Salzburg: Pro-Choice-Demo am 25. Juli

Gegen den für den 25. Juli angekündigten „Gebetszug 1000 Kreuze für das Leben“ in Salzburg wird es eine feministische Demonstration und den Aufruf zu Aktionen geben. Auf der Seite des Infoladen Salzburg gibt es weitere Informationen. Die Genoss_innen haben auch eine interessante Broschüre erstellt.

Hier ist das Inhaltsverzeichnis:

WIR SOGNS GLEI, WIR WOANS!
WOGEGEN WIR KÄMPFEN
WOFÜR WIR KÄMPFEN
GEGNER_INNEN – WHO IS WHO DER FUNDIS
VERBÜNDETE, MITSTREITER_INNEN, SOLIDARITÄTEN
CHRONOLOGIE – PROTESTE IN SALZBURG SEIT 2008
QUELLEN, LINKS, LESETIPPS
GLOSSAR
ANARCHAFEMINISTISCHES GEBETSBUCH

Und hier der Aufruf

Jedes Jahr im Sommer wird die Salzburger Altstadt Bühne eines befremdlichen Spektakels. Damit sind hier nicht die Salzburger Festspiele gemeint, sondern der sogenannte „Gebetszug 1000 Kreuze für das Leben“ ultra-religiöser FundamentalistInnen. Weiße Holzkreuze tragend ziehen selbsternannte „Lebensschützer“ dabei durch die Gassen. Der Zweck ihres Auftrittes: Propaganda gegen Schwangerschaftsabbrüche, gegen reproduktive Selbstbestimmung und gegen Emanzipation ganz allgemein. Dem wollen wir entgegentreten. Wir rufen zu einer Pro-Choice-Demo und vielfältigen Gegenaktivitäten auf.
Der Marsch in Salzburg ist in Österreich das einzige Event der klerikal-faschistischen AbtreibungsgegnerInnen, welches nach dem Muster der „1000 Kreuze Märsche“ stattfindet. Organisiert werden diese von EuroProLife (Lebenszentrum München), in Salzburg gemeinsam mit Human Life International (HLI, Lebenszentrum Salzburg). Der „1000 Kreuze Marsch“ in Salzburg ist ein Treffen christlicher AntifeministInnen aus Österreich, Bayern und Südtirol.

Von Anfang an wurde Widerstand von Pro-Choice-Seite auf die Beine gestellt. Klar, dass das weder den AntifeministInnen von HLI und Co., noch den Vertreter_innen der Staatsgewalt schmeckt. Die Bullen reagierten in den letzten drei Jahren mit Festnahmen auf den (pro-)feministischen Widerstand. Sie haben es darauf angelegt, unseren Handlungsspielraum kontinuierlich einzuschränken: vor drei Jahren gab es noch zwei Festnahmen, im Jahr darauf waren es 36. Letztes Jahr wurden zehn Pro-Choice-Aktivist_innen schon wegen des bloßen Rufens von Parolen („Hätt’ Maria abgetrieben wärt ihr uns erspart geblieben“) festgenommen. Vier Festnahmen in Handschellen gab es wegen Verstoßes gegen die Straßenverkehrsordnung.

Je fadenscheiniger die Gründe für Festnahmen umso grantiger werden wir. Wir sind entschlossen, uns heuer unseren Handlungsspielraum wieder zurückzuholen!

Denn es gibt einiges zu erkämpfen. Schwangerschaftsabbrüche müssen endlich raus aus dem Strafgesetzbuch! Wir können nicht zulassen, dass sich sogenannte „Lebensschützer“ immer weiter ausbreiten und – wie in Wien – Kliniken terrorisieren, bis diese schließen. Es reicht nicht, wenn Schwangerschaftsabbrüche in den ersten drei Monaten straffrei sind; sie müssen in öffentlichen Krankenhäusern praktisch möglich sein. Das ist in Tirol und Vorarlberg noch immer nicht der Fall. Abtreibung auf Krankenschein muss her!Doch das ist nur eine Facette des Problems. Bei den Pro-Choice-Protesten treten wir ein gegen den rassistischen, bevölkerungspolitischen Zugriff auf die Körper von Frauen* und ungewollt schwangerer Inter*Trans*Personen. Wir wenden uns gegen patriarchale Geschlechternormen und Zwangsheterosexualität, und gegen das Abschieben von unbezahlter Care-Arbeit auf Frauen*. Und beim Gedanken an die Verbandelungen von organisierten AbtreibungsgegnerInnen mit der sonstigen extreme Rechten, der Wirtschaft und Parteien kommt uns das Kotzen!

Streicht euch den 25. Juli 2015 fett im Kalender an. Diesmal sind die Pro-Choice-Proteste an einem Samstag, was auf eine größere Anzahl von Aktivist_innen hoffen lässt als ein Wochentag. Das wollen wir nützen, um den organisierten Abtreibungsgegner_innen ordentlich einzuheizen. Wir wollen in die Offensive, und dafür müssen wir viele sein.