Abtreibungs“tourismus“ aus Polen

Da Abtreibungen in Polen in beinahe allen Fällen illegal sind und sich immer weniger Ärzte bereit finden, Abtreibungen durchzuführen, nehmen die Reisen von ungewollt schwangeren Frauen nach Deutschland zu. In der Berliner Zeitung gab es dazu heute eine Reportage.

Ein solcher Eingriff wäre in Krawczyks Heimatland nicht möglich gewesen. Das in Polen geltende Abtreibungsrecht ist eines der restriktivsten in Europa und lässt einen Schwangerschaftsabbruch nur in wenigen Ausnahmefällen zu. Es war wohl die katholische Kirche mit im Spiel, als das Gesetz 1993 eingeführt wurde. Zu mehr Kindersegen hat es aber nicht geführt. Die Geburtenrate in Polen ist ähnlich niedrig wie die in Deutschland, und die Frauen entscheiden sich auch immer später für ein Kind. Bis zu 200.000 Schwangerschaften werden jährlich abgebrochen, schätzt die polnische Föderation für Frauen und Familienplanung – die meisten illegal im Untergrund in Polen. Doch zunehmend fahren die Frauen dafür ins Ausland. Etwa jede siebte Abtreibung wird in Großbritannien, Österreich, den Niederlanden oder Deutschland vorgenommen. Vor allem in den grenznahen Krankenhäusern in Schwedt, Berlin und Prenzlau boomt der Abtreibungstourismus.
„Es hat sich unter den Polinnen herumgesprochen, dass Abtreibungen bei uns auch für sie legal sind“, sagt Janusz Rudzinski, Gynäkologe an der Frauenklinik in Prenzlau. Voraussetzung ist, dass sie sich vorher beraten lassen. 300 solcher Patientinnen hatte Rudzinskis Klinik im vergangenen Jahr. Dieses Jahr waren es bereits 600, schätzt der aus Polen stammende Arzt. Der Eingriff kostet 410 Euro. Die Frauen kommen aus ganz Polen.

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