Abtreibungspille mit Drohnenflug nach Polen

Gemeinsam mit mehreren anderen Frauenrechtsgruppen will Women on Waves am Samstag erstmals eine Drohne mit Abtreibungspillen nach Polen schicken. Die Drohne soll in Frankfurt an der Oder starten und dann Kurs auf Słubice nehmen. An der Initiative ist unter anderem auch Ciocia Basia beteiligt, eine Berliner Gruppe, die sich für das Recht auf Abtreibung für Polinnen einsetzt.

In Polen sind Abtreibungen nur unter strengen Bedingungen legal, einen Arzt zu finden, der sie tatsächlich offiziell durchführt ist fast unmöglich. Die Abtreibungspille ist nicht zugelassen.

Aktivist_innen sind eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen. Der Landeplatz in Polen wird am Samstag bekannt gegeben. Polnische Abtreibungsgegner_innen haben angekündigt, die Drohne abzuschießen.

Viel Glück für die Aktion!

Vortrag und Film zum Recht auf Abtreibung international

19. September 19.00 – Schererstraße 8 (Wedding) Abortion democracy

Vortrag / Film / Konzert  mit Sarah Diehl

In den meisten Ländern ist der Schwangerschaftsabbruch immer noch illegal oder aufgrund seiner Stigmatisierung nicht zugänglich. Weltweit sterben etwa 48.000 Frauen aufgrund dieser Illegalisierung, etwa 5 Mio. tragen schwerwiegende Gesundheitsschäden davon. Weltweit versuchen Konservative mit der Fokusierung auf die Rechte des Embryos die Lebensrealität und die Bedürfnisse von Frauen unsichtbar zu machen. Dieser Vortrag gibt einen Überblick über die Gesetzte und Bewegungen, die Frauen davon abhalten ein selbstbestimmtes Leben führen zu können.

Dieser Themenkomplex soll anhand des Films Abortion Democracy – Poland South Africa veranschaulicht werden

Abortion Democracy: Poland/South Africa Deutschland 2008 Sprache: Englisch/Polnisch mit deutschen Untertiteln Länge: (50 min.) Regie: Sarah Diehl

Sarah Diehl ist Schriftstellerin und Dokumentarfilmerin und arbeitet seit acht Jahren zu reproduktiven Rechten von Frauen weltweit

Nach Vortrag und Film wird es noch etwas zu essen und ein Konzert geben. Freut euch auf feminist Hardcore & Punkrock:

Anti – Corpos (lesbian feminist hardcore / São Paulo, Brazil)
Tall as Trees (screamo emo punk / Berlin)

diese Ankündigung kam per mail.

US Homo-Heilerin missioniert in Deutschland

Wie queer.de berichtet, will die aus Denver stammende Psychotherapeutin und Pfarrerin Janelle Hallman im kommenden Monat Seminare zur „Heilung“ von Homosexualität in Posen und Stuttgart durchführen. Dies hat sie per E-Mail an ihre Anhänger angekündigt In der baden-württembergischen Hauptstadt will sie am 16. und 17. September Workshops veranstalten. Vom 19. bis 20. September werde sie zudem im polnischen Posen ein ähnliches Seminar anbieten, zu dem auch „Eltern und Laien“ eingeladen seien.
Damit müssen sich die polnischen Fundis entscheiden, ob ihnen ihr Kampf gegen Homosexualität oder Abtreibung wichtiger ist, schließlich findet am 20. September auch der „Marsch für das Leben“ in Berlin statt, zu dem in den vergangenen Jahren immer viele Katholiken aus Polen gekommen sind.

Hallman hat sich auf die „Heilung“ von lesbischen Frauen spezialisiert und betreibt in Denver ein „christliches Beratungszentrum“. Sie wirbt dafür, dass Eltern ihre homosexuellen Kinder zu ihr bringen sollten, auch bietet sie Seminare für die Eltern von Lesben und Schwulen an. Sie verbreitet ihre Ansichten bereits seit 2008 in ihrem Buch „The Heart of Female Attraction“, für das sie heute noch wirbt.

Protest in Stuttgart ist noch nicht angekündigt, aber das kann ja noch kommen. Auch gerne hier Bescheid sagen!

Abtreibungs“tourismus“ aus Polen

Da Abtreibungen in Polen in beinahe allen Fällen illegal sind und sich immer weniger Ärzte bereit finden, Abtreibungen durchzuführen, nehmen die Reisen von ungewollt schwangeren Frauen nach Deutschland zu. In der Berliner Zeitung gab es dazu heute eine Reportage.

Ein solcher Eingriff wäre in Krawczyks Heimatland nicht möglich gewesen. Das in Polen geltende Abtreibungsrecht ist eines der restriktivsten in Europa und lässt einen Schwangerschaftsabbruch nur in wenigen Ausnahmefällen zu. Es war wohl die katholische Kirche mit im Spiel, als das Gesetz 1993 eingeführt wurde. Zu mehr Kindersegen hat es aber nicht geführt. Die Geburtenrate in Polen ist ähnlich niedrig wie die in Deutschland, und die Frauen entscheiden sich auch immer später für ein Kind. Bis zu 200.000 Schwangerschaften werden jährlich abgebrochen, schätzt die polnische Föderation für Frauen und Familienplanung – die meisten illegal im Untergrund in Polen. Doch zunehmend fahren die Frauen dafür ins Ausland. Etwa jede siebte Abtreibung wird in Großbritannien, Österreich, den Niederlanden oder Deutschland vorgenommen. Vor allem in den grenznahen Krankenhäusern in Schwedt, Berlin und Prenzlau boomt der Abtreibungstourismus.
„Es hat sich unter den Polinnen herumgesprochen, dass Abtreibungen bei uns auch für sie legal sind“, sagt Janusz Rudzinski, Gynäkologe an der Frauenklinik in Prenzlau. Voraussetzung ist, dass sie sich vorher beraten lassen. 300 solcher Patientinnen hatte Rudzinskis Klinik im vergangenen Jahr. Dieses Jahr waren es bereits 600, schätzt der aus Polen stammende Arzt. Der Eingriff kostet 410 Euro. Die Frauen kommen aus ganz Polen.

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Bericht: EU-weite Strategien zur Legalisiserung von Abtreibung

Die junge Welt vom 9.4. berichtet über eine Veranstaltung der Reclaim Feminism!-Reihe  über die Ver­an­stal­tung: Stra­te­gi­en zur EU–wei­ten Le­ga­li­sie­rung von Ab­trei­bung am 2. April:

So­li­da­ri­tät le­bens­wich­tig

Ber­lin: Junge Frau­en aus Polen, Ir­land und Deutsch­land dis­ku­tie­ren Mög­lich­kei­ten zur EU-​wei­ten Le­ga­li­sie­rung des Schwan­ger­schafts­ab­bruchs
Von Jana Frie­ling­haus

In fünf Län­dern der Eu­ro­päi­schen Union ist ein Schwan­ger­schafts­ab­bruch il­le­gal. Die re­strik­tivs­ten Ge­set­ze haben Ir­land und Polen, Malta und Zy­pern. Aber auch in der Bun­des­re­pu­blik ist Ab­trei­bung wei­ter­hin ein Ver­ge­hen, wenn­gleich es seit 1995 in der Regel straf­frei bleibt. Die Lage in den ge­nann­ten Län­dern war am ver­gan­ge­nen Frei­tag Thema einer Ver­an­stal­tung in Ber­lin, auf der junge Frau­en aus Polen, Ir­land und Deutsch­land vor rund 30 Zu­hö­re­rin­nen und ei­ni­gen Zu­hö­rern Mög­lich­kei­ten einer EU-​wei­ten Le­ga­li­sie­rung von Ab­trei­bun­gen dis­ku­tier­ten.

Mo­de­ra­to­rin Sarah Diehl ver­wies zu Be­ginn dar­auf, daß so­ge­nann­te Pro-​Choice-​In­itia­ti­ven viel zu wenig ver­netzt sind in den Län­dern mit re­strik­ti­ven Ge­set­zen. Dem ab­zu­hel­fen war das ei­gent­li­che Ziel der Zu­sam­men­kunft. Die Au­to­rin und Fil­me­ma­che­rin er­in­ner­te auch daran, daß für Schwan­ge­re in Not in vie­len wei­te­ren Staa­ten der Zu­gang zu einer si­che­ren Ab­trei­bung er­schwert ist und daß ihnen In­for­ma­tio­nen schlicht vor­ent­hal­ten wer­den.

Nach­dem Anna von Gall vom Eu­ro­päi­schen Zen­trum für Ver­fas­sungs-​ und Men­schen­rech­te (Eu­ropean Cen­ter for Con­sti­tu­tio­nal and Human Rights, ECCHR) die recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen in­ner­halb der EU dar­ge­stellt hatte, be­rich­te­ten Agata Chel­s­tow­s­ka und Ste­pha­nie Lord von den Kämp­fen fe­mi­nis­ti­scher Grup­pen in Polen und Ir­land. Nach Schät­zung der Pro-​Choice-​Grup­pen fin­den in Polen jedes Jahr etwa 200000 ver­bo­te­ne Ab­trei­bun­gen statt, wäh­rend die amt­li­che Sta­tis­tik jähr­lich le­dig­lich etwas mehr als 200 le­ga­le Ab­brü­che ver­zeich­net – bei einer Ge­samt­be­völ­ke­rung von 38 Mil­lio­nen. Zum Ver­gleich: In Deutsch­land – mit rund 82 Mil­lio­nen Ein­woh­nern – wur­den ins­ge­samt rund 110000 Ab­trei­bun­gen re­gis­triert und damit er­neut deut­lich we­ni­ger als im Vor­jahr. Weiterlesen