Colorado Springs: Geständnis „warrior for the babies“

Nach dem Anschlag auf das Planned Parenthood Center in Colorado Springs, USA Ende vergangenen Monats, bei dem drei Menschen getötet wurden und neun schwer verletzt wurden, hatte der mutmaßliche Schütze Robert L. Dear Jr. diese Woche seine erste Anhörung vor Gericht. Hierbei bestätigte sich, was bisher nur eine Vermutung war: Dear versteht sich selbst als „Lebensschützer“. Während der Anhörung erklärte er sich „schuldig“, bezeichnete sich als „warrior for the babies“ und verlangte, “Could you add the babies that were supposed to be aborted that day? Could you add that to the list?”. Dies kann wohl so verstanden werden, dass er die Toten, die er verurascht hat gegen die „Babys“, die er gerettet zu haben glaubt, aufgerechnet sehen möchte.

Die Stimmung in den USA ist seit dem Sommer ernorm aufgeheizt, als „Lebensschützer“ manipulierte Videos präsentierten und Mitarbeiter*innen von Planned Parenthood des Verkaufs von „baby parts“ und der „Ernte“ von Organen beschuldigten. Trotz dieser gleichen Rhetorik behaupteten us-amerikanische und auch deutsche „Lebensschützer“, der Anschlag habe mit „Lebensschutz“ nichts zu tun. Aber man kann sich seine Verbündeten halt nicht immer aussuchen:

Wer das Klima derart anheizt und über Wochen Stimmung gegen Ärzt*innen und medizinisches Personal macht, die auch Abtreibungen anbieten sollte sich nicht wundern, wenn das dann jemand als Aufforderung versteht, diese angeblich unerträglichen Zustände zu beenden.

Daher ist auch die Aussage des Bundesverband Lebensrecht (BVL) heuchlerisch, „Töten und Morden haben mit Lebensschutz nichts, aber auch gar nichts zu tun, im Gegenteil, dies ist ein scharf zu verurteilender Angriff auf das Lebensrecht. …Genau diese Achtung vor dem Leben hat dieser offensichtlich verwirrte Täter mit seiner entsetzlichen Tat pervertiert.“

„Offensichtlich“ ist vielmehr, dass sowas von sowas kommt. Das hat immerhin auch der Evangelikale und „Lebensschützer“ ‚It is time for pro-life activists to examine the unintended consequences of our often over-heated rhetoric‘.

Wir empfehlen die Lektüre dieses Artikels Herrn Lohmann, Herrn Annen, und auch Alexandra Maria Linder („Geschäft Abtreibung“) usw. usf.