Women on waves: Abtreibungsschiff in Guatemala

Das Schiff, mit dem die niederländische NGO Women on Waves Abtreibungen in internationalen Gewässern durchführt, ist seit dem 22. Februar in Guatemala und wird zur Zeit vom Militär im Hafen festgehalten. Die NGO protestiert mit der Aktion gegen das sehr restriktive Abtreibungsgesetz. Updates gibt es hier.

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Irland und Polen: Time for Change!

Eine 21-jährige Nordirin wird wegen einer Abtreibung zu drei Monaten Haft auf Bewährung  verurteilt. Sie hatte sich aus dem Ausland die Abteuíbungspille bestellt und war von ihrem Mitbewohner angezeigt worden. Bis heute gelten in Nordirland noch immer dieselben Abtreibungsgesetze wie vor über 150 Jahren. Nach dem aus dem Jahr 1861 stammenden Gesetz ist eine Abtreibung eine schwere Straftat. Sowohl die Frau als auch der behandelnde Arzt könnten im Fall einer Abtreibung dem Gesetz zufolge mit einer lebenslangen Haft bestraft werden.Sieben von zehn Nordiren befürworten eine Reform des Abtreibungsgesetzes, so eine im Februar veröffentlichte Umfrage von Amnesty International. Ausführliche Hintergründe hier.
In Polen gingen am Wochenende Tausende gegen Versuche auf die Straße, das ohnehin sehr strenge Abtreibungsverbot weiter zu verschärfen. In allen Kirchengemeinden wurde ein Schreiben an die Gläubigen verlesen, in dem die Bischöfe ihre Unterstützung für eine Verschärfung der Abtreibungsregeln bekräftigten. Darin heißt es, dass es nicht bei dem 1993 gefundenen Kompromiss-Gesetz bleiben könne. Die Bischöfe fordern stattdessen ein ausnahmsloses Verbot der Abtreibung. Diese Forderung wird auch von der polnischen Ministerpräsidentin Beata Szydlo unterstützt, deren PiS-Partei seit dem Wahlsieg im Oktober 2015 mit absoluter Mehrheit regiert. Das in Polen geltende Abtreibungsrecht ist bereits sehr restriktiv und gehört zu den schärfsten in Europa. Es erlaubt Abtreibungen nur in drei Fällen: Bei einer Bedrohung für Leib und Leben der Mutter, einer festgestellten irreversiblen schweren Schädigung des Embryos sowie bei einer Schwangerschaft, die durch Vergewaltigung oder Inzest herbeigeführt wurde. Die geplanten verschärften Regeln lassen nur noch die Lebensgefahr für die Frau als Abtreibungsgrund gelten. Mehr

Kristina Schröder und die Religion

Die ehemalige Frauenministerin Kristina Schröder ist nach langer Abwesenheit am vergangenen Montag in der Politdiskussionsrunde Hart aber Fair wieder aufgetaucht. Hauptsächlich, um „den Muslimen“ Sexismus vorzuwerden. Mely Kiyak hat sich dankendwerterweise den religiösen Hintergrund der Ex-Ministerin mal genauer angeschaut:

Kristina Schröders Mitgliedschaft in der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) scheint für die öffentliche Wahrnehmung ihres Mandates völlig unerheblich zu sein. Die SELK ist aber eine rechte, antifeministische, evangelikale Vereinigung.

Was tun, wenn man weiß, dass eine Politikerin einen Glauben lebt, der die Rückbesinnung auf die Bibel als Fundament für das Zusammenleben von Mann und Frau lehrt? Einen Glauben, der als Gesellschaftsordnung für Gläubige, Nichtgläubige und Andersgläubige ein reaktionäres, antifeministisches und antimuslimisches Modell anstrebt? Ganz einfach: Man muss diesen Umstand wenigstens einmal öffentlich erwähnen, bevor man Kristina Schröder und andere prominente Bibeltreue wie Erika Steinbach, die ebenfalls Mitglied der SELK ist, über Politik reden und handeln lässt.

Petition in Nordirland (engl.)

Petition: Drop case against mother who provided daughter with abortion medication in Northern Ireland!

A woman is currently being charged under the 1861 Offences Against the Person Act for purchasing abortion medication on behalf of her daughter. If found guilty she could be imprisoned for up to five years.

Abortion is illegal in Northern Ireland except in extremely rare situations. 837 women from N.Ireland travelled to England in 2014 to have a safe, legal abortion. Others bought medication from the internet in order to induce an abortion at home.

Pro-Choice-Drohne

Am vergangenen Wochenende haben Aktivistinnen eine Aktion gestartet, um auf das faktische Abtreibungsverbot in Polen aufmerksam zu machen: Eine Drohne, bestückt mit Abtreibungpillen wurde über die Oder gesteuert. Auf der anderen Seite nahmen zwei ungewollt schwangere Polinen die Tabletten ein.

Ein Interview mit Katharina Mahrt von der Berliner Gruppe »Ciocia Basia« in der aktuellen Jungle World.

In der taz von heute gibt es einen Bericht: „Abtreibungen sind in Polen verboten, Ausnahmen gibt es für Vergewaltigungsopfer oder bei Lebensgefahr. Die offizielle Zahl der Abtreibungen liegt bei 774 pro Jahr. Laut „Women on Waves“ werden jedoch jährlich zwischen 48.000 und 240.000 Eingriffe illegal vorgenommen.

Die Gruppe, die die Aktion maßgeblich organisiert hat, die niederländische Frauengesundheitorganisation Woman on Waves bezeichnete die Aktion in einer Presseerklärung als erfolgreich. Allerdings sei die deutsche Polizei gegen die Piloten der Drohne vorgegangen. Dort findet sich auch eine Zusammenstellung der bisherigen Berichte.

Abtreibungspille mit Drohnenflug nach Polen

Gemeinsam mit mehreren anderen Frauenrechtsgruppen will Women on Waves am Samstag erstmals eine Drohne mit Abtreibungspillen nach Polen schicken. Die Drohne soll in Frankfurt an der Oder starten und dann Kurs auf Słubice nehmen. An der Initiative ist unter anderem auch Ciocia Basia beteiligt, eine Berliner Gruppe, die sich für das Recht auf Abtreibung für Polinnen einsetzt.

In Polen sind Abtreibungen nur unter strengen Bedingungen legal, einen Arzt zu finden, der sie tatsächlich offiziell durchführt ist fast unmöglich. Die Abtreibungspille ist nicht zugelassen.

Aktivist_innen sind eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen. Der Landeplatz in Polen wird am Samstag bekannt gegeben. Polnische Abtreibungsgegner_innen haben angekündigt, die Drohne abzuschießen.

Viel Glück für die Aktion!

„Vessel“- Filmscreening

„Join us on December 2nd as Feminized will present the German premiere of documentary Vessel, a fascinating story about activist and doctor Rebecca Gompert’s organisation Women on Waves. As a doctor living by the sea, Gompert’s controversial response to the abortion laws around the world was take matters into her own hands, bypass national laws by providing abortions on a ship offshore. Despite setbacks, Gompert’s slightly unlikely idea developed into a global movement.

We have invited activists from Pro-Choice movements based in Berlin to join us for a chat about their work after the film.“

Time: 21:00, doors at 20:00
Organizer: Feminized and Mobile Kino
Cost: 5€
Venue: Urban Spree, Revaler Strasse 99
Language: English

Hier ist der trailer.