„Embryonenoffensive“ im Saarland

Der Verein Durchblick e.V./ bringt auf den ersten Blick die übliche „Lebensschützer“-Propaganda, in halbwegs schickem Design pseudo-objektiv aufbereitet: Eine Schwangerschaft sei vom Moment des „Verschmelzens“ von Samenzelle und Ei als menschliches Leben zu betrachten, die Dunkelziffer für Abtreibungen in Deutschland sei unglaublich hoch, und nach einer Abtreibung drohe der Frau das angebliche Post Abortion Syndrom.

Saarländer_innen flatterte allerdings kürzlich ziemlich fragwürdige Post von Durchblick ins Haus: Zusammen mit einem Infoflyer werden insgesamt 300.000 Plastikembryonen verschickt, die Hälfte davon ist bereits in saarländischen Briefkästen gelandet. In dem Infoflyer werden fehlerhafte Informationen zu den Abtreibungszahlen in der BRD und die angeblichen psychischen Folgen von Abtreibungen – die als „vorgeburtliche Kindstötugnen“ bezeichnet werden, verbreitet. Ina anderen Worten: es handelt sich zum recht teur Schock-Propaganda. Die katholische Kirche kommentierte die Aktion so:

„Auf Presseanfragen, die Anfang der Woche bei der Pressestelle des Bistums Trier im Blick auf die Aktion des Vereins „Durchblick“ (Embryonenoffensive) eingingen, hat die Pressestelle neben einem klaren Bekenntnis zum Schutz des Lebens die Aussage gewählt, dass „wir (also das Bistum Trier) die konkrete Aktion des Vereins ‚Durchblick‘ nicht für den geeigneten Weg halten, um auf die Würde und den Schutz des ungeborenen Lebens und die Problematik von Abtreibungen hinzuweisen.“

Diese Stellungnahme hat zu einzelnen heftigen Reaktionen von außen und zu internen Diskussionen im Bistum Trier geführt. Im Zuge dieser Meinungsbildung muss die Position des Bistums zu dieser Aktion wie folgt korrigiert werden:
Das Bistum Trier und Bischof Dr. Stephan Ackermann halten die Aktion zwar für provokant, sehen aber keine Veranlassung, sie abzulehnen.“



Nun ja … der Deutschlandfunk brachte ein recht hörenswertes Feature zu dem Vorfall:
Deutschlandfunk: Embryonenoffensive

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