Münster: 1000 Kreuze Marsch erfolgreich gestört

19. März 2012
Zum wie­der­hol­ten Mal zogen am 10. März 2012 christ­lich-fun­da­men­ta­lis­ti­sche Ab­trei­bungs­geg­ner_in­nen unter dem Motto „1000 Kreu­ze für das Leben“ durch Müns­ters In­nen­stadt.

Das Bünd­nis „gegen 1000 Kreu­ze“, hat auch in die­sem Jahr zu krea­ti­ven Pro­tes­ten mo­bi­li­siert und de­mons­trier­te für das un­ein­ge­schränk­te Selbst­be­stim­mungs­recht der Frau.

Schon vor Be­ginn der Ver­an­stal­tun­gen wurde die In­nen­stadt von einem Groß­auf­ge­bot der Po­li­zei ab­ge­rie­gelt. Diese ging, ähn­lich wie bei den Pro­tes­ten gegen den Na­zi­auf­marsch am 3.3. in Müns­ter, un­nö­tig ag­gres­siv und rup­pig gegen die Ge­gen­de­mons­tran­t_in­nen vor. Er­neut wur­den 3 Ge­noss*innen fest­ge­nom­men und dabei ge­schla­gen und ge­tre­ten.

Die etwas über 100 An­hän­ger_in­nen der christ­lich-fun­da­men­ta­lis­ti­schen Or­ga­ni­sa­ti­on „Eu­ro­Pro­Li­fe“, die größ­ten­teils von au­ßer­halb Müns­ters an­reis­ten, sam­mel­ten sich um 14:30 Uhr an der Ae­gi­di­kir­che und wur­den von den ca. 150-200 Ge­gen­de­mons­tran­t_in­nen emp­fan­gen, die ihren Unmut über den mit­tel­al­ter­li­chen Kreuz­zug laut­stark und krea­tiv zum Aus­druck brach­ten.

Trans­pa­ren­te und Schil­der mit Auf­schrif­ten wie „mein Kör­per ge­hört mir“ oder „Don’t pray, go gay!“ wur­den ge­zeigt, zahl­rei­che Tril­ler­pfei­fen und Pa­ro­len wie „Kein Gott- Kein Staat- Kein Va­ter­land- Ab­trei­bung in Frau­en­hand“ waren zu hören, ein Chor stimm­te das sa­ti­ri­sche Lied „every sperm is sa­cred“ aus dem Film „Der Sinn des Le­bens“ von Mon­thy Py­thon an und per­form­te ab­ge­wan­delt den „Je­sustanz“ von Bibel.tv.

Die Ab­trei­bungs­geg­ner_in­nen setz­ten sich gegen 15 Uhr in Be­we­gung, und wur­den die ge­sam­te rest­li­che Stre­cke durch viel­fäl­ti­ge, kri­ti­sche und krea­ti­ve Ak­tio­nen der Ge­gen­de­mons­tran­t_in­nen be­glei­tet. Er­staun­lich agres­siv re­agier­ten die­ses Jahr Teile der Müns­te­ra­ner Be­völ­ke­rung an der Weg­stre­cke, vor allem in den Ein­kaufs­pas­sa­gen auf die Pro­tes­te.

Be­tei­li­gung von Rechts­au­ßen
Wäh­rend schon in den letz­ten Jah­ren ein­zel­ne Neo­na­zis der Grup­pe „Na­tio­na­le So­zia­lis­ten Müns­ter“ sowie der NPD-Ju­gend­or­ga­ni­sa­ti­on „Junge Na­tio­nal­de­mo­kra­ten“ bei den christ­li­chen Fun­da­men­ta­lis­t_in­nen mit­lie­fen, rief die­ses Jahr die ex­trem rech­te Or­ga­ni­sa­ti­on „pro NRW“ zum 1000-Kreu­ze-Marsch mit auf und be­tei­lig­te sich an dem Auf­marsch.
Dies über­rascht kaum, da die christ­lich-fun­da­men­ta­lis­ti­sche Szene frau­en­feind­lich, ho­mo­phob und völ­kisch ar­gu­men­tiert und mit Aus­sa­gen wie „ein Volk stirbt im Mut­ter­leib“ ul­tra­kon­ser­va­ti­ve An­schau­un­gen ver­brei­tet und sich den Er­halt der „ei­ge­nen Rasse“ zur Auf­ga­be macht.

Auch ein stadt­be­kann­ter Ver­tre­ter der rech­ten Platt­form PI-News war wie­der ein­mal unter den Kreuz­trä­ger*innen zu fin­den.

Ins­ge­samt ein ge­lun­ge­ner Tag, der abends in der Ba­ra­cke mit einem Kon­zert sei­nen Aus­klang fand. Damit ist der ak­ti­ons­rei­che März in Müns­ter auch vor­erst be­en­det.

Quelle

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