This Service is not available – Diese Apotheke verkauft nicht die Pille danach!

In ihrer Nachbarschaft befindet sich eine Apotheke, welche die Herausgabe der „Pille danach“ verweigert.
Die Pille danach ist ein Notfall-Verhütungsmittel. Sie wird von Ärzten und Ärztinnen verschrieben, wenn ein anderes Verhütungsmittel versagt hat oder nicht richtig angewendet wurde. D.h., der Besitzer dieser Apotheke verweigert Menschen ein Medikament, das ihnen von einem Arzt/ einer Ärztin verschrieben wurde.
Warum finden wir das daneben?
Dieser Apotheker maßt sich an, die individuellen Entscheidungen von Frauen nicht anzuerkennen. Er weigert sich, ein Verhütungsmittel, das sogar ärztlich verschrieben werden muss, abzugeben. Dies ist ein Eingriff in unsere Selbstbestimmung und in die Entscheidung über unsere Körper, die wir weder von religiösen Fanatiker_innen noch von Seiten des Staates hinnehmen werden.
Es geht uns also um die Selbstbestimmung über unsere Körper und unser Leben. Dazu gehört eben auch das individuelle Entscheiden darüber keine Kinder haben zu wollen und dies gegebenenfalls zu verhindern. Die Zeiten, in denen religiöser Fundamentalismus und die damit verbundenen moralischen „Werte“ Einfluss auf unseren Alltag und unsere Leben nehmen, müssen für uns alle vorbei sein.
Leider ist religiöser Fanatismus, wie ihn dieser Apotheker auslebt, kein Einzelfall, weder in der BRD noch anderswo. Diese Apotheke warnt explizit davor, Verhütungsmittel anzuwenden. Auf Handzetteln, die Jeder und Jedem, der dort (hormonelle) Verhütungsmittel kaufen möchte, aufgedrängt werden, wird suggeriert, die Anwendung dieser Verhütungsmittel sei verantwortungslos und widerspräche dem Recht auf Leben ungeborener Kinder. Begründet wird dies damit, die Pille ebenso wie die Spirale verhindere die Einnistung befruchteter Eizellen in die Gebärmutter. Damit unterstellt der Apotheker, das Leben beginne mit der Befruchtung einer Eizelle. Dies ist zwar die Auffassung der katholischen Kirche, ist aber noch nicht mal durch die hiesigen Gesetze gedeckt. Noch nicht einmal die restriktiven deutschen Gesetze sehen vor, dass das Leben eines Menschen mit der Befruchtung der Eizelle beginnt.
Abgesehen davon bestehen wir weiterhin darauf, dass jedem Menschen die Entscheidung über seinen _ ihren Körper überlassen bleibt. Das schließt die Entscheidung über die Verhinderung, den Abbruch oder auch die Fortführung einer Schwangerschaft zu jedem Zeitpunkt ein. Dass in dieser Apotheke falsche Informationen über hormonelle Verhütungsmittel und gesetzliche Regelungen verbreitet werden und so moralischer Druck ausgeübt werden soll, ist eine Unverschämtheit. Das darüber hinaus Menschen bevormundet werden, indem ihnen Medikamente vorenthalten werden, grenzt an einen Skandal.
Der Zugang zu Verhütungsmitteln darf nicht vom religiösen Wahn Einzelner abhängen.
Diese Bevormundung eines religiösen Fanatikers ist nur eines von vielen Beispielen verblendeter Christ_innen. Auch der deutsche Staat hat es sich zur Aufgabe gemacht, in die Entscheidungsfreiheit von Individuen einzugreifen. Die Pille danach etwa ist nur durch die Verschreibung eines Arztes oder einer Ärztin zu bekommen. Das bedeutet im Zweifelsfall, dass frau sich vor einer vermeintlichen „Autorität“ für ihr Tun und Lassen, für ihre Sexualität, rechtfertigen und entschuldigen muss. Der deutsche Staat kriminalisiert Frauen, die sich für eine Abtreibung entscheiden, denn eine Abtreibung ist in Deutschland nach wie vor rechtswidrig. Straffrei bleibt die Entscheidung über den eigenen Körper nur, wenn die Frau sich einer Zwangsberatung unterzieht. Innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen kann nach dieser Beratung eine Abtreibung durchgeführt werden. Die Kosten dafür muss die Frau in der Regel alleine tragen. Das heißt: Nur durch Inkaufnahme erheblicher Schikanen haben Frauen die Möglichkeit über ihre eigene Zukunft und damit nicht zuletzt auch ihren eigenen sozialen und ökonomischen Status zu verfügen. Dass der Staat sich erdreistet, Einfluss auf unsere Entscheidung über Kinder oder keine zu nehmen, ist für uns nicht hinnehmbar. Wir akzeptieren es nicht länger, dass Frauen sich für ihre Entscheidungen rechtfertigen müssen.

Alle Menschen müssen über sich und ihren Körper selbst entscheiden können.
Verhütungsmittel und Informationen über sexuelle und reproduktive Gesundheit müssen allen Menschen frei zugänglich sein.
Sichere Abtreibungen dürfen weder eine Frage staatlicher Erlaubnis noch der ökonomischen Situation sein.
Die Entscheidung für oder gegen Kinder darf nicht abhängen von ökonomischen Zwängen.

Gegen jeden gesellschaftlichen, staatlichen oder religiösen Zugriff auf die individuelle Entscheidungsfreiheit! Für die ersatzlose Streichung des § 218 (stgb)!

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