zusätzlich verklagte Tysiac den polnischen Staat vor dem Menschenrechtsgerichtshof in Straßburg. Dieser verurteilte Polens Regierung zu einer hohen Entschädigung und forderte sie auf, den polnischen Frauen die Möglichkeit zu geben, das Recht auf Schutz von Leben und Gesundheit auch in Anspruch zu nehmen. Daraufhin wurde sie von Teilen der polnischen Presse erneut geschmäht. Im „Sonntagsgast“ publizierten Priester Bilder von SS-Männern, wie sie sich „nach getaner Arbeit“ im deutschen KZ Auschwitz in Liegestühlen räkelten. In einem weiteren Artikel hieß es: „So wie Juden aus dem Ghetto freigekauft wurden, so müssen wir heute (…) ungeborene Kinder freikaufen und ihnen das Leben retten.“
Wien: Streit um Ehrung für Abtreibungsklinik
August 29, 2009Das Wiener Ambulatorium für Sexualmedizin und Schwangerenhilfe „pro:woman“ – bekannt als Ambulatorium am Fleischmarkt – soll für sein dreißigjähriges Bestehen mit einem Abendempfang im Stadtsenatsitzungssaal des Wiener Rathaus geehrt werden. Diese Einrichtung war immer wieder das Ziel von Abtreibungsgegner_innen. Gegen die Ehrung läuft die katholische Kirche in Österreich Sturm.
Politblogger gegen Kreuz.net
August 18, 2009Politblogger startete eine Aktion gegen das sattsam bekannte Fundi-Sammelbecken Kreuz.net. Allerdings wurde der extreme Frauenhass bzw. die Hetze gegen den legalen Schwangerschaftsabbruch, bzw. gegen Abtreibung insgesamt unter den Tisch fallen lassen. Wer sich dennoch beteiligen möchte: http://www.politblogger.net/aktion-gegen-kreuznet/
Merkel interpretiert das C…
Juli 27, 2009… in CDU an der Katholischen Akademie München.
Geilerweise zitiert sie dabei aus der neuen Enzyklika von Razinger „Caritas in Veritate“, dass „das erste zu schützende und zu nutzende Kapital der Mensch ist, die Person in ihrer Ganzheit“ und findet das super-christlich. Entschuldigt: das erste zu nutzende Kapital sei der Mensch und zwar in seiner Ganzheit, ich interpretiere: Gesamtheit? Höre ich da Humankapital? Was haben die dann gegen Embryonenforschung? Na wahrscheinlich hab ichs aus dem Zusammenhang gerissen, den könnt ihr euch hier angucken… Oder sie hats aus dem Zusammenhang gerissen, den gibt es hier.
Der Autor Alexander Kissler von kath.net hat für uns auch schon den „archimedischen Punkt“ dieser Enzyklika entdeckt: man darf nicht Trauermärsche für Wanderfrösche organisieren und Spätabtreibungen hinnehmen.
Heißer Scheiß! Heißt das man darf auch keine Trauermärsche gegen Abtreibung organisieren ohne was für die Wanderfrösche zu tun? Das sollten wir den (katholischen Fundis) am 26. September in Berlin mal erzählen. Oder wenn ich abtreibe, meinentwegen früh, ist das schlimmer, wenn ich mich auch für Tierrechte engagiere? Vielleicht sollte ich das mal einen Pastor fragen…
Katholische Kirche schlägt wieder zu
Juni 16, 2009Die bayerischen Bischöfe haben letzte Woche erklärt, ein gleichzeitiges Engagement bei der Schwangerenkonfliktberatung „Donum Vitae“ und in katholischen Laien-Gremien sei unvereinbar.
Der Verein Donum Vitae zur „Förderung des Schutzes des menschlichen Lebens“ wurde im September 1999 gegründet, nachdem der letzte Papst den katholischen Verbänden Caritas und SKM die Ausstellung der Bescheinigung einer Schwangerschaftskonfliktberatung untersagt hatte, die Voraussetzung für eine Abtreibung ist. Die Mitarbeit in diesem Verein sei nicht vereinbar mit katholischen Grundüberzeugungen, war die Begründung.
Eine mag von Schwangerschaftskonfliktberatung durch Katholik_innen halten was sie will, immerhin stellen sie die leider in Deutschland erforderlichen Beratungsscheine aus.
Holocausleugnung scheint mit katholischen Grundüberzeugungen besser vereinbar zu sein…
Verfasst von lira5
Verfasst von lira5
Verfasst von lira5 
