Spiegel-Interview: Späte Abtreibungen zunehmend schwieriger?

Bei Spiegel online findet sich ein Interview mit der Psychiaterin Anke Rohde über die Möglichkeiten in der BRD eine Indikation für Spätabtreibungen zu bekommen. Zwar gibt es in Deutschland keine embyopathische/’eugenische‘ Indikation, in dem Interview (wie ja auch schon während der Debatten um die Verschärfung des Schwangerschaftkonfliktgesetzes) dreht es sich aber hauptsächlich um Abtreibungen bei befürchteten Mißbildungen des Fötus.

Rohde weist vor allem auf die starken regionalen Unterschiede bei der Ausstellung einer medizinischen Indikation hin. In Bayern und anderen religiös geprägten Gegenden würden späte Abbrüche nach der 22. Woche gar nicht mehr gemacht. Außerdem liegt es komplett im Ermessen eines jeden Arztes, ob er die Beeinträchtigung für das Leben der Frau für so gravierend hält, dass er eine Indikation ausstellt. Rohde schätzt, dass weit mehr als die Hälfte aller Wünsche nach einem späten Abbruch abgelehnt würde.

Im Papier-Spiegel ist diese Woche ein Bericht über ein Paar, das keinen Arzt gefunden hat, der/die eine Indikation für eine Abtreibung ausgestellt hat. Das christliche Medienmagazin Pro berichtet darüber unter dem Titel: „Der Traum von der Abtreibung – zerplatzt“. Wer träumt schon von Abtreibung – echt ne Unverschämtheit.

Den Spiegel-Artikel muss ich aber morgen erst mal in der AGB lesen gehen. Seltsam, dass der Spiegel jetzt mit solchen Sachen kommt, wo das Gesetz durch ist. Vielleicht sollte eine noch mal darauf hinweisen, dass es immer ein Problem ist, wenn Frauen solche Entscheidungen nicht selbst treffen dürfen, sondern der Willkür von Ärzt_innen ausgeliefert sind.