LOTTA #57 ist erschienen: Antifeminismus!

Am heutigen 1. November 2014 ist die 57. Ausgabe der „LOTTA – antifaschistische Zeitung aus NRW, Rheinland-Pfalz und Hessen“ erschienen. Die LOTTA wird von einem ehrenamtlich arbeitenden Redaktionskollektiv herausgegeben und berichtet dreimonatlich über die Aktivitäten, Strukturen und Hintergründe der extremen Rechten sowie deren gesellschaftlichen Anknüpfungspunkte. Neben Rubriken wie „Extreme Rechte“, „(Anti-)Rassismus”, „Gesellschaft” und „Geschichte” widmet sich jede Ausgabe einem Schwerpunktthema.

In der aktuellen Ausgabe haben wir uns dem Thema „’Kampf dem Genderismus’ – Antifeminismus als Scharnier zwischen extremer Rechter, Konservatismus und  bürgerlichem Mainstream” gewidmet. Im Kampf gegen einen angeblichen „Genderismus“ sind Allianzen entstanden, die vom konservativen Feuilleton über christlich-fundamentalistische Gruppierungen, die „Alternative für Deutschland“ und mit ihr verbundene Netzwerke und die „Neue Rechte“ bis zur Neonazi-Szene reichen. Die Agitationsfelder sind vielfältig,„Frühsexualisierung“, „Väterrechte“, Gender Mainstreaming, Homosexuellen-Ehe sind nur einige prominente Beispiele. Im Internet ist ein breites Netz an Organisationen, Initiativen und Foren entstanden. Mittlerweile hat sich diese Bewegung auch auf der Straße formiert und zeigt sich bei den jährlichen „1000 Kreuze Märsche“ fundamentalistischer AbtreibungsgegnerInnen in Münster, Berlin, Fulda und München oder den Demonstrationen der „Initiative Besorgte Eltern“. Antifeminismus und eine binäre Geschlechterordnung stellen zum einen die Grundlage konservativer bis extrem rechter, völkischer Weltbilder dar, sind aber darüber hinaus fest im gesellschaftlichen Mainstream verankert.

Die gegenwärtigen Auseinandersetzungen zeigen einmal mehr, wie wichtig feministische Positionierung und Praxis sowie deren Verknüpfung zur antifaschistischen Arbeit ist. Also … still loving feminism!

Im Einzelnen umfasst der 16-seitige Schwerpunkt folgende Artikel:

Juliane Lang gibt in ihrem Artikel einen Überblick über extrem rechte Geschlechterpolitiken und ihre Anschlussfähigkeiten

Die geschlechterpolitischen Standpunkte der „Alternative für Deutschland“ beleuchtet Paula Stern – und zeigt deren Relevanz innerhalb der Partei auf

Hinrich Rosenbrock befasst sich in seinem Artikel mit dem Antifeminismus der selbsternannten „Maskulisten“, die Männer als Opfer des Feminismus stilisieren

Verena Grün und Lucius Teidelbaum nehmen die Mobilisierungen gegen „Frühsexualisierung“ in Köln und Stuttgart unter die Lupe und zeigen auf, aus welchen Milieus sich der Protest speist

Das große Vorbild der antifeministischen Mobilisierung sind die Massendemonstrationen gegen die gleichgeschlechtliche Ehe in Frankreich. Bernard Schmid schildert deren gesellschaftliche Verankerung und die Verbindungen zur extremen Rechten

Das komplette Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe ist auf dem Blog „NRW Rechtsaußen“ einzusehen : http://nrwrex.wordpress.com/2014/10/23/in-eigener-sache-editorial-und-inhaltsverzeichnis-der-neuen-lotta-57/

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