ANMELDUNG NOCH MÖGLICH: Jahrestagung in Bremen des Netzwerks gegen Selektion durch Pränataldiagnostik

Das Netzwerk feiert vom 17.-19. April in Bremen sein zwanzigjähriges Bestehen mit einer Fachtagung, die unter dem Titel “Alles selbstbestimmt? Funktionieren. Kontrollieren. Optimieren.” unsere Kritik an der vorgeburtlichen Diagnostik gebündelt zur Diskussion stellt.

Seit 20 Jahren engagieren sich Fachleute, Gruppen und Institutionen sowie Einzelpersonen im Netzwerk gegen Selektion durch Pränataldiagnostik.
Viele Themen hat das Netzwerk in den letzten Jahren bewegt, manches erreicht. Nicht selten hat das Netzwerk auch unbequem agiert und sich Kritik und Ablehnung ausgesetzt. Viele mit dem Thema Befasste waren aber auch sehr mit dem Engagement einverstanden und froh um ein Netzwerk, das dieses so schwierige Thema auf die Agenda setzt.

Gerade mit Blick auf die sich immer wieder überbietenden Entwicklungen im Bereich selektiver Methoden in der Schwangerenbetreuung ist ein kritisches widerständiges Engagement  weiterhin wichtig.

Mit der Jubiläumstagung 2015 rücken wir das “Spezialthema” Pränataldiagnostik in den Mittelpunkt und verbinden es mit gesundheits-, sozial- und frauenpolitischen Entwicklungen und Diskussionen.

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Pius-Brüder in Freiburg: Bericht und Bilder

“Passanten und Touristen standen mit ungläubigen Blicken am Rand”:

Am 10. April 2015, marschierten die fundamentalistischen Piusbrüder in Freiburg auf, wie schon in den letzten Jahren am ersten Freitag nach Ostern. 50 bis 60 Klerikalfaschist_innen demonstrierten gegen das Recht auf Abtreibung und Selbstbestimmung der Frau. Gut 200 Linke protestierten dagegen und versuchten den Aufmarsch unter anderem durch eine Sitzblockade zu verhindern. Im Laufe des Tages kam es zu rund 45 Personalienfeststellungen. Ein Aktivist wurde durch Polizisten verletzt und musste in die Uniklinik eingeliefert werden.

Genau wie in den letzten Jahren starteten die Piusbrüder in der Humboltstraße, wo bis vor zwei Jahren Pro Familia eine Geschäftsstelle hatte. Dabei wurden sie in dieser Seitengasse in alle Richtungen von Polizeiketten abgeschirmt, während sich auf der KaJo bunter Protest manifestierte. Nach dem etwa einstündigen Gebet der Piusbrüder in der Humboldstraße, drängten die Polizeiketten die Gegendemonstration auf der KaJo zurück, um den „Kreuzweg der Ungeborenen“ beginnen zu lassen.

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Übermorgen: “Piusbrüder aufmischen, blockieren, abschaffen!”

Am kommenden Freitag, den 10. April, wollen die rechten, homophoben und antifeministischen Piusbrüder wieder in Freiburg aufmarschieren! Das gilt es zu verhindern!

Kommt um 17 Uhr zur Humboldtstr./Ecke Kaiser-Joseph-Straße! Einen Ticker gibt es hier: https://twitter.com/AntiPius15 Twitter-Hashtag: ‪#‎nopius15‬

https://www.facebook.com/piusbruedern.entgegentreten

Der Aufruf des Offenen Antifa Treffen Freiburg und Region [OAT] und der Feministischen Linken Freiburg (FeLi)

Aufruf Pro Choice Sachsen: 1.6. Annaberg-Buchholz!

Der lange und erfrischend lesenswerte Aufruf von Pro Choice Sachsen ist jetzt online, zur Mobilisierung gegen den am 1. Juni in Annaberg-Buchholz. Hier ein kleiner Auszug:

Warum wir im Kapitalismus von „Selbstbestimmung“ und nicht von Selbstbestimmung sprechen

Wir reden viel von der Selbstbestimmung von Menschen, die schwanger werden können. Dabei müssen wir uns jedoch dessen bewusst sein, dass diese Selbstbestimmung stark eingeschränkt ist. Sicherlich hat in Deutschland fast jede Person mit deutschem Pass die Möglichkeit, in den genannten Grenzen selbst zu entscheiden ob sie ein Kind austragen will oder eben nicht. Das begrüßen wir. Doch steht diese Entscheidung in einem gesellschaftlichen Kontext und es wird von verschiedenen Seiten versucht, diesen Kontext zu beeinflussen.

Zum einen spielen hier ökonomische Rahmenbedingungen eine Rolle. So ist die Familienpolitik des Staates darauf ausgelegt, den Kinderwunsch in bestimmten Bevölkerungsschichten durch Begünstigungen wie Elterngeld und Elternzeitgesetze zu fördern. Ärmere Bevölkerungsschichten, wie Erwerbslose, Geflüchtete sowie Illegalisierte profitieren von diesen Begünstigungen jedoch nicht. Hinzu kommt, dass mit Schwangerschaft auch eine Angst um finanzielle Sicherheit verbunden sein kann. So bedeutet Schwangerschaft immer noch ein Risiko für die Arbeitsstelle. Vor allem für Alleinerziehende bedeutet es häufig, am Rande der Armut zu stehen. Somit ist oft nicht der individuelle Kinderwunsch ausschlaggebend, sondern damit verbundene soziale oder ökonomische Bedingungen.

Zum anderen gibt es eine rassistisch und nationalistisch aufgeladene Diskussion darüber, wer in Deutschland Kinder bekommen sollte. Rassist_innen wie Sarrazin, Politiker_innen aus der AfD und auch religiöse Fundamentalis_innen sehen die weiße, christliche Kleinfamilie mit mindestens zwei Kindern als Grundlage der Nation an. Diese wollen sie bewahren und unterstützen, andere Lebenskonzepte wie zum Beispiel homosexuelle Partnerschaften oder kinderlose Beziehungen werden abgewertet. Migrant_innen und Schwarze Deutsche werden dabei besonders diskriminiert, da sie nicht in das reaktionäre Weltbild passen, ihre Kinder gelten manchen gar als Bedrohung der „deutschen Identität“.

Somit ist die Entscheidung über die eigene Schwangerschaft also nicht frei und komplett selbstbestimmt. Sie wird beeinflusst von ökonomischem und sozialem Druck der Gesellschaft. Diese Aspekte zu vernachlässigen und die Entscheidungen für oder gegen Kinder als eine rein persönliche Entscheidung der Eltern zu betrachten bedeutet auch, die Unterdrückungsmechanismen als ein individuelles Problem der Eltern zu sehen. Dabei handelt es sich aber um gesellschaftlich strukturelle Probleme und diese gehören als solche bekämpft!