Inhaftierte Frauen in El Salvador unterstützen!

El Salvador hat eines der repressivsten Abtreibungsgesetze weltweit. Eine Schwangerschaftsunterbrechung ist in diesem Land unter allen Umständen verboten, selbst nach einer Vergewaltigung oder bei Gefahr für das Leben der Frau. Zwei bis acht Jahre Haft stehen auf eine Abtreibung. Nach der 22. Schwangerschaftswoche wird diese sogar als Mord gewertet und mit 30 oder mehr Jahren Gefängnis geahndet.

Doch damit nicht genug: Viele Frauen sind inhaftiert und wegen Mordes verurteilt, die gar keine Abtreibung vorgenommen, sondern eine Früh- oder Fehlgeburt erlitten haben. Häufig sind es Frauen aus armen Verhältnissen, die keinen oder nur unzureichenden Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Medizinisches Personal, bei denen sie Hilfe suchten, unterstellten ihnen Abtreibung und zeigten sie an. Danach trafen die Frauen auf Staatsanwälte und Richter, die ihre Fälle unzureichend untersuchten und voller Vorurteile urteilten.

Denn in den kommenden Wochen soll die Entscheidung über die ausstehenden Gnadengesuche fallen – und der Druck aus Deutschland ist enorm wichtig im Kampf für die Verteidigung der Rechte der Frauen auf Selbstbestimmung und Freiheit.

Öffentlicher Druck wirkt – erste Erfolge!
Die Kampagne in El Salvador und die Unterstützung aus Deutschland haben dazu beigetragen, dass das Parlament die Gnadengesuche für die 17 Frauen, bei denen alle Rechtsmittel bereits ausgeschöpft sind, zügig an den Obersten Gerichtshof weitergeleitet hat. Dieser muss sich nun für eine Begnadigung aussprechen.

Die Zeit drängt!
Während im November 2014 eine Frau frei kam, deren Haftzeit abgelaufen war, warten die anderen 16 Frauen weiterhin auf eine Entscheidung über Ihren Antrag auf Begnadigung. Doch bis vor kurzem haben die Obersten Richter und Richterinnen diesen Prozess blockiert, obwohl Sie laut Gesetz längst hätten reagieren müssen. In den kommenden Wochen soll nun aber über die Fälle entschieden werden.

Daher gibt es jetzt (erneut) eine e.mail-Aktion, um internationalen Druck aufzubauen. Macht mit! Hier!