Das Tolle an Fliegen ist…

von Ivo Bozic via facebook

Das Tolle an Fliegen ist, dass man schon allein, wenn man ihren Namen kennt, eine ungefähre Vorstellung davon hat, was diese kleinen Viecher die meiste Zeit so treiben. Bei Blattschneiderameisen und Klapperschlangen ist es ähnlich. Unser Lieblingstierchen aber heißt PETER SINGER; über ihn ist leider nicht bekannt, ob er gerne unter der Dusche singt. Bekannt ist jedoch, dass der Philosoph der Tierrechtsbewegung am 26. Mai in Berlin einen Preis erhalten wird und dieser Preis wiederum heißt wie der Preisträger: Peter-Singer-Preis. Wie praktisch!

Der Stifter dieses Preises heißt Dr. med. Walter Neussel. Und auch das ist überaus aufschlussreich, denn der Mann heißt nicht nur Dr. med., er ist es auch. Also genau wie bei der Blattschneiderameise! Der Anästhesist ist inzwischen Rentner und hat 10.000 Euro angespart, die er nun auslobt für „Strategien zur Minderung des Tierleids“. Das kann man verstehen, denn Herr Dr. med. usw. schreibt: „In meinem beruflichen Werdegang als Anästhesist, Intensivmediziner und Notarzt standen Schmerzausschaltung und schnellstmögliche Notfalltherapie im Vordergrund“. Man könne ihm „also jetzt, wenn ich mich nach meiner Pensionierung eher der Minderung von Schmerz und Leid bei Tieren widme, gerechterweise nicht vorwerfen, dass ich mich weniger um menschliches Leid als um Tierleid gekümmert habe“.

Sicher nicht! Allerdings ist nicht bekannt, dass sich Peter Singer jemals für Lachgas im Giraffenhaus ausgesprochen hat. Anästhesie war Herrn Neussels Weg, sich gegen menschliches Leid zu engagieren, aber bei Tieren denkt er da schon politischer. „Wie konnte es geschehen, dass sich nach dem 2. Weltkrieg eine Massentierquälerei gigantischen Ausmaßes in immer brutalerer Ausprägung global durchsetzen konnte?“, fragt er. Die Antwort freilich hat er selbst gegeben: Bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs lief’s für die Tiere nämlich supi. Und für die Menschen? Gab’s Äther – oder Euthanasie oder KZ oder die Front. Schmerzausschaltung stand jedenfalls im Vordergrund.

Schmerzempfindlichkeit, beziehungsweise Leidensfähigkeit, ist der Dreh- und Angelpunkt der Ethik Peter Singers. Wer gerade in Narkose liegt, gilt demnach eigentlich nicht als lebenswert. Aber so hat der Starveganer das natürlich nicht gemeint. Doch weil seine Ethik letztlich auf eine Rechtfertigung von Euthanasie hinauslaufe, gibt es immer wieder Proteste gegen Singer. Auch vor der Berliner Urania soll am 26. Mai demonstriert werden. Drinnen hält dann derweil Michael Schmidt-Salomon von der Giordano-Bruno-Stiftung die Laudatio, bevor Stefan Bernhard Eck von der Tierschutzpartei – inzwischen ausgetreten und parteilos im Europaparlament – am Rednerpult stehen wird. 2006 stand Eck vor dem KZ Dachau mit einem Plakat: „Für Tiere ist jeden Tag Dachau“. Zum Schluss der Veranstaltung redet Singer selbst, denn auf einer Veranstaltung bei der vom Trägerverein bis zum Preis alles nach ihm benannt ist, sollte er nicht fehlen. Die Blattschneiderameise muss schließlich auch das Blatt schneiden.

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