Extrem rechte Mütter: »Antifeministisch, traditionsbewusst und volkstreu«

Rechtsextreme Frauen wähnen sich im „Geburtenkrieg“ und sehen ihr Engagement im Aufziehen einer neuen Generation von Rassist_innen und Menschenfeinde. Ein ausführlicher Artikel bei Netz gegen Nazis.

Extrem Rechte versuchen, auf bestehende staatliche und nichtstaatliche Bildungseinrichtungen einzuwirken. Rechtsextreme Frauen und Mütter gehen hier oft äußerst strategisch vor: Sie wissen, dass sie häufig mit ihrer Weltanschauung für Außenstehende unsichtbar bleiben und setzen dies gezielt ein, um ihre Ideologie in den Kitaalltag einzubringen. Äußerst selten wird die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass Frauen sich politisch und im Besonderen rechtsextrem engagieren und der extrem rechten Szene angehören könnten. Doch mit dieser eingeschränkten Wahrnehmung gerät aus dem Blick, dass eine Vielzahl rechtsextremer Frauen in der Szene aktiv ist und sich in die verschiedenen Bereiche der Gesellschaft einbringt.

Oft werden rechtsextreme Frauen, die sich ehrenamtlich in Kindertagesstätten, Schulen, Jugendzentren und Vereinen engagieren, mit ihren politischen Meinungen übersehen und nicht erkannt. Das Vorgehen ist oft sehr strategisch: In einem ersten Schritt gehen die Frauen auf die hauptamtlichen pädagogisch Tätigen und andere Eltern zu, versuchen Vertrauen aufzubauen und sich sozial zu engagieren, z.B. schlagen sie vor, den Spielplatz in einer gemeinsamen Aktion wieder aufzubauen. Sie bieten Hilfe an vielen Orten an: backen einen Kuchen für das Schulfest, sind aktiv als freiwillige Sporttrainerin beim Kinderschwimmen. In einem zweiten Schritt, – wenn eine vertrauensvolle Beziehung zu anderen Eltern und den Pädagoginnen und Pädagogen aufgebaut ist, engagieren sie sich in der Elternvertretung der Kita und bringen hier ihre Ideologie sukzessive ein. Das kann z.B. so aussehen, dass sich eine Mutter auf der Elternversammlung gegen das Flüchtlingsheim in der Nachbarschaft ausspricht und diskriminierende Bilder über die dort lebenden Familien verbreitet.

Die extrem rechten Frauen werden oft als Bereicherung gesehen und gelten als motivierte Unterstützerinnen in Bereichen, in denen es häufig an freiwilliger Mithilfe fehlt. Doch vertreten sie nicht weniger als ihre Ehemänner, Brüder und Gesinnungskameraden eine rassistische, menschenfeindliche Einstellung.

Besonders schwierig gestaltet sich der Umgang mit der Situation im Erziehungsbereich, weil die Kinder nicht für die Weltanschauung der Eltern belangt werden sollen, diese aber über ihre Kinder politischen Einfluss nehmen wollen. … Manche Kinder weigern sich, mit Kindern zu spielen, die eine andere Hautfarbe oder eine Beeinträchtigung haben.

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