Peru: Zusammenstöße wegen liberalerem Abtreibungsgesetz

November 2, 2009

Die aktuelle Debatte um eine Liberalisierung des peruanischen Abtreibungsgesetzes hat heftige Kontroversen ausgelöst. DEMUS, eine feministische Organization, geht laut livinginperu.com davon auf, dass es jedes Jahr zu 376,000 illegalen Abtreibungen in Peru kommt, was die höchste Rate in Lateinamerika ist. Das bestehende Gesetz soll so geändert werden, dass Abtreibungen nach Vergewaltigung, bei schweren Mißbildungen des Fötus und Inzest erlaubt werden soll. Zur Zeit ist eine Abtreibung nur möglich, wenn das Leben oder die Gesundheit der Frau in Gefahr sind. Dagegen hat sich bereits der peruannische Justizminister, Aurelio Pastor, ausgesprochen, da die Verfassung das „ungeborene Leben“ schütze.

Im Oktober wurde der Gesetzesvorschlag von einer eigens dafür eingesetzten Kommission bestätigt, was den Weg zum Kongress freimacht. Während dieser Sitzung kam es laut BBC zu Protesten von tausenden Personen beider Fraktionen außerhalb des Gebäudes, wogegen die Polizei einschritt. Amnesty International begrüsste die geplante Gesetzesliberalisierung: „A woman or girl child who has already had her human rights violated as a result of rape, sexual assault or incest must not then have her rights further violated by being criminalised for seeking an abortion in the case of a pregnancy resulting from the original abuse.“


Spanien: Verhaftung wegen falscher Indikation

August 19, 2009

Diese Woche wurde in Malaga eine 27jährige Frau verhaftet. Die Anklage: Vortäuschen einer Straftat und Abtreibung. Sie hatte bei der Polizei angegeben, vergewaltigt worden und davon schwanger zu sein. Mit dieser Indikation und nach einer Anzeige ist es in Spanien möglich, bis zur 12. Woche abzutreiben. In einer Klinik wurde eine Abtreibung durchgeführt, es wurden psychologische Probleme auf Grund der Vergewaltigung festgestellt, so die Polizei laut El País. Jetzt will die Polizei Beweise zusammengetragen haben, dass nie eine Vergewaltigung stattgefunden habe. Angeblich hat sie sich das nur ausgedacht, um eine außereheliche Affäre vor ihrem Ehemann geheimzuhalten und die Indikation für die Abtreibung zu erhalten. In den nachfolgenden Verhören soll sie sich außerdem in Widersprüche verwickelt haben. Daraufhin wurde sie verhaftet, aber unter Auflagen wieder freigelassen. Es ist möglich, dass sie für diese „Vergehen“ mit bis zu einem Jahr Gefängnis und einem Bußgeld bestraft wird.

Die spanische Presse ist sich einig, dass diese Frau gelogen hat, da sie sich in Widersprüche verwickelt hat. Niemand kommt auf die Idee, dass es relativ normal ist, sich nach einer Vergewaltigung nicht mehr an alles so genau genau zu erinnern (oder erinnern zu wollen). Und welche posttraumatische Störung hat das psychatrische Gutachten fewstgestellt, wenn „gar nichts passiert“ ist? Und im Falle, dass sie nicht vergewaltigt wurde (was ich ihr wünschen würde): sowas bei der Polizei anzuzeigen, ist echt kein Spass! Niemand kommt auf die Idee, dass das Abtreibungsgesetz brutal restriktiv sein muss, wenn jamand so einen Weg wählt um eine ungewollte Schwangerschaft abzubrechen. Niemand fragt, was für eine Beziehung das ist, wo eine Vergewaltigung erfunden werden muß, um einen ‘Seitensprung’ zu vertuschen. Ich kann gar nicht so viel essen…