Irland und Polen: Time for Change!

Eine 21-jährige Nordirin wird wegen einer Abtreibung zu drei Monaten Haft auf Bewährung  verurteilt. Sie hatte sich aus dem Ausland die Abteuíbungspille bestellt und war von ihrem Mitbewohner angezeigt worden. Bis heute gelten in Nordirland noch immer dieselben Abtreibungsgesetze wie vor über 150 Jahren. Nach dem aus dem Jahr 1861 stammenden Gesetz ist eine Abtreibung eine schwere Straftat. Sowohl die Frau als auch der behandelnde Arzt könnten im Fall einer Abtreibung dem Gesetz zufolge mit einer lebenslangen Haft bestraft werden.Sieben von zehn Nordiren befürworten eine Reform des Abtreibungsgesetzes, so eine im Februar veröffentlichte Umfrage von Amnesty International. Ausführliche Hintergründe hier.
In Polen gingen am Wochenende Tausende gegen Versuche auf die Straße, das ohnehin sehr strenge Abtreibungsverbot weiter zu verschärfen. In allen Kirchengemeinden wurde ein Schreiben an die Gläubigen verlesen, in dem die Bischöfe ihre Unterstützung für eine Verschärfung der Abtreibungsregeln bekräftigten. Darin heißt es, dass es nicht bei dem 1993 gefundenen Kompromiss-Gesetz bleiben könne. Die Bischöfe fordern stattdessen ein ausnahmsloses Verbot der Abtreibung. Diese Forderung wird auch von der polnischen Ministerpräsidentin Beata Szydlo unterstützt, deren PiS-Partei seit dem Wahlsieg im Oktober 2015 mit absoluter Mehrheit regiert. Das in Polen geltende Abtreibungsrecht ist bereits sehr restriktiv und gehört zu den schärfsten in Europa. Es erlaubt Abtreibungen nur in drei Fällen: Bei einer Bedrohung für Leib und Leben der Mutter, einer festgestellten irreversiblen schweren Schädigung des Embryos sowie bei einer Schwangerschaft, die durch Vergewaltigung oder Inzest herbeigeführt wurde. Die geplanten verschärften Regeln lassen nur noch die Lebensgefahr für die Frau als Abtreibungsgrund gelten. Mehr

Freiburg: Piusbrüder am 1. April

Am 1. April marschierte die Piusbruderschaft durch Freiburg. Auch in diesem Jahr marschierten um die hundert KlerikalfaschistInnen durch die Freiburger Innenstadt. Anders als in den letzten Jahren gab es keine offene Mobilisierung und trotzdem kamen etwa 150 AktivistInnen, um sich ihnen entgegen zu stellen.

Hier gibt es einen Bericht mit Fotos. Außerdem gab es einen Infostand  zum Thema Schwangerschaftsabbrüche. In dem Artikel sind auch einige der verteilten Inforationsbroschüren verlinkt.

USA: Trump will Frauen für Abtreibungen bestrafen

Donald Trump ist mittlerweile der aussichtsreichste aller republikanischen Präsidentschaftskanidaten. Diese Woche forderte er bei einem Auftritt in einer Kandidatenbefragung, es müsse „eine Art Strafe für Frauen“ geben, die eine Abtreibung vornehmen lassen. Außerdem müssten Schwangerschaftsabbrüche verboten werden.Eine Mitschrift des Gespräches finde sich hier.

Die empörten Reaktion von rechts wie links ließen nicht lange auf sich warten.

Auch bei Abtreibungsgegnern stieß Trumps Aussage auf Unverständnis. John Kasich, der wie Trump darum kämpft, von den Republikanern als Präsidentschaftskandidat nominiert zu werden, lehnte die Position Trumps entschieden ab. Er trete für ein Abtreibungsverbot ein, mit Ausnahmen im Fall von Vergewaltigung, Inzest oder wenn das Leben der Schwangeren in Gefahr sei. Aber natürlich dürfte eine Frau nicht bestraft werden.

Die „New York Times“ zitiert Jeanne Mancini von der Organisation „March for Life Education and Defense Fund“ mit den Worten, Trumps Einstellung sei mit der Pro-Life-Bewegung nicht zu vereinbaren und erst recht nicht mit Frauen, die den traurigen Weg einer Abtreibung gewählt hätten. Kein Anhänger der Pro-Life-Bewegung würde jemals eine Frau dafür bestrafen wollen.

Wenige Stunden später korrigierte sich Trump in einer Pressemitteilung. „If Congress were to pass legislation making abortion illegal and the federal courts upheld this legislation, or any state were permitted to ban abortion under state and federal law, the doctor or any other person performing this illegal act upon a woman would be held legally responsible, not the woman. The woman is a victim in this case as is the life in her womb. My position has not changed – like Ronald Reagan, I am pro-life with exceptions“.

Kommentatore_innen erinnertn daran, dass Trump früher für die Abtreibungsfreiheit eintrat und Geld für die Demokraten spendete.

Münster: Mehr Feminist_innen als Fundis

Mit einem „Gebetszug“ demonstrierten 100 Fundi-Christ_innen am 19. März in Münster gegen Abtreibung. die Gegenveranstaltung von Antifa und Feminist_innen war doppelt so groß, meldet zumindest idea, ein eher evangelikales Nachrichtenportal.

Die Lokalpresse (plus Fotos) schreibt: „Bei der Schlussandacht auf dem Domplatz kam es zu kleineren Rangeleien zwischen Polizisten und einigen Demonstranten, die sich unter die Gläubigen gemischt hatten und lautstark gegen die Gebete anbrüllten. Insgesamt waren Einsatzzüge mehrerer Polizei-Hundertschaften aus NRW als Begleitschutz der Gläubigen in der City unterwegs. Trotzdem gelang es, den Marschieren währen des Gebetszuges in Höhe Salzstraße ihr einziges Mikrofon für den mobilen Gebets-Lautsprecher zu stehlen.“

Und auch ne gute Idee: „Am Domplatz hatten Unbekannte in Nistkasten-Attrappen an Bäumen Minisirenen versteckt, die beim Eintreffen der Betenden per Handy ferngesteuert wurden.“

Nachtrag: Ausführlicher Bericht mit Fotos bei Vice und die Bilanz des Gegenbündnis.

Heiligsprechung: „Muter Teresa“

Die als „Mutter Teresa“ bekannte radikale Abtreibungsgegnerin soll am 4. September heilig gesprochen werden, wie die taz meldet.

Die katholische Ordensfrau und Friedensnobelpreisträgerin war 2003 vom damaligen Papst Johannes Paul II. bei einer Zeremonie in Rom vor 300.000 Gläubigen bereits seliggesprochen worden. Im Dezember hatte der Vatikan ein zweites der Ordensfrau zugeschriebenes Wunder anerkannt. Damit waren die Voraussetzungen für eine Heiligsprechung erfüllt.

Wir zitieren hier nochmal gerne ein besonderes Zeichen ihrer Fömmigkeit:

When confronted about these allegations, according to Christopher Hitchens, Mother Teresa said, “There is something beautiful in seeing the poor accept their lot, to suffer it like Christ’s Passion. The world gains much from their suffering.”