Jungle World: Thema zur Global Gag Rule

In der Jungle World Nr. 7 vom 16. Februar 2017: Artikel zu abtreibungsverweigernden Ärzten in Italien, derm Kult um das „ungeborene Leben„,die anti-choice-Maßnahmen der Trump-Regierung und zu der Hoffnung, die auch deutsche „Lebensschützer“ auf Trump setzen. Lesenswert!

Women on waves: Abtreibungsschiff in Guatemala

Das Schiff, mit dem die niederländische NGO Women on Waves Abtreibungen in internationalen Gewässern durchführt, ist seit dem 22. Februar in Guatemala und wird zur Zeit vom Militär im Hafen festgehalten. Die NGO protestiert mit der Aktion gegen das sehr restriktive Abtreibungsgesetz. Updates gibt es hier.

23.-25 Juni in Berlin: Tagung des Netzwerks gegen Selektion durch Pränataldiagnostik

Unter dem Titel Pränataldiagnostik – eine organisierte Verantwortungslosigkeit!? wird es spannende Vorträge, Wokshops, Vernetzung und eine Lesung geben:

Werdenden Eltern werden durch die Pränataldiagnostik von Anfang der Schwangerschaft an permanent Entscheidungen abverlangt. Im Ernstfall sind das höchst konfliktreiche und eigentlich unmögliche  Entscheidungen über das erwünschte Kind, Entscheidungen, die die meisten Paare als Zumutung erleben und die sie nie treffen wollten.Alle Berufsgruppen wirken mit und keiner will es eigentlich – noch (?) gibt es einen Konsens in unserer Gesellschaft, dass Selektion keinen Platz hat…

Plenumsvorträge beschäftigen sich mit der Verantwortung der Berufsgruppen und der Politik, der Rolle der Zivilgesellschaft und den ökonomischen Steuerungsmechanismen von Angebot und Nachfrage zu Pränataldiagnostik.

Verschiedene Arbeitsgruppen fragen u.a., ob es eine therapeutische, nicht-selektive Pränataldiagnostik gibt, wie die sozialen Medien zur Netzwerkbildung genutzt werden können oder berichten über den Stand des TAB-Berichts zu Pränataldiagnostik.

Eine Podiumsdiskussion wird das Tagungsthema bezogen auf den genetischen Bluttest als einer künftigen Kassenleistung beleuchten.

Das ausführliche Tagungsprogramm wird demnächst veröffentlicht, Voranmeldungen zur sind bereits jetzt möglich übernetzwerk2017@web.de.

19.11.16, Kassel: Demo gegen das Treffen Christlicher Lebensrecht-Gruppen

19.11.16 * 13:00 Uhr * Lyceumsplatz/Wolfsschlucht * Kassel

Hier der Aufruf:

Am 19.11.2016 veranstaltet das Treffen Christlicher Lebensrecht-Gruppen (TCLG), ein Netzwerk christlich-fundamentalistischer Initiativen, Beratungsstellen und Gruppen, das „Lebensrecht-Forum“. Diese Veranstaltung findet zwei mal jährlich im Friedenshof in Kassel statt und dient deren Vernetzung und Weiterbildung.

Die vermeintlichen LebensschützerInnen vertreten ein extrem reaktionäres Weltbild: Sie propagieren die heterosexuelle Kleinfamilie, in der Frauen* die ¨natürliche¨ und ¨gottgegebene¨ Aufgabe haben, Mutter zu sein. Sie werden als lebensschenkendes Objekt stilisiert und damit auf eine Gebärfunktion reduziert. Schwangeren Menschen* wird das Recht auf Selbstbestimmung abgesprochen, indem Abtreibung als Mord dargestellt wird. Zusätzlich zu diesen sexistischen, homo- und trans*feindlichen Positionen wird immer wieder ein völkisches und nationalistisches Selbstverständnis vertreten.


Dies steht im Kontext einer verstärkten Mobilisierung auf Seiten christlich-fundamentalistischer, reaktionärer und nationalistischer Gruppierungen. Die Positionen vermeintlicher „Lebensschutz“gruppen werden zum Beispiel in den aktuellen Protesten gegen den hessischen Lehrplan oder im Wahlprogramm der AfD sichtbar. Auch hier wird ein reaktionäres Familienbild propagiert und gegen LGBT*IQ-Personen und emanzipatorische Sexualpädagogik gewettert.

Wir werden am 19.11.2016 in Kassel auf die Straße gehen um gegen die AbtreibungsgegnerInnen zu protestieren. Denn was wir mit unseren Körpern tun oder lassen, ist alleine unsere Entscheidung. My body – my choice!

Wir fordern:
– die Anerkennung nicht-heterosexueller Lebensweisen
– sexuelle Selbstbestimmung aller Geschlechter und eine emanzipatorische Sexualpädagogik
– Straffreiheit bei Abtreibung/ Abschaffung des §218 StGB (Schwangerschaftsabbruch)
– kostenlosen und rezeptfreien Zugang zu Verhütungsmitteln und der „Pille danach“

Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat!
Wir klatschen Applaus, Deutschland stirbt aus!

Termine vor dem „Marsch für das Leben“ in Berlin

5.9.16 – Berlin – Möbel Olfe – ab 20 Uhr
Solidarität vom Fass für eine Website gegen “Lebensschützer”
https://www.facebook.com/events/233437213720248/

6.9.16 – Berlin – k-fetisch – 20 Uhr
Von Polizeikontrollen, “Hurenpässen” und Zwangsberatung – Zur Kritik am “Prostituiertenschutzgesetz”
Staatlicher Eingriff in körperliche Selbstbestimmung von Menschen findet sich nicht nur in Bezug auf Schwangerschaftsabbrüche und den §218 StGB, sondern betrifft auch Sexarbeiter_innen. Wir wollen gemeinsam mit Jenny Künkel (Universität Weimar) und Dr. PG Macioti (Hydra e.V.) diskutieren, was sich ab 2017 gesetzlich ändert, was dies für die Lebensrealität von Sexarbeiter_innen bedeutet und warum staatlicher “Schutz” nicht feministisch ist.
Eine Veranstaltung der EAG Berlin

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Salzburg: Demo gegen AbtreibungsgegnerInnen

Unter dem Motto „Pro Choice is ois!“ gibt es am 24. Juli in Salzburg eine Demonstration (13:00 Uhr Hauptbahnhof) für reproduktive Freiheit und den freien Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen und gegen den später stattfindenden „Marsch für das Leben“ der AbtreibungsgegnerInnen (deren Kreuzausgabe beginnet voraussichtlich 16:15 Uhr am Mozartplatz).

Hier findet ihr den Aufruf.

In diesem gibt es eine Passage zu Behinderung, wo den „Lebenschützern“ eine Instrumentalisierung des Themas vorgeworfen wird, um „Befürworter_innen eines freien Zugangs zu Schwangerschaftsabbrüchen vorwerfen zu können, sie würden pauschal eugenische Positionen vertreten“. Das stimmt zum Teil, allerdings ist angesichts der Vehemenz, mit der radikale AbtreibungsgegnerInnen Abtreibungen nach pränataler Diagnostik thematisieren, der Vorwurf der Eugenik gegen Feminist*innen eher relativ selten.

So auf diese Strategie der „Lebensschützer“ zu reagieren, ist allerdings hauptsächlich Abwehr. Der Kritik an pränataler Diagnostik und selektiven Abtreibungen, die ja nicht nur von den „Lebenssschützern“ sondern eben auch von Feminist*innen mit und ohne Behinderung formuliert wurde und wird, stellt man sich damit nicht. Anders gesagt: Wenn die politischen GegnerInnen das Thema nur instrumentalisieren enthebt einen das nicht der notwendigkeit einer eigenen Analyse.

 

Chile: Abtreibungsverbot soll gelockert werden

Das Parlament in Chile hat eine Lockerung des strikten Abtreibungsverbots beschlossen. Zurzeit ist in Chile Abtreibung in jedem Fall verboten.

Vorausgegangen war eine einjährige Diskussion über das Thema. Nun soll ein Schwangerschaftsabbruch erlaubt werden, wenn die Frau vergewaltigt wurde, bei einer Gefahr für das Leben der Schwangeren oder wenn der Fötus nicht überlebensfähig ist. Der Senat muss dem Gesetz noch zustimmen. Die Lockerung des Abtreibungsverbots, das noch aus der Pinochet-Diktatur stammt, ist in Chile ist sehr umstritten. Die Opposition hat bereits angekündigt, vor dem Verfassungsgericht zu klagen.

Mehr hier.