Irinnen klagen vor dem Europäischen Menschenrechtsgerichtshof

Der Deutschlandfunk berichtet:

Der Europäische Menschenrechtsgerichtshofs in Straßburg beschäftigt sich mit dem irischen Abtreibungsverbot. Ausgangspunkt sind drei Klagen von Frauen, die sich in ihrem Recht auf Privat- und Familienleben verletzt sehen.

Die drei Frauen, die in Straßburg gegen die irischen Abtreibungsgesetze klagen, sind Härtefälle im Wortsinn: Die eine fürchtete eine Risikoschwangerschaft und Gefahr für das eigene Leben. Die andere war eine ehemalige Alkoholikerin, die wegen ihrer Sucht ihre vier Kinder an eine Pflegefamilie abgeben musste. Seit Jahren versucht sie, die Kinder zurück zu bekommen. Die dritte Klägerin war vor ihrer Schwangerschaft an Krebs erkrankt und fürchtete, die Behandlung schade dem Fötus. Alle drei reisten zu Abtreibungen nach Großbritannien und werfen nun dem irischen Staat vor, er habe sie durch die strenge Gesetzgebung stigmatisiert, gedemütigt und in ihrer Gesundheit gefährdet.

Irland erlaubt Abtreibungen nur in extremen Ausnahmefällen, also dann, wenn etwa das Leben der Mutter gefährdet ist oder klar erkennbare Selbstmordabsichten bestehen. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte wird nicht über die irischen Gesetze urteilen, sondern darüber, ob in den konkreten Fällen die Menschenrechte verletzt worden sind.

Das Interview mit dem Deutschalndfunkkorrespondenten Martin Alioth kann hier nachgehört werden.

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