Abtreibungsarzt in USA unter Druck

Nachdem Dr. George Tiller im Mai erschossen wurde, ist Dr. Carhart einer der wenigen verbliebenen Ärzt_innen in den USA, die noch Spätabtreibungen vornehmen. Seit dem Tod von Dr. Tiller beschäftigt Carhart zwei Angestellte in Tillers Klinik, und bildete seine eigenen Angestellten in seiner Klinik in Bellevue, Nebraska für Spätabtreibungen aus. „Es gibt den Bedarf, und ich sorge mich darum,“ wird der Arzt von der New York Times zitiert.
Die NYT schreibt weiter:

Abtreibungsgegner_innen, die Jahrzehnte der Aufgabe gewidmet haben, mit Protesten und Aufrufen zu polizeilichen Ermittlungen Dr. Tillers Praxis stillzulegen, verwenden ihre Kraft nun darauf, Dr. Carhart zu stoppen. Troy Newman, der Präsident von „Operation Rescue“, einer Anti-Abtreibungsgruppe, sagte, dass er in den vergangenen Monaten sechsmal nach Bellevue, Nebraska gereist sei. Er stellt den 50.000-Einwohner-Ort als neues Schlachtfeld in seinem Kampf gegen Abtreibung dar. „Wir versuchen, Anklagen gegen ihn zu erwirken, seine Lizenz ungültig zu machen und die Gesetzgeber dazu zu bringen, die Gesetze zu beachten,“ sagte Mr. Newman über Dr. Carhart.


Newman hat eine Beschwerde gegen Carhart beim Generalstaatsanwalt von Nebraska, Jon Bruning, eingereicht, wegen angeblich fehlerhaften Operationsmethoden und unhygienischen Verhältnissen in seiner Klinik. Die Behörden wollten sich nicht dazu äußern, ob es ein Ermittlungsverfahren gegen Dr. Carhart gibt, betonten jedoch, dass es bislang keinerlei disziplinarische Maßnahmen gegen Dr. Carhart gab.
Derweil hat der Arzt die Sicherheitsmaßnahmen in seiner Klinik verstärkt: Metalldetektoren und Kameras sowie ein Sicherheitsberater sollen für Sicherheit sorgen. Carhart selbst meidet die Öffentlichkeit, geht nur selten in Restaurants, und wenn dann nicht länger als eine halbe Stunde. Seine Tochter heiratete diesen Herbst aus Sicherheitsgründen auf einer Militärbasis.

“Sie hatten mich noch nie so sehr im Visier wie jetzt“, sagt Carhart über die Abtreibungsgener_innen. „Aber für mich wäre die gefährlichste Reaktion darauf, mit meiner Arbeit aufzuhören. Der Gedanke, dass der Mord an Dr. Tiller zu Schließung noch einer weiteren Klinik führen könnte – das ist für mich der Hauptgrund, meine Klinik weiter zu betreiben.“

schreibt die NYT weiter. Den ganze Artikel gibt es hier.
Auf Facebook gibt es eine Gruppe „Supporting Dr. Carhart against Anti-Choice-Protesters“ und auch bei „Physicans for Reproductive Choice and Health“ kann man Unterstützung für Dr. Carhart zum Ausdruck bringen.
via mädchenblog