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Anton Losinger radikaler Abtreibungsgegner

Anton Losinger (56) will mit der Europäischen Bürgerinitiative Einer von uns (One of us) vergewaltigten Frauen in Entwicklungsländern die Möglichkeit zu einem Schwangerschaftsabbruch nehmen. Der Hardliner in der katholischen Kirche, der als einflussreicher Berater der Bundesregierung im Deutschen Ethikrat sitzt, hat das katholische Sozialwerk Kolping verpflichtet, seine über 250.000 Mitglieder zur Stimmabgabe für die unmoralische Petition aufzurufen. Im Streit zwischen Greenpeace und dem Bonner Stammzellenforscher Prof. Oliver Brüstle hatte der Europäische Gerichtshof entschieden, dass menschliche Zellen nicht patentierbar sind. Radikale Abtreibungsgegner_innen berufen sich nun auf dieses Urteil und instrumentalisieren es für ihre perfiden Ziele. Mit dem Appell „Stoppt EU-Gelder für Embryonen-Versuche und Klonen“ will die Europäische Bürgerinitiative Einer von uns (One of us) eine Million Unterschriften sammeln, davon 75.000 in Deutschland, um eine Gesetzesänderung auf EU-Ebene zu erreichen. Bei der durchaus unterstützenswerten Forderung handelt es sich jedoch um einen plumpen Etikettenschwindel. Die geforderten Bezuschussungsverbote stellen schon heute geltendes europäisches Recht dar, übrigens eingebracht von den politischen Linken und nicht von heuchlerischen Moraltheolog_innen wie Anton Losinger.

Die wahren Absichten der Europäischen Bürgerinitiative Einer von uns (One of us) finden sich erst im Kleingedruckten. Die Einreichungsdokumente enthalten einen Verordnungsentwurf, dessen Formulierung im Erfolgsfall alleine maßgeblich sein wird. Darin ist zwar einleitend die Rede von menschlichen Embryonen und embryonalen Stammzellen, das Hauptansinnen weist aber in eine völlig andere Richtung. „Die Entwicklungshilfe der Union auf der Grundlage der vorliegenden Verordnung darf nicht zur Finanzierung von Abtreibungen verwendet werden, sei es direkt oder indem Organisationen finanziert werden, die Abtreibungen durchführen oder fördern“, so der Wortlaut im letzten und entscheidenden Absatz des Rechtsaktentwurfs.

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