Argentinien: illegale medizinische Abtreibungen

Abtreibungen sind in Argentinien verboten, und werden nur in wenigen Ausnahmefällen nicht bestraft. Darunter fällt Vergewaltigung, wenn die Frau geistig behindert ist und ihre Eltern zustimmen. Außerdem bei Gefahr für das Leben und die Gesundheit der Frau, die anders nicht abzuwenden ist (in der Provinz Buenos Aires zählt dazu auch eine Gefahr für die psychische Gesundheit der Frau). Diese Indikationen werden sehr streng ausgelegt, außerdem ist es sehr schwer eine_n Ärzt_in zu finden, der eine legale Abtreibung durchführt. Die Zahl der illegalen Abtreibungen ist daher ziemlich hoch, das Gesundheitsministerium schätzt ca. 500.000 pro Jahr. 60.000 Frauen kämen pro Jahr ins Krankenhaus auf Grund von schwerwiegenden Problemen bei illegalen Abtreibungen. Auch die Zahl der ungewollten Schwangerschaften ist hoch: Nur eine von zehn Frauen würde gewollt schwanger, so Mabel Bianco, Mitglied im nationalen Konsortium für sexuelle und reproduktive Rechte. Einer Unicef-Studie zu Folge sei eine von zehn Toten auf Grund von Abtreibung jünger als 20 Jahre.

In dieser Situation greifen viele Frauen zur Selbstmedikamentation. Zwar ist die Abtreibungspille RU 486 in Argentinien nicht zugelassen und Mifepreston, welches die gleichen Bestandteile enthält, ist verboten, die Tabletten sind jedoch über das Internet relativ einfach zu bestellen. Werden sie aus den USA, Kanada oder Peru bestellt, kosten sie zwischen 40 und 80 Euro. Eine illegale chirurgische Abtreibung kostet dagegen zwischen 540 und 730 Euro. Wen wunderts, dass jedes Jahr 10% mehr Tabletten verkauft werden, so Zahlen der us-amerikanische FDA. Diese Jahr werden es ca 8.000 sein.

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