Pro-Choice-Drohne

Am vergangenen Wochenende haben Aktivistinnen eine Aktion gestartet, um auf das faktische Abtreibungsverbot in Polen aufmerksam zu machen: Eine Drohne, bestückt mit Abtreibungpillen wurde über die Oder gesteuert. Auf der anderen Seite nahmen zwei ungewollt schwangere Polinen die Tabletten ein.

Ein Interview mit Katharina Mahrt von der Berliner Gruppe »Ciocia Basia« in der aktuellen Jungle World.

In der taz von heute gibt es einen Bericht: „Abtreibungen sind in Polen verboten, Ausnahmen gibt es für Vergewaltigungsopfer oder bei Lebensgefahr. Die offizielle Zahl der Abtreibungen liegt bei 774 pro Jahr. Laut „Women on Waves“ werden jedoch jährlich zwischen 48.000 und 240.000 Eingriffe illegal vorgenommen.

Die Gruppe, die die Aktion maßgeblich organisiert hat, die niederländische Frauengesundheitorganisation Woman on Waves bezeichnete die Aktion in einer Presseerklärung als erfolgreich. Allerdings sei die deutsche Polizei gegen die Piloten der Drohne vorgegangen. Dort findet sich auch eine Zusammenstellung der bisherigen Berichte.

Radiofeature zu Women on Waves

Gestern gab es auf Deutschlandfunk ein Radiofeature zu Women on Waves, die auf einem Schiff in internationalen Gewässern Abtreibungen durchführen: „Wo die Frauen von Women on Waves anlegen, wird nicht selten gegen sie protestiert, sehen sie sich Anfeindungen und Bedrohungen gegenüber. Denn auf ihrem Schiff werben sie für das Recht einer jeden Frau, legal und sicher abtreiben zu können.“

Women on waves ankern für immer?

Die niederländische Organistion Women on Waves (WOW) hat angekündig, dass ihr ‚Abtreibungsschiff‘ nach zehn Jahren Aktivität vorläufig im Hafen bleibt.  Das meldet RH Reality Check. Alle geplanten Fahrten sind abgesagt worden. Die Praxis von WOW war es, Frauen aus Ländern mit restriktiven Abtreibungsgesetzen (Polen, Irland, zuletzt Spanien) mit dem Schiff in internationale Gewässer zu bringen und ihnen dort mit Hilfe der Abtreibungspille zu einem Schwangerschaftsabbruch zu verhelfen. Einerseits sollte damit den Frauen geholfen werden, andererseits die öffentliche Debatte in den betreffenden Ländern angekurbelt werden.

Durch eine Veränderung der niederländischen Gesetzgebung im Mai, mit der die Vergabe von Abtreibungspillen auf speziell akkreditierte Kliniken beschränkt, verliert WOW den Zugang zu dem Medikament. Inspektoren des Gesundheitsministeriums haben WOW sogar wegen ihrer Aktion im spanischen Valencia im Sommer letzten Jahres angezeigt. Beides gefährdet die Handlungsgrundlage  der Organisation und zwang sie eine Tour nach Nikaragua, Chile, Brasilien und Argentinien abzusagen.

Der vollständige Artikel im NRC Handelsblad (Englisch) mit einem Interview mit Rebecca Gomperts, einer der Leiterinnen von WOW.