Interview zum Marsch

In der aktuellen Missy ist ein Interview mit Eike ­Sanders und Ulli Jentsch vom apabiz, und Autor_innen des sehr empfehlenswerten Buches „Deutschland treibt sich ab“, das letztes Jahr im Unrast-Verlag erschienen ist.

Ein kleiner Ausschnitt aus dem Interview:

Jentsch: … Und sie haben sich thematisch erweitert, was auch ein wichtiger Grund für den Erfolg des „Marschs für das Leben“ ist.

Sie meinen die Beschäftigung mit den Themen Pränataldiagnostik (PND) und Präimplantationsdiagnostik (PID)?

Sanders: Genau. Bei gewissen bioethischen Fragen sind die „LebensschützerInnen“ tatsächlich die stärkste Stimme und da haben es FeministInnen verpasst, sich in die Debatte einzubringen. Es geht aber auch um Sterbehilfe oder Behindertenrechte. Da war der BVL in Berlin lange Zeit der einzige Akteur, der sich am lautesten und sehr geschickt eingebracht hat. Inzwischen gibt es einige wenige, wie der ak mob oder die Pride, die dagegenhalten.

Jentsch: Es herrscht eine große Angst, dieses Thema anzufassen. Aber sich dessen nicht anzunehmen wäre strategisch ein großer Fehler. Wir haben während der Arbeit an dem Buch gemerkt, was für eine große Leerstelle das ist. Bei vielen Diskussionsveranstaltungen, bei denen wir waren, sind die Themen PID und PND immer wie ein großer Elefant gewesen, der im Raum steht, den alle sehen, aber keine ansprechen will. Wenn diese Leerstelle bleibt, werden die „LebensschützerInnen“ sie in ihrer Gänze besetzen.

Advertisements