Pressemitteilung des Bündnisses Gegen Abtreibungsverbot und christlichen Fundamentalismus

Pressemitteilung
Kundgebung: 1000 Kreuze in die Spree – Abtreibungsverbot abschaffen! Gegen christlichen Fundamentalismus!
Protest gegen radikale AbtreibungsgegnerInnen

Berlin, 27.09.2009

Am 26. September 2009 protestierten ca. 500 Menschen gegen den „1000 Kreuze Marsch“ christlicher Fundamentalisten in Berlin. Unter dem Motto „1000 Kreuze in die Spree – Abtreibungsverbot abschaffen! Gegen christlichen Fundamentalismus!“ hatte ein Bündnis aus feministischen und antifaschistischen Gruppen zu den Protesten aufgerufen.

Der „1000 Kreuze Marsch“ des Bundesverbands Lebensrecht (BvL) soll an die 1000 Abtreibungen erinnern, die angeblich an jedem Werktag in Deutschland durchgeführt werden. Den Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu folge finden allerdings nicht mal halb so viele Abtreibungen statt. Die beteiligten Gruppen dieses „Schweigemarsches“ bezeichnen sich selbst als Lebensschützerinnen und Lebensschützer. Dabei geht es ihnen auf der Grundlage eines christlich-fundamentalistischen Weltbildes um das Verbot und die Bestrafung von Abtreibungen.

Gegen eine weitere Einschränkung des Rechts auf Abtreibung und gegen ein christlich-fundamentalistisches Weltbild protestierten FeministInnen und AntifaschistInnen laut, bunt und mit kreativen Aktionen. In den Redebeiträgen der verschiedenen Gruppierungen wurde auf die Verschärfung des Schwangerschaftskonfliktgesetzes ebenso eingegangen wie auf die evangelikale Szene in Deutschland und die Umtriebe von AbtreibungsgegnerInnen im internationalen Kontext.

Auch der „Schweigemarsch“ der AbtreibungsgegnerInnen vom Neptunbrunnen zum Bebelplatz wurde kritisch begleitet. Der Marsch wurde zeitweise blockiert, nach Informationen des Bundesverbands Lebensrecht wurden etwa ein Dutzend Kreuze entwendet und in die Spree geworfen. Der Schweigemarsch wurde von Pfiffen und Sprechchören begleitet, die sich kritisch zu Fundamentalismus, Bevormundung von Frauen und Homophobie äußerten.

Nach Angaben des BvL nahmen etwa 1200 Menschen am Trauermarsch der AbtreibungsgegnerInnen teil. Nach dem der BvL die Gegenproteste im Vorfeld als „linksautoritär“ und „antidemokratisch“ bezeichnet hatte, sprach der neue Vorsitzende des BVL, Martin Lohmann, nun von den Aktivitäten der „Lebensschützer“ als gewaltfrei und tolerant. Diese Toleranz endet allerdings, wenn es darum geht, das Selbstbestimmungsrecht von Frauen anzuerkennen. Auch die Gewaltfreiheit nahmen sich nicht alle TeilnehmerInnen des 1000 Kreuze Marsches zu Herzen. So wurde eine schwangere Frau von einem christlichen Teilnehmer mit einem der 1000 Kreuze auf den Arm geschlagen, begleitet von den Worten „Im Namen des Herrn!“. So sieht die Toleranz und Gewaltfreiheit aus, die uns die christlichen Fundamentalisten bieten.

Sarah König, Sprecherin des Bündnisses gegen Abtreibungsverbot und christlichen Fundamentalismus, sagt: „Wir haben heute gezeigt, dass wir uns laut und kreativ gegen eine Verschärfung des §218 und gegen eine christlich-fundamentalistische Ideologie wenden, die unser Recht, selbst über unsere Leben und unsere Körper zu entscheiden, einschränken will. Die selbsternannten Lebensschützer konnten heute ihre patriarchalen und homophoben Ansichten nicht unwidersprochen auf die Straße tragen. Auch in Zukunft werden wir selbsternannte Lebensschützer und christliche FundamentalistInnen kritisch begleiten.“

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