Zweifelhafte Kunstaktion: „Berlin treibt ab!“

Am Samstag gab es eine weitere Demo gegen die geplante Bebauung des Friedrichshainer bzw. Kreuzberger Spreeufers – genannt „Mediasspree“. Unter dem Namen „Megaspree“ richten sich u.a. Bürgerinitiaitven, Clubs, Kulturschaffende und mittelständische Unternehmen gegen diese Bebauung. (Ein ausführlicher Bericht findet sich bei el.)

Die geneigte Leserin fragt sich vermutlich inzwischen, was eine Demo gegen Mediaspree mit Abtreibung zu tun hat. Gar nichts. Eigentlich. Leider jedoch haben einige Menschen künstlerischen Eifer mit einer offenbar ziemlich konservativen Einstellung zu Abtreibung zusammengebracht und die Kunstaktion „Berlin treibt ab“ ins Leben gerufen. Um dies zu illustrieren liessen sie ein riesiges „Baby“ die Spree hinuntertreiben. Die Logik hinter Spruch und Aktion ist offenbar folgende: Die Kulturschaffenden am Spreeufer sind Berlins Kinder, und Abtreibung ist moralisch verwerflich und illegal. Darum soll der Staat (konkret Berlins Bürgermeister) die „Abtreibung“ der dortigen Kulturbetriebe verhindern.
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Ja, also, was soll ich dazu noch sagen? Platt ist das ganze sowieso, es offenbart einen erschreckenden Mangel an Reflektionsvermögen und ein reaktionäres Weltbild. Dass das „Baby“ auch noch die Farbe wechseln muss von braun zu weiß, macht das ganze Elend nicht besser, sondern rassistisch, wie lahmacun bemerkt. Zu betrachten ist dies in diesem entzückenden Video:

Vielen Dank an den Scheckkartenpunk für den Hinweis auf das unsägliche Theater.

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