VA 18.09.: antifeministische Mobilisierungen in Europa

Zur Stimmungsmache gegen Feminismus, Vielfalt und reproduktive Rechte. Präsentation einer Studie und Diskussion, Berlin, 18. September 2014

Konservative Fans so genannter „traditioneller Familienwerte“, fundamentalistische Christ_innen, alte und neue Rechte mobilisieren besorgte Eltern in Stuttgart gegen die Thematisierung von sexueller Vielfalt im Schulunterricht. Auch in Köln, Leipzig und München fanden schon sogenannte „Demos für alle“ statt. Vorbild ist Frankreich, wo im vergangenen Jahr Hunderttausende unter diesem Motto gegen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare protestierten. Schreckgespenst dort wie hier ist die „Gender-Ideologie“, die für den angeblichen Zerfall der Familie, Homosexualität und den von Konservativen beklagten allgemeinen Werteverfall verantwortlich gemacht wird. Gleichzeitig steht Spanien kurz davor, das Recht auf Abtreibung und damit die reproduktiven Rechte von Frauen stark einzuschränken. In dieser emotional aufgeheizten Stimmung bilden sich überraschende Allianzen. Sogar im Europaparlament finden sich Bündnispartner, die diese Stimmungen aufnehmen und entsprechend Politik machen wollen. Seit der letzten Europawahl sind dort einige neue Parteien mit geschlechterpolitisch reaktionärer Agenda vertreten, so aus Deutschland die AfD.

Vorgestellt wird die Studie von Andreas Kemper zur AfD. Außerdem werden verschiedenen Perspektiven bei einer Podiumsdiskussion zusammenkommen. Beleuchtet werden die aktuellen Entwicklungen in Deutschland und Europa in Bezug auf Geschlechtergerechtigkeit, reproduktive Rechte und den Abbau von Diskriminierung und Homophobie. Konkret werden Erfahrungen aus BaWü zu den „Bildungsplan“-Demonstrationen, aus Frankreich zu den „Manif pour tous“, aus Berlin zum „Marsch für das Leben“, und aus Brüssel zu den antifeministischen Netzwerken im & um das Europaparlament diskutiert.

18. September 2014, 18- 20.30 Uhr, Friedrich-Ebert-Stiftung, Hiroshimastr. 28, Berlin
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