Anti-Fundi-Protest 2012: Aufruf und Termine

Die Termine findet ihr hier.

Das Mobimaterial wird in den nächsten Tagen fertig sein. In den nächsten Tagen stellen wir es auch zum Runterladen auf den Blog. Wenn ihr nicht aus Berlin kommt, aber in eurer Stadt mobilisieren wollt, schickt uns eine mail, dann lassen wir euch Plakate und Flyer zukommen.

Hier ist schon mal der Aufruf als Text:

Für den 22. September 2012 mobilisiert der Bundesverband Lebensrecht (BvL) wieder zu einem „Marsch für das Leben“ in Berlin. Damit will er für ein generelles Verbot von Abtreibungen demonstrieren und etikettiert dies als „Lebensschutz“. Wie in den vergangenen Jahren wollen wir die Abtreibungsgegner_innen nicht ungestört demonstrieren lassen!

Die Gruppen und Organisationen, die sich an dem „Marsch“ beteiligen, betrachten jeden Schwangerschaftsabbruch als „vorgeburtliche Kindstötung“, die verboten und bestraft gehöre. Sie sprechen damit allen Menschen, die schwanger werden können, dementsprechend vor allem Frauen_Lesben_Trans* (flt*), das Recht ab, über ihr Leben und ihren Körper selbst zu bestimmen. Um diese Meinung in der Öffentlichkeit zu verankern, verbreiten die Abtreibunsgegner_innen Unwahrheiten und betreiben Lobbyarbeit.

Die Abtreibungsgegner_innen sind christliche Fundamentalist_innen. Sie kämpfen für eine Gesellschaft, die auf der bürgerlichen Kleinfamilie, Zweigeschlechtlichkeit, einer strengen Sexualmoral, Verbot von Homosexualität und auf „Schicksals“- und Obrigkeitsergebenheit beruht. Die Antifeminist_innen behaupten, sie agierten gewaltfrei, doch – z.B. in den USA und in Großbritannien – blockieren Abtreibungsgegner_innen Kliniken und bedrohen, nötigen und verletzen dabei sowohl Ärzt_innen als auch Menschen, die abtreiben wollen.

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Angestrebtes Abtreibungsverbot in der Türkei: „Fortpflanzung ist eine Waffe. Und eine Mutter ist bloß ein Gefäß“.

SIBYLLE HAMANN (Die Presse)

Die Türkei will das Abtreibungsrecht verschärfen. Regierungschef Erdoğan spricht sogar offen aus, worum es dabei eigentlich geht: um Nation und Ökonomie, um Macht und Kontrolle.

Recep Tayyip Erdoğan ist ein Mann von 58 Jahren. Gemeinsam mit seiner Ehefrau hat er vier Kinder großgezogen, zwei Töchter, zwei Söhne. Erdoğan hat Wirtschaft studiert. Er war semiprofessioneller Fußballspieler. Außerdem war er jahrelang Bürgermeister von Istanbul.

Mediziner ist Erdoğan keiner. Dennoch hat er eine ausgeprägte Meinung zum Thema Kaiserschnitt. Er lehnt ihn ab, weil dieser Eingriff eine Narbe auf der Gebärmutter zurücklässt. Und obwohl er selbst kein derartiges Organ hat, hätte er die Gebärmütter anderer Menschen lieber unvernarbt. Frauen mit Gebärmutternarben scheuen manchmal nämlich davor zurück, allzu viele weitere Geburten zu haben. Kaiserschnitte, so Erdoğans Logik, führen dazu, dass Türkinnen höchstens zwei Kinder kriegen – und zwei seien zu wenig, weil es dann insgesamt zu wenig Türken und Türkinnen gibt. Aus demselben Grund will er bis Ende des Monats auch das Recht auf Abtreibung einschränken.

Seither tobt in der Türkei eine Abtreibungsdebatte. Die mit anderen Argumenten geführt wird als Abtreibungdebatten anderswo – und gerade deswegen lehrreich ist. Während in Westeuropa und in den USA nämlich stets auf religiös-moralischer Ebene gestritten wird, geht es in der Türkei nur ganz am Rande um Allah.

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Spanischer Bischof legitimiert Vergewaltigung von Frauen, die eine Abtreibung hatten

Der Erzbischof von Granada, Javier Martinez, hat in seiner Weihnachtspredigt gesagt, dass Frauen vergewaltigt werden dürften, wenn sie abgetrieben haben. Der Autor Manuel António Pina ist in der Tageszeitung Jornal de Notícias außer sich: „Die spanische Kirche lässt sich in puncto Intoleranz von niemandem reinreden. … Nachdem der kirchennahe [Premier] Mariano Rajoy seine Absicht verkündet hatte, ‚die Verderbnis des weltlichen Abtreibungsgesetzes‘ auszurotten, die während der Regierung von Zapatero genehmigt wurde, bekam ich eine Weihnachtspredigt des Erzbischofs von Granada in die Hände, in der er sagte, dass ‚eine Frau, die abtreibt, einem Mann ohne Einschränkungen die absolute Lizenz zum Missbrauch ihres Körpers gibt, denn sie hat Schuld auf sich geladen, als ob sie ein Recht dazu habe‘. … Für den Erzbischof sind Hitlers und Stalins Verbrechen (Francos Verbrechen hat er vergessen) ‚weniger abscheulich als Abtreibung‘.

http://www.eurotopics.net/de/home/presseschau/archiv/aehnliche/archiv_article/ARTICLE98503-Spanischer-Bischof-legitimiert-Vergewaltigung?EURO=37c5e6e3cfa2f75215298ab9fc5b5b34

Spiegel-Interview: Späte Abtreibungen zunehmend schwieriger?

Bei Spiegel online findet sich ein Interview mit der Psychiaterin Anke Rohde über die Möglichkeiten in der BRD eine Indikation für Spätabtreibungen zu bekommen. Zwar gibt es in Deutschland keine embyopathische/’eugenische‘ Indikation, in dem Interview (wie ja auch schon während der Debatten um die Verschärfung des Schwangerschaftkonfliktgesetzes) dreht es sich aber hauptsächlich um Abtreibungen bei befürchteten Mißbildungen des Fötus. Weiterlesen

Spanien: Abtreibungsliberalisierung verfassungswidrig?

Die Mehrheit des Rechtsausschuss der spanischen Staatsanwaltschaft hält die geplante Liberalisierung des Abtreibungsgesetzes für verfassungswidrig. Eine Minderheit von fünf Juristen sieht trotz Bedenken Verfassungskonformität. Der Bericht hat beratenden Charakter, keinen verbindlichen.

Die sechs Juristen, die gegen das Gesetz stimmten, gehören einer konservativen Juristenvereinigung an. Ihr Hauptargument war, dass es kein Recht auf Abtreibung geben könne, da dies das angeblich verfassungsmäßig garantierte Recht auf Leben des Fötus einschränke. Da der Vorsitzende des Gremiums das geplante Gesetz für verfassungskonform hielt, werden sowohl der Mehrheits- als auch der Minderheitsbericht an das Justizministerium gesandt. Weiterlesen