Lebhafter Protest gegen radikale AbtreibungsgegnerInnen (HLI) in Graz

Seit Monaten treiben die radikalen AbtreibungsgegnerInnen von „Human Life International“ (HLI) wieder ihr Unwesen: Sie belagern eine Grazer Frauenarztpraxis und belästigen fast täglich sämtliche Patientinnen. Im Mai 2009 lehnte der Grazer Gemeinderat die Errichtung einer Schutzzone vor diesem Gebäude mit den Stimmen von ÖVP, BZÖ und FPÖ ab. Auch für Samstag, den 4. Juli, rief die HLI wieder mit einer sogenannten „Gebetsprozession“ durch die Innenstadt, zu einem Marsch zur Arztpraxis auf. Etwa 60-70 Menschen demonstrierten am Samstag vormittag bei guter Stimmung
in der Innenstadt gegen den Aufmarsch von Human Life International. Diese christlichen FundamentalistInnen belagern seit Monaten eine Frauenarztpraxis in Graz und belästigt dort Patientinnen. Wie an jedem 1. Samstag im Monat zogen sie auch diesmal mit einer Gebetsprozession durchs Zentrum in Richtung Ordination. Allerdings standen diesmal die etwa 20-30 HLI-AnhängerInnen ungefähr doppelt sovielen GegendemonstrantInnen
gegenüber. Mit Redebeiträgen, Parolen („Kein Pro-Life-Psychoterror mehr – Schutzzonen müssen her/Frauenrechte müssen her“, „Ob Kinder oder keine, entscheidet frau alleine“,…), Plakaten, Flugblättern und Transparenten begleiteten die AktivistInnen aus unterschiedlichsten Gruppen den HLI-Zug.

Die Polizei hatte der angemeldeten Gegendemo allerdings die Auflage erteilt, einem Abstand von 50 m zu den AbtreibungsgegnerInnen einzuhalten, und zwar, weil zuvor 2 Leute von HLI sich telefonisch bei der Polizei über vergangene „Begleit“-Gegendemos beschwert hatten. Einige AktivistInnen verließen aber immer wieder den Demozug, um sich mit Karton-„Sprechblasen“ neben den HLI-Zug zu stellen, um den PassantInnen die frauenverachtende und homophobe Ideologie dieser Organisation explizit vor Augen zu führen (erhielten dafür, neben Gebeten von HLI, allerdings Anzeigen von der
Polizei). Die PassantInnen reagierten auf die Flugblätter und die Aktionen zu einem größeren Teil kritisch gegenüber HLI.
Die 50-Meter-Auflage führte vor der Arztpraxis zu der kuriosen Situation, dass die Gegendemo, die voranging, vor HLI den Platz bei der Ordination erreichte. So war, um die polizeilichen Auflagen einzuhalten, der HLI-Zug gezwungen, 50 Meter entfernt, vor Notariatskammer und Kleintierpraxis, stehen zu bleiben und ihre „Andacht“ dort abzuhalten. Währenddessen besetzte die Gegendemo mit Frühstück und Musik den Parkplatz. Der Einsatzleitung dämmerte offenbar erst jetzt, dass ihr ein Fehler
unterlaufen war, denn dadurch, dass sich die Gegendemo einerseits an die vorgegebene Route (inkl. Zwischenstopp) und andererseits an die Polizeiauflage mit den 50 Metern halten „musste“, blockierten die AktivistInnen quasi auf polizeiliche Weisung den Raum vor der Arztordination. Erstmals seit Monaten war es HLI nicht möglich, diesen
Platz für sich zu beanspruchen!
Nach wenigen Minuten zogen die radikalen AbtreibungsgegnerInnen sichtlich frustriert wieder ab. Die Gegendemonstration wurde daraufhin offiziell aufgelöst. Allerdings bildeten einige Leute ein paar Straßen weiter eine Spontankundgebung, indem sie zwar ohne Sprechchöre, aber mit Plakaten und Transparenten gegenüber vom HLI-Zug gingen. Polizeieinheiten stoppten die Kundgebung am Jakominiplatz. Eine komplett überforderte Einsatzleitung erklärte die Demo für aufgelöst – allerdings, ohne dass es alle
TeilnehmerInnen hören konnten – , mit der Begründung, dass sich die TeilnehmerInnen „provokant“ verhielten. Dann nahm der Einsatzleiter die Auflösung wieder zurück, offensichtlich unsicher, ob er das tun durfte. Nachdem er sich telefonischen Rat eingeholt hatte, erklärte er die Demo doch für aufgelöst.

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